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Beyerdynamic MMX 300 Manufaktur im Praxis-Test

16.03.2015 | 12:53 Uhr |

Robuste Bauweise, präziser Klang und edle Materialien: Das MMX 300 gilt fast als Nonplusultra in Sachen Gaming-Headsets. Wir haben die Manufaktur-Version im Praxis-Test.

Die Grund-Version des MMX 300 Manufaktur aus dem Hause des deutschen Herstellers Byerdynamic beläuft sich bereits auf satte 299 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). Doch was unterscheidet die Manufaktur von der herkömmlichen Version des MMX 300? Richtig, Sie können dieses Headset persönlich und nach eigenem Geschmack noch einmal umgestalten in Bezug auf Farbe, Technik und Materialien. Auf diese Weise lässt sich der Preis auf bis zu 394 Euro hochtreiben. Unter anderem kostet die persönliche Lasergravur auf den Außenseiten der Haltegabeln glatte 10 Euro.

Individuelle, aber teure Ausstattung

In der Grundausführung sind die Gehäuse der Ohrmuscheln in Karbon-Optik gehalten, während die restlichen Teile in Schwarz ausgeführt sind. Die Ohrpolster sind mit Velours überzogen. Doch je nach Geschmack lassen sich die Farbe und mitunter auch das Material der Ohrmuscheln, Aufhängung, Ohrpolster, des Kopfbandes, der Gabeln und des Alurings verändern. Das ist direkt beim Bestellvorgang im offiziellen Online-Shop von Beyerdynamic möglich, der Hersteller bietet Ihnen zu jeder Komponente verschiedene, vordefinierte Auswahlmöglichkeiten an.

Auf der Hersteller-Webseite nehmen Sie die Anpassungen vor und können Sie auch gleich virtuell begutachten.
Vergrößern Auf der Hersteller-Webseite nehmen Sie die Anpassungen vor und können Sie auch gleich virtuell begutachten.

So lässt sich sowohl beim Gehäuse, als auch bei der Aufhängung nicht nur zwischen weißer und schwarzer Farbe sowie der eingangs erwähnten Karbon-Optik  wählen, sondern auch, ob es sich dabei um Klavierlack oder Soft-Touch handeln soll. Bei den Ohrpolstern wird es dann noch etwas spezieller: Hier haben Sie die Wahl aus Velours in schwarz oder grau, Kunstleder und Viskoelastik. Letztere Polsterung sorgt beispielsweise dafür, dass sich die Muscheln der Kopfform etwas besser anpassen und sich danach wieder in die Ursprungsform zurückziehen. Dem Kunstleder sagen viele Nutzer eine bessere Geräuschisolierung nach, während andere den Stoffüberzug favorisieren, da hier der Träger nicht allzu schnell ins Schwitzen kommt. Letztendlich kommt es hier aber auf den persönlichen Geschmack und die eigene Wahrnehmung an. In unserer Version haben wir den Velours-Überzug gewählt.

Das Kopfband besteht immer aus Kunstleder und ist nur in Weiß oder Schwarz erhältlich. Bei den Gabeln und dem Aluring dürfen Sie aus acht Farben wählen, darunter auch etwas exotischere Farben wie Champagner, Türkis oder sogenanntes Popgrün. Auf die Außenseiten der Gabeln lässt sich auch eine Personalisierung lasergravieren: Das bietet sich beispielsweise an für das eigene Spieler-Pseudonym oder den Gaming-Klannamen – natürlich haben Sie hier die freie Wahl. Die Gravur erfolgt in weißer Farbe und beschränkt sich auf maximal 14 Zeichen, eine andere Schriftart lässt sich nicht definieren. Je nach Zusammenstellung kann der Preis von 299 auf maximal 394 Euro steigen – Beyerdynamic lässt sich die Individualisierung also einiges kosten. Doch das spiegelt sich unter anderem bei den eingesetzten Materialien wider: Beim Kopfband und den Gabeln setzt der Hersteller auf Metall.

Die Gabeln und das Kopfband bestehen aus Metall. Die Laser-Gravur darf maximal 14 Zeichen lang sein, eine andere Schriftart oder Farbe lässt sich nicht wählen.
Vergrößern Die Gabeln und das Kopfband bestehen aus Metall. Die Laser-Gravur darf maximal 14 Zeichen lang sein, eine andere Schriftart oder Farbe lässt sich nicht wählen.

32, 600 Ohm oder mit USB-Soundkarte

In Sachen Impedanz bietet Ihnen Beyerdynamic 32 oder 600 Ohm an. Wenn Ihnen Impedanz nichts sagt, dann hier eine stark vereinfachte Erklärung: Je höher die Impedanz ist, desto höhere Lautstärken und feinere Unterschiede zwischen verschiedenen Tonbereichen lassen sich wiedergeben. Allerdings eignet sich ein Kopfhörer mit 600 Ohm nicht für jedes Audiogerät oder für Onboard-Soundlösungen, da sie für den Betrieb nicht die erforderliche Leistung bringen. Verfügen Sie aber über eine Premium-Soundlösung auf der Hauptplatine inklusive Kopfhörerverstärker oder über eine dedizierte Soundkarte, dann bieten sich die 600 Ohm beispielsweise an. Wenn Sie das MMX 300 allerdings auch unterwegs am Smartphone oder Tablet nutzen möchten oder in keinen separaten Verstärker oder eine Soundkarte investieren möchten, dann wählen Sie 32 Ohm.

Alternativ lässt sich auch eine USB-Soundkarte für einen Aufpreis von 20 Euro wählen. Dabei handelt es sich um ein separates Teil, in das Sie den Klinkenstecker des MMX 300 einstecken, der endgültige Anschluss erfolgt dann über USB. Das biete sich beispielsweise beim Betrieb an einem Notebook an. Zusätzlich gewährt Ihnen die kleine Soundkarte auch die Möglichkeiten, die Lautstärke zu regeln und das Mikrofon stumm zu schalten. Bei unserer Testversion handelt es sich um die Variante mit 600 Ohm. Insgesamt beläuft sich der Preis unseres zusammengestellten Modells auf 364 Euro.

Bei unserem Testmodell handelt es sich um die Version mit 600 Ohm, Velours-Überzüge sowie Laser-Gravur und rote sowie schwarze Lackierung. Gesamtpreis für diese Zusammenstellung: 364 Euro.
Vergrößern Bei unserem Testmodell handelt es sich um die Version mit 600 Ohm, Velours-Überzüge sowie Laser-Gravur und rote sowie schwarze Lackierung. Gesamtpreis für diese Zusammenstellung: 364 Euro.

Beim Mikrofon lassen sich keine optischen oder technischen Änderungen vornehmen. Der Mikrofonarm ist flexibel und lässt sich auch bei Nichtgebrauch komplett nach oben klappen. Ein großer Windschutz hält unerwünschte Geräusche ab. Technisch gesehen handelt es sich um ein Kondensatormikrofon, bei dem ein kleines Membran die Schallschwingungen auffängt und umwandelt – simpel ausgedrückt. Das sorgt in der Praxis für eine sehr natürliche Wiedergabe.

Hoher Tragekomfort und Spitzenklang

Obwohl das MMX 300 knapp 400 Gramm auf die Waage bringt, ist der hohe Tragekomfort nicht von der Hand zu weisen. Zu keiner Zeit empfinden wir das im Vergleich zu anderen Headsets doch höhere Gewicht – allerdings handelt es sich hier um eine rein subjektive Meinung des Testers. Auch nach mehreren Stunden mit dem MMX 300 auf dem Kopf spüren wir keinen unangenehmen Druck. Auch finden wir nicht, dass es uns um die Ohren herum zu warm wird. Des Weiteren wird auch die Verarbeitung dem Preis definitiv gerecht, denn hier knarzt oder scheppert nichts.

Die Auslieferung des Headsets erfolgt in einem kleinen Rucksack ohne Träger, in dem sich beispielsweise auch Zubehör transportieren lässt. So ganz wird der Rucksack aber nicht dem hohen Preis gerecht, wie wir finden: Eine echte Polsterung erfolgt nicht, die Tasche besteht komplett aus Polyester. Das Kabel ist mit einer Länge von 2,5 Metern großzügig bemessen. Allerdings hätten wir uns zu diesem Preis ein mit Stoff ummanteltes, also gesleevtes Kabel gewünscht. So wäre es weniger anfällig gegen Brüche oder Schnitte und damit weitaus langlebiger. Darüber hinaus befindet sich das Kabel fix auf der linken Seite, wechseln lässt es sich leider nicht.

Die Klinkenanschlüsse sind vergoldet, mit im Lieferumfang befindet sich ein Adapter auf 6,5-Millimeter-Klinke. Leider ist das Kabel nicht ummantelt (gesleevet), was wir für diesen Preis erwartet hätten.
Vergrößern Die Klinkenanschlüsse sind vergoldet, mit im Lieferumfang befindet sich ein Adapter auf 6,5-Millimeter-Klinke. Leider ist das Kabel nicht ummantelt (gesleevet), was wir für diesen Preis erwartet hätten.

Die Klinkenanschlüsse sind für eine bessere Signalübertragung vergoldet. Beyerdynamic schickt außerdem noch einen Adapter mit, um das MMX 300 von 3,5 auf 6,5 Millimeter Klinke zu vergrößern – audiophile Hörer dürften sich sehr darüber freuen.

In der Hauptdisziplin, dem Klang, erlaubt sich das Headset dagegen keine Patzer: Die einzelnen Tonbereiche sind professionell abgestimmt und hoch-präzise. Die Dynamik sucht seinesgleichen und die Wiedergabe von Explosionen, feinen Orchesterstücken und Filmen ist überaus detailgetreu. Auch in Sachen Raumklang sind wir beeindruckt, so lassen sich beispielsweise Gegner tatsächlich anhand Ihrer Schritte orten – die gute Geräuschisolierung spielt hier ebenfalls positiv hinzu. Mikrofon überträgt Stimmen qualitativ sehr gut, wir vernehmen nur eine leicht dumpfe Abstimmung des Klangs. Hinweis: Wir verwenden für unsere Tests die Soundkarte Creative Sound Blaster Z ohne Equalizer-Einstellungen.

Beyerdynamic liefert das MMX 300 in einem kleinen Rucksack. Der ist im Hinblick auf den Preis nicht unbedingt hochwertig.
Vergrößern Beyerdynamic liefert das MMX 300 in einem kleinen Rucksack. Der ist im Hinblick auf den Preis nicht unbedingt hochwertig.

Test-Fazit zum Beyerdynamic MMX 300 Manufaktur

Das MMX 300 Manufaktur ist zwar deutlich teurer als seine Gaming-Konkurrenten, doch das Headset wird seinem Preis definitiv gerecht: Der Klang ist beeindruckend gut, die Verarbeitung hochwertig und die Individualisierungsmöglichkeiten sind umfangreich. Der klare Klang ist anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, doch bereits nach kurzer Eingewöhnung möchten wir ihn nicht mehr missen. Hier kommt es allerdings auch sehr auf die verwendete Audio-Hardware (sprich aufs Ausgabegerät) sowie das Hörmaterial an. Beyerdynamic rundet das Headset mit einer erweiterten Garantie von fünf Jahren ab.

Echte Kritik gibt es lediglich beim Kabel, bei dem wir uns eine Ummantelung gewünscht hätten – bei dem Preis hätten wir das erwartet. Des Weiteren finden wir schade, dass sich das Anschlusskabel nicht wechseln lässt. Doch im Falle eines Defekts gibt es ja noch die 5-jährige Garantie. Weniger gefallen hat uns auch die eher günstig anmutende Transporttasche, doch das ist Meckern auf hohem Niveau. Auch fehlen beispielsweise zusätzliche Steuerelemente an den Ohrmuscheln oder am Kabel, um die Lautstärke zu regeln – die gibt es nur, wenn Sie das MMX 300 mit der USB-Soundkarte für einen Aufpreis von 20 Euro bestellen.

Technische Daten

Beyerdynamic MMX 300 Manufaktur

Fernbedienung

nicht vorhanden, nur bei USB-Soundkarte (gegen Aufpreis)

Kabellänge

2,5 Meter

Regler

Lautstärke, Mikrofonstummschaltung (nur bei USB-Soundkarte, gegen Aufpreis)

Surround

nein

USB-Soundchip

nein (nur gegen Aufpreis)

Anschluss, Übertragung

2x Klinke (3,5 Millimeter, Kopfhörer und Mikrofon)

Bauweise

Geschlossen

Frequenzgang

5 - 30.000 Hz

Impedanz

600 Ohm (alternativ auch 32 Ohm)

Lautsprecher

Stereo

Mikrofon abnehmbar

nein

Besonderheiten

Vor Kauf individualisierbar in Bezug auf Optik, Material und Technik / Transporttasche / 6,5 Millimeter Klinkenadapter

Allgemeine Daten

Testkategorie

Kopfhörer

Hersteller

Beyerdynamic

Internetadresse

www.beyerdynamic.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

299 Euro (in der Grundausstattung)

Garantie

60 Monate

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