1788076

Becker Revo.1 im Test

26.06.2013 | 10:00 Uhr |

Schick, flach, leicht: Das Design des Navigationsgeräts Becker Revo.1 ähnelt einem Smartphone. Diese Konkurrenz will es bei seiner Kernaufgabe, dem Routing, übertreffen. Der Test zeigt, ob Sie damit besser ankommen.

Nicht  nur Hersteller von PCs und Notebooks spüren die starke Konkurrenz durch Smartphones und Tablets. Auch Auto-Navis werden zunehmend durch Mobilgeräte abgelöst. Becker will mit dem Revo die Gadget-Konkurrenz mit den eigenen Waffen schlagen: Der 5 Zoll große Bildschirm des Navis ist flach, leicht und elegant verarbeitet. In seinem silberfarbenen Metallgehäuse und der glanzlackierten Oberfläche erinnert er tatsächlich an ein Smartphone.

Schickes Metallgehäuse: Das abnehmbare Display des Becker-Navis ist leicht und flach
Vergrößern Schickes Metallgehäuse: Das abnehmbare Display des Becker-Navis ist leicht und flach
© Becker

Navi mit abnehmbarem Bildschirm

Im Auto sitzt der Bildschirm im sogenannten ModuClick Aktivadapter: Der Adapter ist das eigentliche Rechenzentrum des Navis – und kann immer im Auto verbleiben. Das 159 Gramm leichte Display docken Sie beim Verlassen des Wagens ab und nehmen es mit. Becker verspricht, dass das Navi sofort einsatzbereit ist, da das Hauptsystem immer im Auto sitzt. Im Test fand der Revo.1 tatsächlich meist schnell seine Position und berechnete die Routen fix – allerdings auch nicht schneller als andere gute Navigationsgeräte. Mit denen teilt er auch das Los, dass er die Orientierung verliert, wenn Sie ihn längere Zeit nicht nutzen: Nach einer mehrtägigen Fahrpause benötigte er beim ersten Start rund zwei Minuten bis er die GPS-Position fixiert hatte.

Im rund 3,5 GB großen Speicher des Navis sitzt Navteq-Kartenmaterial für 45 Länder Europas. Laut Becker erhalten Sie während der Laufzeit des Gerätes bis zu drei kostenlose Karten-Updates pro Jahr: Dazu müssen Sie sich über den Becker Content Manager registrieren. Über dieses PC-Programm zur Verwaltung des Navis spielen Sie auch die neuen Karten ein. Allerdings müssen Sie dafür den Moduladapter aus der Autohalterung ausbauen, denn daran sitzt die Micro-USB-Buchse für den PC-Anschluss.

Im Klick-Modul steckt das eigentliche Navi-System. Es kann immer im Auto bleiben
Vergrößern Im Klick-Modul steckt das eigentliche Navi-System. Es kann immer im Auto bleiben
© Becker

Routing ohne Fehl und Tadel

Seine Hautaufgabe, die Navigation, erledigt der schicke Revo.1 ohne Fehl und Tadel: Er wählt kluge Routen. Die Anweisungen kommen sehr gut verständlich, fast immer rechtzeitig und sind auch bei hoher Fahrgeschwindigkeit deutlich zu hören. Sie sind außerdem sehr detailliert – etwa „Abbiegen hinter der Brücke“, „Fahren bis zur großen Kreuzung“. Außerdem kennt der Becker-Navi Straßennamen (Text-to-Speech).

Die Route ist klar auf dem hellen, aber leicht blickwinkelabhängigen Display dargestellt – dafür genügen wenige, eindeutige grafische Elemente. Auf grafischen Firlefanz, der beim Fahren nur ablenkt, verzichtet der Revo.1 dankenswerterweise. Spurassistent und reale Schilderdarstellung erleichtern die Orientierung auf Autobahnen und Kreuzungen. Wenn Sie sich über den Verlauf der Strecke informieren wollen, lassen sich alle Staus, Tankstellen, Parkplätze sowie die erwartete Ankunftszeit in einer Listenansicht darstellen. Sind Sie in der Nähe des Ziels, zeigt der Revo.1 mögliche Parkplätze an.

Das Menü des Becker-Navi ist aufgeräumt und übersichtlich. Manchmal reagiert er verzögert auf Eingaben
Vergrößern Das Menü des Becker-Navi ist aufgeräumt und übersichtlich. Manchmal reagiert er verzögert auf Eingaben
© Becker

Trotz Premium-TMC: Stauwarnungen nicht immer richtig

Im Test zeigte sich der Navi allerdings übereifrig, wenn es um Stauwarnungen ging: Sehr oft schlägt er wegen Behinderungen auf der geplanten Strecke eine Alternativroute vor, obwohl der Stau noch weit entfernt liegt. Bis wir dort ankommen, ist die Verkehrsstörung jedes Mal bereits behoben. In einem anderen Fall erreichen wir eine Unfallstelle gerade als die Autobahn gesperrt wird – obwohl wir knapp eine Stunde warten und der Becker-Navi eigentlich über Premium-TMC verfügt, erhalten wir keine Stauwarnung oder Alternativroute.

Bei zwei Testfahrten muss sich der Becker-Navi der Google-Navigation per Android-Smartphone geschlagen geben: Er kennt zwei Streckenabschnitte nicht, die in Google Maps bereits verfügbar sind. So lässt er uns durchs scheinbar freie Feld fahren, verzichtet aber immerhin auf panische Umkehrbefehle und nimmt kommentarlos die Navigation wieder auf, als wir auf eine ihm bekannte Straße kommen.

Die Touch-Bedienung über das Display funktioniert ordentlich. Allerdings reagiert das Navi langsamer als ein aktuelles Smartphone.

Becker Revo.1 im Test: Fazit

© Becker

300 Euro ruft Becker für das Luxus-Navi Revo.1 auf – damit ist es keine Schnäppchen-Alternative zu einem Smartphone, das die Navigation nebenher erledigen kann. Die Kernaufgabe der Routenführung erledigt das Becker-Navi aber besser – in den meisten Fällen zumindest: Besonders die angenehme und klare Sprachausgabe überzeugt. Das edle Design passt außerdem besser in ein Premiummarkenauto als ein günstiges Plastik-Smartphone.

Becker Revo.1

Mobiles Navigationsgerät

Preis (laut Hersteller)

299 Euro

Bildschirm

5 Zoll (12,7 cm) / 480 x 272 Bildpunkte (kapazitiver Touchscreen)

GPS-Empfänger

SirfStar 4e

Akku

800 mAh, Lithium-Ionen

Anschlüsse

Micro-USB, Audio-Out, Video-In

Garantie

24 Monate

Internet

http://mobilenavigation.mybecker.com/

0 Kommentare zu diesem Artikel
1788076