19.06.2012, 14:13

Hans-Christian Dirscherl

Praxistest Bluetooth-Tastatur

Cherry KW 6000 für iPad und Android-Tablets

Die Cherry KW 6000 wird nicht fest mit dem iPad verbunden (auch wenn es auf diesen Foto so aussieht). ©Cherry

Auf der diesjährigen CeBIT in Hannover hat der Auerbacher Tastaturspezialist Cherry seine erste iPad-Tastatur vorgestellt. Jetzt ist die Cherry KW 6000 im Handel erhältlich. PC-WELT unterzog sie einem Praxistest – am iPad und am Android-Tablet!
Design: Schlicht und elegant.
Die Cherry KW 6000 richtet sich an alle Tablet-Besitzer, die längere Texte eintippen müssen. Sei es im beruflichen Einsatz, sei es aus privaten Gründen, beispielsweise für häufige Forenkommentare, ständige Facebook-Status-Updates und Twitter-Tweets. Mit ihrer edlen Optik zeigt sich die Bluetooth-Tastatur dabei sowohl Wohnzimmer- als auch Büro-tauglich. Und hinterlässt auch beim Kundenbesuch einen glänzenden Eindruck. Im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Vorderseite der Cherry KW 6000 in glänzendes Silber gehalten ist, wohingegen die Rückseite glänzende Klavierlack-Optik bietet. Letztere zeigte allerdings sofort unschöne Fingerabdrücke, die Vorderseite dagegen ist resistent gegen Fingerabdrücke und wahrt ihre ansprechende Optik.

Für iPad und Android

Cherry verkauft die 26,1 x 12,8 x 9 cm große und 286 Gramm leichte Cherry KW 6000 als Bluetooth-Tastatur für das Apple iPad (iPad 1, iPad 2, neues iPad). Die Koppelung und das Zusammenspiel mit dem iPad (in unserem Fall ein iPad 2) klappte denn auch reibungslos. Doch viel mehr interessierte uns, ob man mit der Cherry KW 6000 auch Texte für ein Android-Tablet eingeben kann. Denn ungeachtet des eigentlich plattform-neutralen Bluetooth-Standards klappt das nicht immer: Die Tastatur eines anderen namhaften Tastatur-Herstellers, die wir kürzlich getestet haben, erwies sich im Zusammenspiel mit einem Samsung Galaxy Tab 10.1 als unzuverlässig, ständig gingen eingetippte Zeichen verloren.

9 Hotkeys

Doch die Bluetooth-Tastatur von Cherry nahm diese Hürde problemlos: Wir tippten selbst lange Texte vollkommen verlustfrei und ohne Unterbrechungen und Datenverlust auf unserem Androiden ein. Auch die eigentlich für das iPad eingerichteten Hotkeys arbeiteten mit einer Ausnahme (der Taste für das Ein- und Ausschalten der Bildschirm-Tastatur) zuverlässig. Konkret bedeutet das: Sie können sowohl auf dem iPad als auch auf dem Android-Tablet den Startbildschirm per Druck auf F1 aufrufen und mit der Taste F2 die Suchfunktion starten. In der daraufhin folgenden Trefferliste können Sie problemlos mit den Pfeiltasten und der Tabulatortaste navigieren. Im Zusammenspiel mit der Tabulatortaste können Sie fast komplett ohne Touchscreen auf dem Tablet navigieren. Ob Sie damit immer schnell sind, als wenn Sie den Touchscreen nutzen, ist aber eine andere Frage.
Die weiteren Hotkeys dienen der Bedienung des Media-Players. Auch das klappte auf iPad wie Android-Tablet gleichermaßen zuverlässig. Leider gibt es nicht die Möglichkeit, die Hotkeys mit eigenen, frei wählbaren Funktionen zu belegen. Somit kann man nicht per Tastendruck beispielsweise den Browser, das Mailprogramm oder eine Office-Anwendung starten. Schade.

Einfache Verbindungsaufnahme

Die Datenübertragung zwischen Tastatur und Tablet erfolgt via Bluetooth, in der mitgelieferten gedruckten Bedienungsanleitung steht genau beschrieben, wie man die beiden Geräte miteinander koppelt. Das klappte im Test sowohl mit iPad 2 als auch mit dem Galaxy Tab 10.1 einwandfrei auf Anhieb.

Akku

Der Lithium-Ionen-Polymer-Akku ist fest eingebaut und wird über das mitgelieferte USB-Ladekabel aufgeladen (eine Ladung soll laut Cherry mehrere Wochen halten). Wie so oft bei Bluetooth-Tastatur benötigen Sie also einen eingeschalteten PC beziehungsweise einen stromführenden USB-Port, um die Tastatur aufzuladen. Das ist nicht immer praktisch. Ebenfalls etwas unpraktisch: Man sieht nicht den Ladestand des Akkus, sondern wird erst durch eine rot blinkende LED gewarnt, wenn der Akku leer wird. An der Rückseite befinden sich Ein-/Ausschalter und Verbindungsschalter.

Haptik der Cherry KW 6000

Die Tastatur besitzt einen guten Tastenanschlag. Man kann flott darauf tippen. Die Abstände der einzelnen Tasten sind angenehm. Die Haptik ist für eine derart flache Tastatur gut, der deutlich spürbare Anschlag der Tasten erleichtert deutlich das Tippen. Die fehlende Handballenauflage mögen Vieltipper vermissen, außerdem wäre es gut, wenn man die Tastatur aufstellen könnte. Wer oft Zahlenkolonnen eintippen muss, wird den Nummernblock vermissen.

Flüsterleise

Besonders gut gefiel uns: Die Tastatur ist sehr leise, geradezu flüsterleise. Sie können damit also problemlos auch in einer Bibliothek oder während eines Vortrags oder Meetings tippen.

Handling

Die Tastatur liegt absolut rutschfest auf dem Schreibtisch. Will man damit auf der Couch hantieren, ist cleveres Handling gefragt. Schließlich müssen Tablet und Tastatur ausbalanciert werden. Es besteht leider keine Möglichkeit, das Tablet fest mit der Tastatur zu verbinden. Das hat aber auch Vorteile: Denn die Tastatur allein ist deutlich handlicher, wenn sie nicht in Verbindung mit dem Tablet steht.
Die maximale Funkreichweite gibt Cherry mit zirka zehn Meter an, wobei das in der Praxis keine Rolle spielt.
Lieferumfang: Tastatur, USB-Ladekabel und gedruckte Kurzanleitung in mehreren Sprachen, darunter auch in deutscher Sprache.

Preis

Die Cherry KW 6000 ist für knapp über 40 Euro im Internethandel erhältlich. Cherry gibt die üblichen zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung. Cherry verkauft die KW 6000 übrigens alternativ auch mit einer US-Englisch-Tastatur mit Euro-Symbol.

Fazit zur Cherry KW 6000

Für Vieltipper ist die Cherry KW 6000 ein leistungsfähiges Werkzeug mit ansprechender Optik, wertiger Verarbeitung und angenehm leisen Tastenanschlag. Die Tastatur lässt sich gleichermaßen gut für iOS und Android nutzen.
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