22.08.2012, 08:30

Hans-Rolf Rautenberg

Bildbearbeitung

Photoshop CS6 Final im Test

Die verbesserte “inhaltsbasierte” Retusche entfernt unerwünschte Objekte einfach und spurlos

Adobe Photoshop erscheint in der Version CS6 mit zahlreichen wichtigen Verbesserungen, die vor allem auch die Nutzung der Software vereinfachen.
So lassen sich Bildfehler deutlich genauer als bisher korrigieren. Dabei hilft die neue Adaptive Weitwinkelkorrektur, die verbogene Kanten in Weitwinkel- und Fisheye-Aufnahmen glättet. Falls Photoshop ein Profil des verwendeten Objektivs vorliegt, bietet das Programm sogar eine vollautomatische Korrektur an. Ansonsten biegt man einzelne Verzerrungen im Bild von Hand gerade, indem man Linien oder Rechtecke einzeichnet.

Retusche lässt sich genauer steuern

Auch beim Entfernen störender Bildteile macht Photoshop große Fortschritte. Die schon in CS5 eingeführte „inhaltssensitive“ Retusche heißt jetzt „inhaltsbasiert“ und lässt sich in CS6 viel genauer steuern. Die Wirkung einer Retusche lässt sich vorab besser einschätzen, überflüssige Bilddetails schummeln sich garantiert nicht mehr in die Korrekturzone.
Neu ist auch das „Inhaltsbasierend-verschieben-Werkzeug“: Der Nutzer wählt ein Hauptmotiv grob mit ein paar Klicks aus und zieht es an eine andere Stelle im selben Foto. Die Software glättet vollautomatisch alle Übergänge und die Lücke an der ursprünglichen Position; verbleibende kleine Fehler lassen sich mühelos mit Kopierstempel oder anderen Werkzeugen ausgleichen.

Neue Kontrastautomatik und neue Effekte

Bei der Tonwertkorrektur hat sich weniger getan. Eine neue Kontrastautomatik liefert jedoch gute Ergebnisse. Sie dehnt anders als bisherige Verfahren nicht nur den Tonwertumfang aus, sondern verändert auch Mitteltöne; so wirken die Ergebnisse ausgeglichener. Die Farbstimmung bleibt generell unverändert.
Noch etwas stärker greifen die neuen Color-Lookup-Effekte ins Bild ein. Als verlustfreie Einstellungsebene, aber ohne jede Feinsteuerung, bieten sie unauffällige bis dramatische Farb- und Kontraständerungen, darunter der zeitgeistige, grelle Bleach-Bypass-Effekt, Kerzenlicht, Pastell- oder Herbstfarben.
Die Color-Lookup-Technik vereinheitlicht auch die Farbstimmung bei Filmen und Fotos, die mit der neuen, eingängigen Videotechnik von Photoshop CS6 kombiniert werden. Photoshop bietet nicht gerade die Profi-Videographie von Premiere oder After Effects – aber man kann kleinere Clips mühelos kombinieren, mit Text und Musik ausstatten und mit fast beliebigen Photoshop-Korrekturen aufwerten. 

Detailverbesserungen bei Ebenen

Die Arbeit mit komplexen Montagen wird jetzt einfacher. So verbirgt man im Ebenen-Bedienfeld einzelne Ebenenarten, um mehr Übersicht zu schaffen. Beispielsweise verschwinden alle Einstellungsebenen oder alle Ebenen mit einem bestimmten Namensteil. Ebenengruppen lassen sich mit einem gemeinsamen Ebeneneffekt ausstatten und gemeinsam als Schnittmaske nutzen. Zudem kann man für mehrere Ebenen gemeinsam Farbcode, Überblendverfahren oder Sperrung ändern – kleine Erleichterungen, die Routiniers zu schätzen wissen.
Der Raw-Dialog zeigt alle Verbesserungen, die schon bei Lightroom 4 auftauchten: Die grundlegende Kontrastkorrektur wurde völlig neu programmiert, ist jetzt deutlich übersichtlicher und verhindert zuverlässiger ausgefressene Lichter. Auch der örtliche Raw-Korrekturpinsel arbeitet vielseitiger als zuvor.

Fazit des Tests von Adobe Photoshop CS6

Die vielen Verbesserungen haben Photoshop gut getan und machen den Einsatz der umfangreichen Software noch einfacher.
Anbieter Adobe  
Voraussetzungen (Herstellerangaben)
Prozessor / Arbeitsspeicher Intel Pentium 4 or AMD Athlon 64 processor, I GB RAM
Plattenplatz 1 GB
Betriebssysteme Windows XP mit Service Pack 3 oder Windows 7 mit Service Pack 1
Kopierschutz verhindert Kopie auf Festplatte / DVD: nein, aber Aktivierung
Ausstattung und Funktionen (45 %) Gewichtung Note
Unterstützung aller wichtigen Rohdatenformate 4 % ja 1,00
Unterstützung aller wichtigen Bitmap-Formate 4 % ja 1,00
Unterstützung aller wichtigen Vektor-Formate 2 % ja 1,00
Manuelle Korrektur der grundlegenden Bildparameter 4 % ja 1,00
Korrektur von Verzerrungen wie Linsenfehlern oder stürzenden Linien 4 % ja 1,00
Mal-, Auswahl- und Bearbeitungswerkzeuge 4 % ja 1,00
Ebenen-Palette 4 % ja 2,00
Bearbeitung mehrerer Bilder per Stapelverarbeitung 3 % ja 1,00
Nichtdestruktive Bildkorrektur 3 % ja 1,00
Integrierte Bildverwaltung 4 % ja 3,00
Wiedergabe als Diashow 4 % ja 3,00
Druckmöglichkeit 3 % ja 3,00
Brennen von Foto-Datenträgern 2 % nein 6,00
Ausstattung und Funktionen Summe 45 % Zwischennote 1,80
Leistung und Zuverlässigkeit (35%)
Qualität der Schnellkorrektur / Retusche 6 % sehr gut 1,00
Freistellen von Personen / Objekten 5 % einfach 2,00
Entfernen von Objekten 5 % sehr einfach 1,00
Fotosuche anhand von zusätzlichen Infodaten 5 % sehr gut 1,00
Hochladen von Bildern zu Online-Portalen 4 % nein 6,00
Erstellen von Kalendern, Karten und ähnlichem 5 % nein 6,00
Erstellen von Fotobüchern / Online-Alben 5 % nein / ja 3,00
Leistung und Zuverlässigkeit Summe 35 % Zwischennote 2,71
Bedienung und Dokumentation (20%)
Bedienelemente selbsterklärend / deutsch 4 % weitgehend / ja 2,00
Handhabung (persönliche Meinung des Testers) 4 % einfach 2,00
Kosten für Hilfe von einem Mitarbeiter 3 % Ortsgespräch, 9 - 17 Uhr 2,00
Hilfefunktion / gedruckte Bedienungsanleitung 4 % ausreichend / nein 4,50
Menüs für Einsteiger / Fortgeschrittene / Profis 3 % Menüs individualisierbar, aber nicht ab Installation verschiedene Menüs wählbar 6,00
Hilfe im Internet / Anleitung verfügbar / deutsch 2 % ja, v.a. auch Videos; Hilfe-Textseiten sind spröde 3,00
Bedienung und Dokumentation Summe 20 % Zwischennote 3,20
Testnote gut 2,40
Preis (UVP des Herstellers) 950 Euro
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