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DxO Optics Pro 7 Elite im Test

23.08.2012 | 08:30 Uhr |

DxO Optics Pro 7 Elite ist im wesentlichen ein RAW-Entwicklerwerkzeug, das für den Einsatz ganz am Anfang des Bildbearbeitungs-Workflows konzipiert wurde. Mit einem Preis von knapp 300 Euro richtet sich das Programm an semiprofessionelle und professionelle Nutzer.

Die Entwickler haben denn auch konsequent auf Funktionen verzichtet, die nicht unmittelbar zum Workflow gehören: Diashow- oder Brennmöglichkeiten und sogar eine Druckfunktion suchten wir vergeblich. Das Register „Organisieren“ beherbergt nur eine ganz rudimentäre Bildverwaltung, die weder Tagging noch Verschlagwortung ermöglicht.

Doch bei seiner Kernaufgabe, der optischen Aufbereitung von Fotos, überrascht die Software positiv: Zu jedem ausgewählten Foto schlägt die Software ein Preset von Optimierungen vor. Wir haben das mit von anderen Programmen bereits vor-optimierten JPG-Fotos getestet und konnten meist noch deutliche Verbesserungen erzielen.

Highlight sind die nachladbaren „optischen DxO-Module“

Hinter dem sperrigen Begriff stecken Voreinstellungen, die jeweils ganz genau auf eine bestimmte Kamera-Objektiv-Kombination abgestimmt sind. Linsenverzeichnungen, Aberrationen oder ein sensor-typisches Bildrauschen lassen sich damit extrem präzise korrigieren. Auch zur Bereinigung von haltungsbedingten Bildfehlern wie schiefen Horizonten oder perspektivischen Verzerrungen hat  DxO Optics Pro 7 Elite mehrere in der Anwendung simple, im Ergebnis tadellose Werkzeuge. Einzig das „Anti-Staub-Werkzeug“ erfordert Übung. Das lässt neben Staub auch andere kleine Störungen verschwinden. Bei unseren ersten Versuchen ging das jedoch nicht ohne sichtbare Spuren ab. Das ist allerdings nicht weiter tragisch: Da die Software Bilder ausschließlich nicht-destruktiv bearbeitet, entsteht auch bei massiven Bedienfehlern kein bleibender Schaden.

Schwerpunkt Automatisierung

Bei Gegenlichtaufnahmen hellte die Software den zu dunkel geratenen Vordergrund auf, wie es bei der Aufnahme ein Aufhellblitz getan hätte, die verzerrten Randbereiche von Weitwinkel-Aufnahmen bekamen ihre natürliche Gestalt zurück, und auf den ersten Blick ausgefressene Spitzlichter erhielten ihre Zeichnung zurück, ohne dass wir auch nur einen Regler hätten verschieben müssen.

Die Einarbeitung in den Umgang mit der Software unterstützt ein „Erste Schritte-Assistent“, die Oberfläche kann im Einsteiger- oder Fortgeschrittenen-Modus genutzt werden, und ein erstaunlich umfassendes Handbuch im PDF-Format erläutert jeden Schritt des Workflow.

Fazit zum Test der Bildbearbeitung DxO Optics Pro 7 Elite

Die Software ist beileibe keine Allround-Bildbearbeitung, sondern ein Spezialwerkzeug zur (weitgehend) automatisierten RAW-Entwicklung und zur Korrektur fertiger Bilder. Der hohe Grad an Automatisierung erspart Profis Zeit. Ambitionierte Amateure dürften aber die fehlenden Ausgabe- und Präsentationsmöglichkeiten ebenso vermissen wie eine echte Verwaltungsfunktion.

Anbieter

DxO Labs  

Voraussetzungen (Herstellerangaben)

Prozessor / Arbeitsspeicher

Intel Core 2 Duo oder höher/ AMD Athlon 64 X2 oder höher / 2 GB

Plattenplatz

400 MB

Betriebssysteme

Windows 7, Vista, XP (SP3)

Kopierschutz verhindert Kopie auf Festplatte / DVD:

nein/nein

Ausstattung und Funktionen (50 %)

Gewichtung

Note

Unterstützung aller wichtigen Rohdatenformate

4 %

ja

1,00

Unterstützung aller wichtigen Bitmap-Formate

4 %

Nur JPEG, DNG und TIFF

3,00

Unterstützung aller wichtigen Vektor-Formate

2 %

nein

6,00

Manuelle Korrektur der grundlegenden Bildparameter

4 %

ja

1,00

Korrektur von Verzerrungen wie Linsenfehlern oder stürzenden Linien

4 %

ja

1,00

Mal-, Auswahl- und Bearbeitungswerkzeuge

4 %

eingeschränkt

4,00

Ebenen-Palette

4 %

nein

6,00

Bearbeitung mehrerer Bilder per Stapelverarbeitung

3 %

ja

1,00

Nichtdestruktive Bildkorrektur

3 %

ja

1,00

Integrierte Bildverwaltung

4 %

nein

6,00

Wiedergabe als Diashow

4 %

nein

6,00

Druckmöglichkeit

3 %

nein

6,00

Brennen von Foto-Datenträgern

2 %

nein

6,00

Ausstattung und Funktionen Summe

45 %

Zwischennote

3,56

Leistung und Zuverlässigkeit (35%)

Qualität der Schnellkorrektur / Retusche

6 %

sehr gut

1,00

Freistellen von Personen / Objekten

5 %

nicht möglich

6,00

Entfernen von Objekten

5 %

nicht möglich

6,00

Fotosuche anhand von zusätzlichen Infodaten

5 %

nicht möglich

6,00

Hochladen von Bildern zu Online-Portalen

4 %

nur Flickr

3,00

Erstellen von Kalendern, Karten und ähnlichem

5 %

nicht möglich

6,00

Erstellen von Fotobüchern / Online-Alben

5 %

nicht möglich

6,00

Leistung und Zuverlässigkeit Summe

35 %

Zwischennote

4,80

Bedienung und Dokumentation (15%)

Bedienelemente selbsterklärend / deutsch

4 %

weitgehend/ja

2,00

Handhabung (persönliche Meinung des Testers)

4 %

intuitiv, logisch, einfach

2,00

Kosten für Hilfe von einem Mitarbeiter

3 %

kein tel. Support, kostenloser E-Mail-Kontakt

3,00

Hilfefunktion / gedruckte Bedienungsanleitung

4 %

ja/nein

3,00

Menüs für Einsteiger / Fortgeschrittene / Profis

3 %

ja/ja/nein

2,00

Hilfe im Internet / Anleitung verfügbar / deutsch

2 %

ja/ja/ja

1,00

Bedienung und Dokumentation Summe

20 %

Zwischennote

2,25

Aufwertung

Maßgeschneiderte Module für tausende Kamera-/Objektiv-Kombinationen

0,50

Testnote

befriedigend

3,20

Preis (UVP des Herstellers)

299 Euro

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