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Die besten Multimedia-Player

04.02.2009 | 15:15 Uhr |

Apple hat kürzlich die iPod-Serie erneuert und damit den Standard für Multimedia-Player neu definiert. Sie sind aber nicht immer die beste Wahl. Manche Konkurrenzprodukte sind in Teilbereichen besser.

„iPod“ ist beinahe schon zum Namen einer Gerätekategorie geworden – oft spricht man von iPod, obwohl ein ganz normaler MP3-Player gemeint ist. Diese Bezeichnung wiederum ist veraltet, heute müsste es eigentlich fast immer Multimedia-Player heißen. Denn aktuelle Geräte spielen Musik nicht nur im MP3-Format ab, sondern beherrschen auch viele andere Codecs wie Flag, Ogg und Wav. Andererseits besitzen die meisten mobilen Player auch ein Display, und stellen darauf auch etwa Videos, Bilder und Texte dar. Die Konkurrenzprodukte können den Apple-Playern gerade im Preissegment bis 100 Euro das Wasser reichen - sie bieten oft sogar eine höhere Klangqualität. Auch gibt es eine Vielzahl von Spezialisten unter den Multimedia-Playern, die Dinge können an die Apple noch nicht einmal gedacht hat, an deren Integration nicht interessiert ist oder das lieber der iPod-Zubehörindustrie überlässt.

Das kann der perfekte Multimedia-Player

Natürlich ist der Speicherplatz wichtig. Er entscheidet, wie viel Musik und andere Medien Sie auf Ihrem Player speichern können. Allerdings ist die Kapazität nicht mehr das Maß aller Dinge, was am Preisverfall der Speicherchips liegt. Heute bekommen Sie ein 4-GB-Modell für etwa 1000 Lieder schon für unter 40 Euro. Aber auch 8-GB-Modelle sind kaum teurer. Und bei Festplatten-Playern liegt der Preis pro GB meist sogar deutlich unter 5 Euro. Der üppige Speicherplatz hat jedoch ein neues Problem geschaffen: Man kann seine riesige Musikbibliothek in ihrer Fülle überhaupt nicht mehr nutzen. Denn wer hunderte Alben verschiedener Genres auf einem winzigen Gerät hat, verliert schnell den Überblick. Meist stellt man sich einige Listen mit Lieblingsliedern zusammen und die restliche Sammlung gerät in Vergessenheit – dafür hätte eigentlich ein 4-GB-Modell völlig ausgereicht. Dieses Problem haben die Player-Hersteller erkannt und gehen es auf zweierlei Art an. Einerseits wollen sie das Navigieren in der Bibliothek und das Zusammenstellen passender Playlists erleichtern (siehe Punkt „Musikbibliothek wiederentdecken“). Andererseits kommen Spezialfunktionen zum Einsatz, die eine große Musiksammlung mehr oder weniger überflüssig machen.

Musikbibliothek wiederentdecken

Die Kenndaten einer durchschnittlichen Musikbibliothek lauten „738 Titel, 1,9 Tage, 3,21 GB“. Da fällt es schwer den Überblick zu behalten. Sortieren Sie nach Alben oder Genre, dann lassen sich die täglichen Vorlieben schnell befriedigen. Oder Sie legen Playlisten an, um Ihre Lieblingslieder zu sortieren. Dadurch geraten aber viele Lieder in Vergessenheit. Vielleicht verlieren Sie aber auch aufgrund des Aufwands, den die Listenerstellung mit sich bringt, die Lust am mobilen Musiker. Als erste Abhilfe haben die Hersteller die Shuffle-Funktion erfunden, die mittlerweile jeder Player beherrscht. Nach dem Zufallsprinzip spielt er dann einen Titel nach dem anderen ab. Der Nachteil: Es kann passieren, dass auf ein Panflöten-Titel einer Meditations-CD eine Deathmetal-Live-Aufnahme folgt.

Besser sind „intelligente“ Listengeneratoren wie beispielsweise die Genius-Funktion von Apple, die in den aktuellen iPods mit Display sowie in iTunes integriert ist. Dort werkelt kein Zufallsgenerator und kein programmierter Algorithmus, sondern der Musikgeschmack der iPod-Gemeinde. So funktioniert’s: Klicken Sie beispielsweise auf „Visage Fade To Grey“ und das Genius-Icon, dann erscheinen 20 weitere Musiktitel aus Ihrer Bibliothek, die andere User außer „Fade To Grey“ oft und gerne hören. In diesem Beispiel sind das nacheinander etwa „Big in Japan“ von Alphaville, „Rock me Amadeus“ von Falco, „Look of Love“ von ABC und so weiter. Voraussetzung ist jedoch, dass man die Daten seiner Musikbibliothek einmal an Apple übermittelt, was laut Hersteller jedoch in anonymisierter Form geschieht.

Spezialisten für mobilen Zeitvertreib

Sind Sie der immer gleichen Musiktitel überdrüssig, können Sie sich nun auch mit speziellen Extras die Zeit vertreiben. Schauen Sie doch einfach Videos oder Videopodcasts – das macht umso mehr Spaß, je größer das Display ist. Ebenfalls sehr kurzweilig sind Modelle mit einem DVB-T-Empfänger, der jedoch eine besonders gute Empfangsleistung haben muss. Schließlich soll er nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs und unter erschwerten Empfangsbedingungen ein ruckelfreies Bild liefern.
Eine riesige Musiksammlung brauchen Sie auch dann nicht mehr, wenn Sie die Radio-Funktion des Multimedia-Players nutzen. Auch hier sollten Sie vor dem Kauf die Empfangsleistung und die Klangqualität prüfen – findet der Player im Geschäft nur wenige störungsfreie Sender, sollten Sie ein anders Modell ausprobieren. Groß im Kommen sind auch mobile Webradio-fähige Multimedia-Player, die per WLAN Zugang zu zahllosen kostenlosen Stationen im Internet finden.

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