Bildbearbeitung

Photo Director 3 im Test

Montag, 14.05.2012 | 09:00 von Dirk Bongardt
Fotostrecke Photo Director 3 bietet professionelle Effekte, um Bildern ein besonderes Aussehen zu geben, beispielsweise unterschiedliche Tönungen
© Cyberlink
Mit dem Photo Director 3 will Cyberlink nach eigenen Angaben den gesamten fotografischen Workflow vom Import über die Bildbearbeitung bis zu Druck und Präsentation bedienen, ohne dass man ein weiteres Programm benötigt. Im Test haben wir uns angesehen, inwieweit die Software diesem Anspruch genügt.
Da ist zunächst einmal der Import: Hier brilliert die Software mit einer Fülle unterstützter RAW-Formate und kennt auch noch die wichtigsten Bitmap-Formate. Vektor-Formate dagegen kann Photo Director 3 - wie auch nicht anders zu erwarten - nicht öffnen.

Viele Filterfunktionen in der Bildverwaltung

Sind die Bilder importiert, stehen alle grundlegenden Funktionen einer Bildverwaltung zur Verfügung. Wir konnten die Fotos mit Tags versehen, sie mit einem bis fünf Sternen bewerten, ihnen eine Farbmarkierung zuweisen, und auch die IPTC- und Exif-Metadaten sind im Photo Director nur einen Mausklick entfernt. Anhand dieser Vorgaben lässt sich der Bildbestand mit ein paar Mausklicks filtern, so dass nur noch Motive in der Übersicht erscheinen, die den gewählten Kriterien entsprechen.

Was uns hingegen gefehlt hat, war die inzwischen in vielen Bildverwaltungen enthaltene Möglichkeit, Gesichtern Namen zuzuweisen und den Bildbestand dann gezielt nach bestimmten Personen zu durchsuchen. Auch das nachträgliche Zuweisen von Geodaten ist im Photo Director 3 nicht vorgesehen.

Korrekturfunktionen wurden erweitert

Erst auf den zweiten Blick erschloss sich uns der logische Unterschied zwischen den beiden Programmmodulen „Anpassung“ und „Bearbeiten“, denn über beide lassen sich Bildänderungen vornehmen. Bei den unter „Anpassung“ angebotenen Bildbearbeitung  handelt es sich um nicht-destruktive Korrekturen von Weissabgleich, Tonwerten, Schärfe, Bildrauschen und Verzerrungen. Haben wir bei der letzten Version (Photo Director 2011) noch bemängelt, dass Korrekturfunktionen zur Behebung perspektivischer Verzerrungen und der typischen tonnen- oder kissenförmigen Objektivfehler nicht möglich waren, bietet Version 3 jetzt beide Funktionen. Ihre Bedienung ist zudem deutlich intuitiver als bei etlichen Mitbewerbern. So nennt sich die Funktion zur Behebung stürzender Linien hier „Trapezkorrektur“ und ermöglicht es mit Hilfe zweier Regler, die Perspektive in waagerechte und senkrechte Richtung zu kippen. Ein dabei über das Bild gelegtes Gitternetz hilft, die Genauigkeit dieser Korrektur abzuschätzen.

Objekte entfernen und bearbeiten

Die unter „Bearbeiten“ abgelegten Funktionen bieten weitergehende Retuschemöglichkeiten, erfordern aber auch ein Speichern des Resultats, wenn es denn erhalten bleiben soll. Eines der hier verfügbaren Werkzeuge nennt sich „Objektentfernung“ und ermöglicht es, ähnlich wie mit einem Klonpinsel einen ausgewählten Bereich durch einen anderen Bildbereich zu ersetzen. Die Hintergrundentfernung dient dagegen dazu, eines oder mehrere Objekte freizustellen. Der Hintergrund wird dabei durch Transparenz ersetzt. So sind sogar einfache Bildmontagen möglich, wenngleich der Photo Director hier nicht ganz so viel Komfort bietet wie eine klassische Bildbearbeitung mit Ebenen-Werkzeug im Photoshop-Stil.

Nach wie vor zu mager finden wir das Modul „Diashow“. Die Anzeigedauer lässt sich nicht individuell pro Bild festlegen, ebensowenig die Übergangseffekte, von denen es gerade einmal drei gibt. Möglich ist aber immerhin, die einzelnen Bilder individuell zu beschriften, die Diashow als Video zu exportieren und auch gleich an Youtube zu übertragen. Videos lassen sich außerdem bis zum Full-HD-Format von 1.920 x 1.080 Bildpunkten rendern und wahlweise mit dem H.264-, dem MPEG-4- oder dem WMV-Codec speichern.

Fein gelöst ist die Druck-Option: Durch Angabe von Zeilen und Spalten lässt sich regeln, wie viele Bilder auf eine Druckseite passen. Photo Director bringt dann alle zuvor ausgewählten Bilder zu Papier und gewährleistet so einen sparsamen Umgang mit dem immer noch relativ teuren Fotopapier. Optionen, um Kalender, Schmuckbilder oder Fotobücher zu drucken, fehlen jedoch.

Fazit des Tests der Bildbearbeitung Photo Director 3

Der Nutzer bekommt eine vielseitige Software, die einen großen Teil des fotografischen Workflows abdeckt. Die Zahl unterstützter Rohdatenformate ist imposant, die Bearbeitungsmöglichkeiten sind durchdacht und intuitiv. Doch beim Erstellen von Diashows und dem Fotodruck bleibt noch Spielraum für Verbesserungen.

Anbieter Cyberlink
Voraussetzungen (Herstellerangaben)
Prozessor / Arbeitsspeicher Intel Pentium D 3,0 Ghz oder besser/2 GB
Plattenplatz 1 Gigabyte
Betriebssysteme Windows 7, Vista, XP (SP3)
Kopierschutz verhindert Kopie auf Festplatte / DVD: nein/nein
Ausstattung und Funktionen (50 %) Gewichtung Note
Unterstützung aller wichtigen Rohdatenformate 4 % ja 1,00
Unterstützung aller wichtigen Bitmap-Formate 4 % ja 1,00
Unterstützung aller wichtigen Vektor-Formate 2 % nein 6,00
Manuelle Korrektur der grundlegenden Bildparameter 4 % ja 1,00
Korrektur von Verzerrungen wie Linsenfehlern oder stürzenden Linien 4 % ja 1,00
Mal-, Auswahl- und Bearbeitungswerkzeuge 4 % ja 1,00
Ebenen-Palette 4 % nein 6,00
Bearbeitung mehrerer Bilder per Stapelverarbeitung 3 % ja 1,00
Nichtdestruktive Bildkorrektur 3 % ja 1,00
Integrierte Bildverwaltung 4 % ja 1,00
Wiedergabe als Diashow 4 % ja 1,00
Druckmöglichkeit 3 % ja 1,00
Brennen von Foto-Datenträgern 2 % nein 6,00
Ausstattung und Funktionen Summe 45 % Zwischennote 1,89
Leistung und Zuverlässigkeit (35%) Gewichtung Note
Qualität der Schnellkorrektur / Retusche 6 % gut 2,00
Freistellen von Personen / Objekten 5 % sehr einfach 1,00
Entfernen von Objekten 5 % einfach 2,00
Fotosuche anhand von zusätzlichen Infodaten 5 % gut 2,00
Hochladen von Bildern zu Online-Portalen 4 % ja 1,00
Erstellen von Kalendern, Karten und ähnlichem 5 % nein 5,00
Erstellen von Fotobüchern / Online-Alben 5 % nein 5,00
Leistung und Zuverlässigkeit Summe 35 % Zwischennote 2,60
Bedienung und Dokumentation (15%) Gewichtung Note
Bedienelemente selbsterklärend / deutsch 4 % weitgehend 3,00
Handhabung (persönliche Meinung des Testers) 4 % relativ einfach 2,00
Kosten für Hilfe von einem Mitarbeiter 3 % Festnetzrufnummer 2,00
Hilfefunktion / gedruckte Bedienungsanleitung 4 % ausreichend 3,00
Menüs für Einsteiger / Fortgeschrittene / Profis 3 % nein/ja/nein 3,00
Hilfe im Internet / Anleitung verfügbar / deutsch 2 % ja/ja/ja 1,00
Bedienung und Dokumentation Summe 20 % Zwischennote 2,45
Testnote gut 2,25
Preisurteil noch preiswert
Preis (UVP des Herstellers) 100 Euro
Montag, 14.05.2012 | 09:00 von Dirk Bongardt
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