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Gimp Fotostudio im Test

05.09.2012 | 08:30 Uhr |

Die Bildbearbeitung Gimp hat einen ausgezeichneten Ruf – nicht zuletzt deshalb, weil sie quelloffen und kostenlos im Internet zu bekommen ist. Lohnt es sich also, 20 Euro für eine Box-Version zu zahlen?

Dass „Gimp Fotostudio“ kein Download-Produkt ist, sondern in einem schmucken, voluminösen DVD-Cover daher kommt, dürfte noch nicht jeden überzeugen. Beim Aufklappen des Coverdeckels fällt uns aber der erste echte Mehrwert ins Auge: ein 184-seitiges gedrucktes Handbuch in deutscher Sprache. Dieses Handbuch erklärt alle wesentlichen Funktionen und Bedienelemente der Bildbearbeitung, und umfasst eine Reihe von Übungen, die dem Leser helfen, den Umgang mit dem Programm zu verinnerlichen. An vielen Stellen nimmt das Handbuch Bezug auf Zusatzmaterial – (insbesondere Bilder), das sich auf der DVD befindet. Wer die Übungen durcharbeitet, kann seine Ergebnisse dann mit den (allerdings nur schwarzweissen) Abbildungen im Buch vergleichen und so seine Fortschritte überprüfen. Profi-Bildbearbeiter, die Gimp von der ersten Stunde an im Einsatz haben, dürften freilich nicht mehr viel dazulernen.

 Zusatznutzen der DVD  nicht sofort erkennbar

Es fehlt eine handliche, intuitive Bedienerführung, über die sich der DVD-Inhalt durchstöbern und nutzen lässt. So bleibt dem Nutzer nur, sich die diversen Unterordner und ihre Inhalte in einem Windows-Ordner anzusehen. Das ist schade, denn dadurch dürften dem einen oder anderen interessante Funktionen entgehen: Gleich eine ganze Reihe von Plug-ins, die Programmiersprache Python und eine Reihe von Scripten erweitern den Funktionsumfang von Gimp ebenso wie das PSPI-Plug-in, mit dessen Hilfe sich viele der für die Photoshop-Schnittstelle entwickelten Filter auch mit Gimp nutzen lassen.

Auch an Bildmaterial fehlt es nicht: Rund 4.000 Fotos und knapp 5.000 freigestellte Objekte (etwa für Fotomontagen) sind auf der DVD. Und wer sich die Bedienung lieber zeigen lassen möchte als sie sich mit dem Handbuch zu erarbeiten, der findet eine knappe Stunde Videomaterial, in der die Handhabung von GIMP erläutert wird.

Angesichts dieser Fülle ist es wirklich schade, dass BHV keinen Programmierer beauftragt hat, der DVD eine Nutzeroberfläche zu spendieren, über die sich die Materialien hätten aufrufen, öffnen und – im Falle der Plug-ins – einrichten lassen. So muss der Nutzer selber herausfinden, wohin er beispielsweise die Scripte und die Python-Plug-ins kopieren muss, um sie nutzen zu können. Und was sie ihm überhaupt bringen.

Fazit zum Test der Bildbearbeitung Gimp

Den Nutzen der Software wird daher jeder etwas anders interpretieren: Gimp-Profis sparen  immerhin die Zeit, sich das geballte Zusatzmaterial mühsam zusammenzusuchen. Gimp-Einsteiger finden in Handbuch und Video-Tutorials eine umfassende, verständliche Einführung in die Arbeit mit dem Programm, sind aber vielleicht mit Plug-ins und Scripten ein wenig überfordert. In jedem Fall gibt es – neben der eigentlichen Software – noch eine Menge an Beigaben, die den Preis durchaus rechtfertigen.

Anbieter

BHV

Voraussetzungen (Herstellerangaben)

Prozessor / Arbeitsspeicher

Intel od. AMD 1 GHz / 512 MB

Plattenplatz

200 MB

Betriebssysteme

Windows 7, Vista, XP (SP2)

Kopierschutz verhindert Kopie auf Festplatte / DVD:

nein/nein

Ausstattung und Funktionen (45 %)

Gewichtung

Note

Unterstützung aller wichtigen Rohdatenformate

4 %

ja (über Plug-in)

1,00

Unterstützung aller wichtigen Bitmap-Formate

4 %

ja

1,00

Unterstützung aller wichtigen Vektor-Formate

2 %

nein

6,00

Manuelle Korrektur der grundlegenden Bildparameter

4 %

ja

1,00

Korrektur von Verzerrungen wie Linsenfehlern oder stürzenden Linien

4 %

ja

1,00

Mal-, Auswahl- und Bearbeitungswerkzeuge

4 %

ja

1,00

Ebenen-Palette

4 %

ja

1,00

Bearbeitung mehrerer Bilder per Stapelverarbeitung

3 %

nein

6,00

Nichtdestruktive Bildkorrektur

3 %

ja

1,00

Integrierte Bildverwaltung

4 %

nein

6,00

Wiedergabe als Diashow

4 %

nein

6,00

Druckmöglichkeit

3 %

ja

1,00

Brennen von Foto-Datenträgern

2 %

nein

6,00

Ausstattung und Funktionen Summe

45 %

Zwischennote

2,67

Leistung und Zuverlässigkeit (35%)

Gewichtung

Note

Qualität der Schnellkorrektur / Retusche

6 %

sehr gut

1,00

Freistellen von Personen / Objekten

5 %

relativ einfach

2,00

Entfernen von Objekten

5 %

relativ einfach

2,00

Fotosuche anhand von zusätzlichen Infodaten

5 %

nicht möglich

6,00

Hochladen von Bildern zu Online-Portalen

4 %

nein

6,00

Erstellen von Kalendern, Karten und ähnlichem

5 %

grundsätzlich möglich, aber nicht explizit angeboten

4,00

Erstellen von Fotobüchern / Online-Alben

5 %

nicht möglich

6,00

Leistung und Zuverlässigkeit Summe

35 %

Zwischennote

3,71

Bedienung und Dokumentation (20%)

Gewichtung

Note

Bedienelemente selbsterklärend / deutsch

4 %

weitgehend/ja

2,00

Handhabung (persönliche Meinung des Testers)

4 %

anspruchsvoll

3,00

Kosten für Hilfe von einem Mitarbeiter

3 %

kostenlos

1,00

Hilfefunktion / gedruckte Bedienungsanleitung

4 %

ja/ja

1,00

Menüs für Einsteiger / Fortgeschrittene / Profis

3 %

nein/nein/ja

4,00

Hilfe im Internet / Anleitung verfügbar / deutsch

2 %

ja/ja/ja

1,00

Bedienung und Dokumentation Summe

20 %

Zwischennote

2,05

Aufwertung

umfangreiche Ergänzungen und frei verwendbare Bilder

0,50

Testnote

gut

2,41

Preisurteil

günstig

Preis (UVP des Herstellers)

20 Euro

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