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Asus Transformer Book Trio TX201LA im Test

12.06.2014 | 10:00 Uhr |

Das Asus Transformer Book Trio ist Android-Tablet und Windows-Notebook und Windows-PC - in einem Gerät. Der Test bescheinigt diesem ultimativen Kombi-Gerät vor allem einen großen Vorteil.

Während viele Hersteller auf 2-in-1-Geräte setzen, die sich als Tablet und Notebook verwenden lassen, geht Asus einen Schritt weiter: Das Transformer Book Trio soll Tablet, Notebook und PC ersetzen. Dafür scheint der Preis von rund 1000 Euro attraktiv.

Das Trio besteht aus einem 11,6 Zoll großen Bildschirm: Der ist ein Android-Tablet mit Jelly Bean (4.2.2). In der Docking-Tastatur, der ein Notebook aus dem Tablet macht, steckt ein Windows-Rechner (Windows 8 64 Bit). Der wiederum lässt sich per HDMI an einen großen Monitor anschließen und arbeitet als PC. Zwischen den Betriebssystemen wechseln Sie über eine Taste, wenn der Bildschirm in der Docking-Tastatur sitzt. Sind beide Systeme aktiv, dauert der OS-Tausch nur wenige Augenblicke. Stecken Sie das Tablet ein, wenn Windows nicht hochgefahren ist, führt das Dock erst einen Neustart aus. Koppeln Sie das Tablet ab, wechselt es immer zu Android.

Mit dem Knopf oben in der Tastatur lösen Sie das Tablet vom Tastatur-Dock
Vergrößern Mit dem Knopf oben in der Tastatur lösen Sie das Tablet vom Tastatur-Dock

Android und Windows in einem Gerät

Sie können über die Windows-Tastatur oder das Android-Tablet jeweils auf Dateien des anderen Betriebssystems zugreifen. Der interne Speicher des Tablets erscheint im Windows-Explorer - wie ein MTP-Gerät. Von Windows unterstützte Dateiformate lassen sich problemlos öffnen. Umgekehrt geben Sie über die Asus-App Trio Disk Share Windows-Ordner frei, auf die Sie unter Android zugreifen wollen. Das ganze funktioniert praktischerweise über eine WLAN-Verbindung - so kommen Sie auch an die Windows-Dateien, wenn Sie das Tablet aus dem Tastatur-Dock entfernt haben. Dazu müssen sich Windows-PC-Station und Tablet im selben WLAN befinden oder per Wifi Direct verbunden sein. Im Dateimanager unter Android taucht anschließend der Windows-PC auf, auf dessen Dateien Sie zugreifen können, nachdem Sie sich mit dem Windows-Kennwort angemeldet haben.

Video: Asus Transformer Book Trio im Test

Im Test funktioniert das aber nicht zuverlässig - mal reißt die WLAN-Verbindung ab, mal gibt Windows trotz korrekter Anmeldung den Zugriff nicht frei. Diese Nervereien führen dazu, dass man das Trio in der Praxis eher nebeneinander als miteinander nutzt.

Oben Android-Tabletm unten Windows-PC: Asus Transformer Book Trio
Vergrößern Oben Android-Tabletm unten Windows-PC: Asus Transformer Book Trio

Austausch zwischen den beiden Betriebssystemen

Ähnlich ist es mit dem Docking-Mechanismus: Er funktioniert zwar, aber nicht besonders bequem. Um den Bildschirm als Tablet zu verwenden, drücken Sie einen Knopf auf dem Tastatur-Dock. Sie müssen aber kräftig zupacken, um ihn aus dem Dock zu ziehen. Sitzt das Tablet als Notebook-Deckel im Dock, lässt sich die Kombination nur schwergängig öffnen - Sie müssen dabei immer mit einer Hand das Dock festhalten. Zu weit sollten Sie den Displaydeckel nicht aufmachen, sonst wackelt das Trio beim Tippen - das stört vor allem, wenn Sie aus Platzgründen das Gerät auf den Oberschenkeln platzieren. Tastatur und Touchpad sowie der linke USB-3.0-Port funktionieren auch unter Android. Das Transformer Book Trio kommt mit NFTS- oder FAT32 formatierten Massenspeichern an diesem Anschluss zurecht. Den typischen Windows-Signalton für den Anschluss eines USB-Gerätes hören Sie nur, wenn Sie die rechte USB-Buchse nutzen - und zwar egal, ob Windows oder Android aktiv ist.

Nahtlos greifen Tablet und Tastatur auch bei anderen Gelegenheiten nicht ineinander: Zum Beispiel lässt sich die Display-Helligkeit nur mit der Funktionstaste der Tastatur verändern, aber nicht mit per Finger mit dem Steuerbalken in der Charmbar. Die Anzeige des Akkustandes funktioniert unter Android nicht - egal, ob das Tablet gedockt ist oder nicht. Ebenfalls störend: Sobald das Tablet angedockt ist, hören Sie die Festplatte rattern und den Lüfter rauschen. Da sind andere 2-1-Geräte zurückhaltender. Und noch ein kleines Beispiel aus der Rubrik "Nicht ganz zu Ende gedacht": Asus installiert für Android Polaris Office 4.0. Mit dieser App lassen sich Microsoft-Office-Dateien erstellen und bearbeiten. Um der App aber Zugriff auf Dokumente in der Cloud - zum Beispiel bei Dropbox oder Google Drive - zu erlauben, müssen Sie eine zusätzliche App installieren. Das funktioniert nur, wenn Sie eine Installation aus unbekannter Quelle zulassen - ein Sicherheitsrisiko und sicher nicht für jeden Anwender geeignet.

Geschwindigkeit: Gut als Tablet, durchschnittlich als Ultrabook

Trotz des Doppelkern Core i7 liefert das Transformer Book Trio deutlich weniger Rechenleistung als ein Ultrabook: Denn es arbeitet mit einer Festplatte statt einer SSD. Nur bei Multimedia-Anwendungen, zum Beispiel Umwandeln von Videos und Musik, kann das der Core i7-4500U (1,8 GHZ, Turbo Boost: 3,0 GHz) noch einigermaßen ausgleichen. Aber häufig - etwa bei fordernden Multitasking-Aufgaben oder bei Office-Programmen wird die Festplatte zum Flaschenhals.

GESCHWINDIGKEIT

Asus Transformer Book Trio TX201LA (Note: 3,29 )

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

51 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

76 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

46 Punkte (von 100)

Startzeit

15 Sekunden

Intel steckt auch im Android-Teil des Transformer Book Trio: Ein Atom Z2560 (1,6 GHz) treibt das Tablet an. Damit lässt es sich sehr flüssig bedienen - Ruckler und Verzögerungen treten kaum auf. Der von Asus angepasste Browser nervt aber, weil er Text und Bilder in aufgezoomten Webseiten an die Display-Seitenbreite anpassen will, das aber nicht flüssig kann. Das Transformer Book Trio hat den aktuellen WLAN-Standard 11ac an Bord - allerdings nur mit maximal 433 MBit/s. Im Test bleiben davon knapp 50 MBit/s übrig - das ist flott und reicht auch für HD-Streaming.

Das Tablet bietet 16 GB Speicherplatz, wovon rund 11 GB frei sind. Den internen Speicher können Sie per Micro-SD-Karte aufstocken. Im Notebook-Modus arbeitet das Transformer Book Trio mit rund 500 GB, was deutlich mehr ist als die meisten Ultrabooks bieten - und hat außerdem die wichtigsten Anschlüsse am Docking-Gehäuse parat. HDMI und VGA sind aber nur als Micro- beziehungsweise Mini-Buchse vorhanden, nur für letztere legt Asus einen Adapter bei. Für den Netzwerkanschluss benötigen Sie ebenfalls einen beigelegten Adapter, der eine USB-Buchse zum LAN-Port umwidmet.

Bildschirm: Hell und Full-HD

Der spiegelnde 11,6-Zoll-Bildschirm zeigt Full-HD-Auflösung. Er ist recht hell, seine Leuchtkraft reicht aber nicht, um das Tablet unter freiem Himmel problemlos ablesen zu können. Die Bildqualität liegt aber auf gutem Niveau, auch weil das Display sehr große Einblickwinkel erlaubt.

BILDSCHIRM

Asus Transformer Book Trio TX201LA (Note: 1,92)

Größe

29,6 Zentimeter / 11.6 Zoll

Auflösung

1920 x 1080 Bildpunkte

Punktedichte

190 dpi

Helligkeit

268 cd/m²

Helligkeitsverteilung

76 %

Kontrast

1021:1

Entspiegelung

gering

Mobilität: Zu schwer, zu kurzartmig

Während die beiden Teile des Transformer Book Trio bei Rechenleistung und Ausstattung ein gutes Tablet und ein ordentliches Ultrabook abgeben, versagen Sie in der Kernkompetenz dieser beiden Kategorien. Der Tablet-Teil des Transformer Book Trio wiegt 720 Gramm - durchaus akzeptabel angesichts großen Bildschirms: Aber trotzdem viel zu schwer, um es längere Zeit in den Händen zu halten. Kommt das Dock dazu, bringt es das Trio auf 1700 Gramm - schwerer als die meisten 13-Zoll-Ultrabooks. Den Gewichtsnachteil kann das Trio auch nicht durch eine lange Akkulaufzeit ausgleichen. Das Tablet hält nicht einmal vier Stunden bei der Video-Wiedergabe und beim WLAN-Surfen durch. Auch die Ausdauer als Notebook fällt mit knapp 4,5 Stunden mäßig aus.

Asus Transformer Book Trio im Test: Fazit

Das Asus Transformer Book Trio ergibt zusammen weniger als die Summe seiner Teile. Denn bei jedem Gerät, das Sie mit dem Trio ersetzen könnten - Tablet, Notebook, PC - müssen Sie zu viele Kompromisse machen - das gilt vor allem beim hohen Gewicht und der kurzen Akkulaufzeit. Auch das Zusammenspiel zwischen Android und Windows klappt nicht ganz unfallfrei.

Der wesentliche Vorteil des Trio: Sie bekommen für rund 1100 Euro ein recht gutes Android-Tablet und ein ordentliches Windows-Ultrabook, für die Sie einzeln insgesamt rund 300 bis 500 Euro mehr anlegen müssten.

MOBILITÄT

Asus Transformer Book Trio TX201LA (Note: )

Akkulaufzeit

4:21 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1700 / 300 Gramm

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Asus Transformer Book Trio TX201LA

Testnote

2,87 (befriedigend)

Preis-Leistung

teuer

Geschwindigkeit (20 %)

3,29

Ausstattung (15 %)

3,21

Bildschirm (20 %)

1,92

Mobilität (35 %)

4,47

Tastatur (5 %)

2,57

Umwelt und Gesundheit (5 %)

2,00

Service (5 %)

2,34

  Aufwertung

0,40 (Touchscreen, Android-Tablet)

UMWELT UND GESUNDHEIT

Asus Transformer Book Trio TX201LA (Note: 2,00)

Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last

0,1 / 1,4 Sone

  Erwärmung

  29,6 °

DIE TECHNISCHEN DATEN

Asus Transformer Book Trio TX201LA

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i7-4500U (2,40 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

3890 MB (4096 MB), DDR3-1600

Grafikchip (Grafikspeicher)

Intel HD Graphics 4400 (max. 1,84 GB vom Arbeitsspeicher)

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

11.6 Zoll (29.6 Zentimeter), 1920 x 1080, spiegelnd

Festplatte

444,6 GB (nutzbar)

optisches Laufwerk

-

Betriebssystem

Windows 8 (64 Bit)

LAN

nicht vorhanden

WLAN

802.11ac

Bluetooth

Bluetooth 4.0

Schnittstellen Peripherie

2x USB 3.0 (rechts, links)

Schnittstellen Video

1x VGA (rechts (Mini)), 1x HDMI (rechts (Micro)), 1x Webcam

Schnittstellen Audio

kombinierter Audioeingang, -ausgang

ALLGEMEINE DATEN

Asus Transformer Book Trio TX201LA

Internetadresse von Asus

www.asus.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

1099 Euro / 1099 Euro

Technische Hotline

01805/010920

Garantiedauer

24 Monate

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