PC-Spiel
Aufstieg in der Familie
Im Laufe der Geschichte arbeitet sich Vito in seinem Mafiaclan nach oben. Mafia 2 ist in 15 Kapitel eingeteilt, die in der Regel einen Tag in Vitos Leben beschreiben. Der beginnt meist damit, dass Vito aufsteht: Zuerst pennt er noch auf Joes Couch, später bekommt er seine eigene Wohnung, schließlich sogar ein Haus im besten Viertel der Stadt.
Übers Telefon oder durch einen Hausbesuch wird Vito dann zu seinem aktuellen Arbeitgeber beordert, von da geht’s weiter zur nächsten Treffpunkt mit sonstwem, bevor es irgendwann zu einer furiosen Schießerei und/oder Verfolgungsjagd kommt. Bis dahin kann es aber dauern, denn Mafia 2 lässt sich gehörig Zeit mit der Action. Dadurch erinnert das Spiel umso mehr an Mafiafilm-Klassiker wie Der Pate oder Good Fellas: Lange Passagen mit pointierten (und ausgezeichnet vertonten) Dialogen werden plötzlich von Gewaltexzessen unterbrochen, nach denen die feinen Herren Mafiosi wieder zur Tagesordnung übergehen.
Aber wenn geballert wird, dann richtig: Dank zerstörbarer Umgebung, satter Waffensounds und einer brauchbaren KI machen die Schießereien einen Mordsspaß. Schade nur, dass Mafia 2 kein freies Speichern erlaubt. Mal eben einen Spielstand laden und Action erleben funktioniert also nicht. Stattdessen sieht’s so aus: Bevor wir etwa in Kapitel 8 eine rivalisierende Rocker-Gang über den Haufen schießen dürfen, müssen wir erst mal aufstehen und uns was anziehen, eine Viertelstunde lang mit einem LKW herumgurken und Zigaretten verkaufen, uns Ärger mit besagten Rockern einfangen, dann eine kurze Verfolgungsjagd beginnen und verlieren, dann den Boss anrufen und um Rat fragen und dann die Lieblingskneipe der Bande anzünden, bevor wir die Jungs endlich in ihrem Versteck aufsuchen und die Flinte auspacken dürfen.
Erzählerisch ist das toll gemacht und abwechslungsreich in Szene gesetzt, aber für reine Ballerfreunde vielleicht ein wenig schleppend. Wenn man dabei auch noch ins Gras beißt (was selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad erstaunlich schnell gehen kann) und lange Passagen noch einmal spielen muss, weil die Speicherpunkte so schlecht verteilt sind, dürften selbst Story-Fans genervt reagieren.
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