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Asus ROG Mars 760 im Test

21.08.2014 | 10:10 Uhr |

Rund 440 Euro für eine Dual-GPU-Grafikkarte? Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine veraltete Grafik-Generation, sondern um aktuelle Grafikchips aus der Geforce GTX 760. Wie groß das Leistungsplus ist, erfahren Sie im Test.

Unter der bekannten „Mars“-Serie bringt Asus immer Doppel-GPU-Grafikkarten auf den Markt, bisher griff der Hersteller dafür immer auf die Chips der Oberklasse zurück. Doch dieses Mal kommen zwei Mittelklasse-Grafikprozessoren zusammen auf einer Platine zum Einsatz, genauer gesagt die Versionen von der Nvidia Geforce GTX 760 .

Ausstattung & Technik im Detail

Da Oberklasse-Grafikkarten gerne weit über 500 Euro kosten, entscheiden sich viele Anwender dafür, gleich zwei Mittelklasse-Modelle im Verbund (2-Way-SLI) einzubauen, um auf eine ähnlich starke Leistung zu kommen. Allerdings belegen zwei Dual-Slot-Grafikkarten in der Regel mindestens fünf PCI-Express-Steckplätze, je nach Mainboard-Layout. Bei der ROG Mars 760 tritt das Problem nicht auf, hier gibt es die (theoretisch) ähnliche Leistung mit nur einer Doppelbelegung. Wer es auf die Spitze treiben möchte und genug Platz auf der Hauptplatine hat, der kann auch eine zweite Mars-760 dazupacken und somit ein 4-Way-SLI betreiben. Letzteres ist übrigens mit einzelnen Geforce GTX 760 nicht möglich aufgrund der mangelnden Doppel-SLI-Anschlüsse.

Schon ab Werk arbeiten die beiden GPUs mit einem erhöhten Takt von 1006 MHz.
Vergrößern Schon ab Werk arbeiten die beiden GPUs mit einem erhöhten Takt von 1006 MHz.

Die beiden Nvidia-GK104-Grafikchips arbeiten mit einem Standardtakt von hohen 1006 MHz – das ist überraschend, denn in Dual-GPU-Modellen laufen die Prozessoren bisher immer mit etwas weniger Takt aufgrund der hohen Wärmeentwicklung. Die restlichen Daten entsprechen der Referenz-Version von Nvidia, nur stehen jeder GPU eben eigene Ressourcen zur Verfügung.

Hochwertige Komponenten für Anspruchsvolle

An der Unterseite der Platine befestigt Asus ein Aluminium-Backplate, um die Effizienz der Wärmeabfuhr zu steigern. Außerdem platziert der Hersteller dort ebenfalls eine spezielle Kondensatoren-Art: Die sogenannten „POSCAPs“ (Polymerized Organic Semiconductors) sind Teil der Stromversorgung und erlauben hohe sowie stabile Spannungswerte, was besonders für Übertakter eine wichtige Rolle spielt. Ähnliches gilt auch für die verwendeten Phasen, gleich zwölf finden auf der Platine Platz. Diese „Super Alloy Power“-Drosseln („Chokes“) sind im Kern mit einem feinen Aluminium-Draht verstärkt und unter hohen Druck sowie Temperaturen gefertigt, um das nervende Spulenfiepen zu unterbinden. Die restlichen Kondensatoren kommen aus der japanischen „Nichicon GT“-Serie und sollen nicht nur über eine fünfmal längere Lebensdauer, sondern auch über eine 20 Prozent niedrigere Betriebstemperatur verfügen.

Für die Kommunikation zwischen den beiden GPUs sorgt der bekannte Bridge-Chip „PEX 8747“ von PLX Technology. Somit stehen jedem Grafikprozessor jeweils 16 Lanes (Bahnen) zur Verfügung, während weitere 16 Lanes für die PCI-Express-Anbindung ans System vorgesehen sind.

Asus verwendet nur hochwertige sowie spezielle Komponenten bei der ROG Mars 760.
Vergrößern Asus verwendet nur hochwertige sowie spezielle Komponenten bei der ROG Mars 760.
© Asus

Kühldesign mit zwei Lüftern

Über den beiden GPUs befindet sich jeweils ein Kühlkörper aus Aluminium, die von je vier Kupfer-Heatpipes durchzogen sind, um die Abwärme direkter von den Chips zu leiten. Über den Kühlkörpern sitzen dann auch die beiden Lüfter mit einem Durchmesser von 85 Millimetern. Laut Asus sollen die Lüfterblätter einen sechsmal größeren Luftstrom erzeugen als die Version des Referenzdesigns und dabei auch nur wenig Staub ansetzen. An der oberen Außenseite der Grafikkarte prangt auch das Mars-Logo, das im Betrieb rot leuchtet.
Der Lieferumfang lässt sich nicht gerade als üppig bezeichnen. Nur das obligatorische Stromkabel sowie ein DVI-auf-HDMI-Adapter befinden sich in der Packung. Auf der Treiber-CD befindet sich außerdem noch „Asus GPU Tweak“, um sich selbst etwas ans Übertakten zu machen. Hinzu kommt noch „GPU Tweak Streaming“, bei dem es sich um ein On-Screen-Aufnahmeprogramm handelt, um so beispielsweise das eigene Gameplay aufzunehmen oder sogar live ins Internet zu streamen.

AUSSTATTUNG

Asus ROG Mars 760 (Note: 3.43)

Video-Anschlüsse

Mini-Displayport

1

DVI

3

beigelegte Adapter

1x DVI-auf-HDMI, 1x Stromkabel

beigelegte Programme

Asus GPU TweakingStream, GPU Tweak

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

TECHNISCHE DATEN

Asus ROG Mars 760

Grafikprozessor (Takt)

2x Nvidia GK104

GPU-Takt

1006 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

1152

Shader-Takt

1006 MHz

DirectX-Version

11.0

Speicher-Größe

2x 2048 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1502 MHz

Speicher-Busbreite

256 Bit

Grafikkarten-Bios

80.04.DA.00.03

Grafikkarten-Treiber

Forceware 337.88 (9.18.13.3788)

Kartenlänge

30,0 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x 8polig

Der Aufbau der Asus ROG Mars 760 im Querschnitt.
Vergrößern Der Aufbau der Asus ROG Mars 760 im Querschnitt.
© Asus

Asus ROG Mars 760 in Leistungstests

Asus verspricht eine bis zu 14 Prozent bessere Leistung in bestimmten Spielen, als eine einzelne Nvidia Geforce GTX Titan – und kann es sogar halten. Denn in unseren Bildratenmessungen siedelt sich die Doppelkern-760 in zwei von drei Spielen auf dem Niveau einer rund 590 Euro teuren Geforce GTX 780 Ti an! In den synthetischen Tests des 3DMark lässt die Karte aber etwas nach und kommt auf die Ergebnisse einer übertakteten Geforce GTX 780 .

Die insgesamt vier Tests des 3DMark bescheinigen eine durchweg hohe Leistung.
Vergrößern Die insgesamt vier Tests des 3DMark bescheinigen eine durchweg hohe Leistung.

Nur mäßig steht es dann allerdings um die Computing-Leistung: Im Direct-Compute-Test erreicht die Grafikkarte nur knapp das Ergebnis einer einzelnen Geforce GTX 760. Auch im OpenCL-Benchmark ist das Ergebnis eher als mau zu bezeichnen, denn es lässt sich ungefähr mit einer Geforce GTX 750 Ti vergleichen. Hier hapert es offensichtlich an der Chip-zu-Chip-Kommunikation im Computing-Bereich.

SPIELE-LEISTUNG

Asus ROG Mars 760 (Note: 1.29)

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

96 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

77 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

88 Bilder/s

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Ice Storm)

190 166 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Cloud Gate)

32 840 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Fire Strike)

9459 Punkte

COMPUTING-LEISTUNG

Asus ROG Mars 760 (Note: 4.11)

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

1266 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

1038 Tausend Samples/Sekunde

Übler sowie lauter Stromer

Bei der Lautstärke messen wir unter maximaler Auslastung laute 3,1 Sone, die sich auch im geschlossenen Gehäuse bemerkbar machen. Bei geringer Last surrt die Karte kaum hörbar. Von den Socken haut uns allerdings der maximale Strombedarf. Unsere Testplattform schluckt knapp 520 Watt – den Energieversorger freut’s! Das ist der höchste bisher gemessene Wert in unserem gesamten Testfeld. Und bei den Temperaturen hapert es allerdings auch etwas, denn mit 88 Grad Celsius sind nicht gerade zufrieden.

UMWELT UND GESUNDHEIT

Asus ROG Mars 760 (Note: 3.75)

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

160 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

518 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,5 Sone

Betriebsgeräusch: Last

3,1 Sone

Temperatur: Leerlauf

32° Celsius

Temperatur: Last

88° Celsius

Die Kupfer-Heatpipes liegen direkt auf den beiden GPUs auf, um die Hitze effektiver abzuführen.
Vergrößern Die Kupfer-Heatpipes liegen direkt auf den beiden GPUs auf, um die Hitze effektiver abzuführen.
© Asus

Test-Fazit zur Asus ROG Mars 760

Mit der Asus ROG Mars 760 holen Sie sich eine erschwingliche Dual-GPU-Grafikkarte in den PC, die kein anderer Hersteller im Portfolio hat: Sie erreicht größtenteils tatsächlich das Leistungsniveau der aktuellen Grafik-Oberklasse, die bis zu 500 Euro und mehr kostet. Und dabei beansprucht sie weitaus weniger Platz als ein klassischer Grafikkarten-Verbund. Allerdings verschont sie das Modell nicht mit den üblichen Problemen, die mit einem Multi-GPU-Setting daherkommen: Eine hohe Hitzeentwicklung, Lautstärke sowie Leistungsaufnahme und nervige Mikroruckler. Auch die Computing-Leistung ist nur mäßig. Hinzu kommt ein spärlicher Lieferumfang. Des Weiteren stehen jeder GPU nur 2 GB Grafikspeicher zur Verfügung, was bei extremen Auflösungen ein kritischer Flaschenhals ist. Doch wer sowieso nur in Full-HD oder in 2560 x 1600 Pixel zockt, der wird definitiv seinen Spaß haben.

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Asus ROG Mars 760

Testnote

befriedigend (2.64)

Preisurteil

teuer

Spiele-Leistung (40%)

1,29

Multimedia-Leistung (11%)

4,11

Umwelt und Gesundheit (25%)

3,75

Ausstattung (15%)

3,43

Service (5%)

2,49

Service

Asus ROG Mars 760 (Note: 2.49)

Garantiedauer

36 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

02102/5789555 / ja / nein / 7 Stunden / ja / ja

Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar

www.asus.de / ja / ja / ja / ja

ALLGEMEINE DATEN

Asus ROG Mars 760

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Asus

Internetadresse von Asus

www.asus.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

435 Euro

Asuss technische Hotline

02102/5789555

Garantie des Herstellers

36 Monate

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