Tablet-PC

Asus EeePad Transformer im Test

Freitag den 15.07.2011 um 09:00 Uhr

von Thomas Rau

Der Notebook-Hersteller Asus steigt mit dem EeePad Transformer in den Tablet-Kampf ein. Das günstige Tablet bietet Android 3.1 und weitere Überraschungen.
Die Ähnlichkeit mit dem iPad kann das Asus EeePad Transformer nicht verleugnen: Zwar besitzt es ein Kunststoffgehäuse in der aktuellen Modefarbe Braun. Doch Merkmale wie die bauchige Rückseite und der umlaufende Alu-Streifen verraten das Vorbild, die Tablets sind sogar gleich hoch. Das Asus-Tablet liegt dank der strukturierten Rückseite angenehm in der Hand und macht trotz des Kunststoffgehäuses einen wertigen Eindruck. Unser Testgerät knarzte aber unten rechts, wenn man etwas fester drückte, mit größerem Druck ließ sich sogar der Rahmen vom Gehäuse lösen.

Laut Asus kommt das Transformer mit der aktuellsten Android-Version 3.1 in den Handel. Das Testgerät lief noch mit 3.0 und ließ sich nicht per Systemaktualisierung auf den neuesten Stand bringen. Von der Asus-Webseite konnten wir das Update aber herunterladen und manuell installieren.

Aktuelle Tablets im Test

Eine Extra-Tastatur macht das Tablet zum Netbook

Asus verkauft für 149 Euro eine Docking-Tastatur, die das Transformer zum Netbook aufwerten soll. Sie bietet zwei USB-Anschlüsse und einen Kartenleser für Standard-SD-Karten und einen zusätzlichen Akku. Das Tablet rastet stabil im Dockinganschluss ein, steht dann allerdings sehr wackelig – man muss den Bildschirm nur leicht berühren, schon kippelt die Konstruktion. Sie können das Tablet in der Docking-Tastatur neigen, aber nicht sehr weit über 90 Grad. Die Tasten sitzen wie bei einem Netbook 17,5 Millimeter auseinander. Auch das Schreibgefühl gleicht einer Netbook-Tastatur – schlechter als bei einem Notebook, aber deutlich besser als auf einer Tablet-Bildschirm-Tastatur.

Android 3.1 unterstützt USB-Geräte, und da das Transformer selbst keinen USB-Anschluss besitzt, kann man nur mit der Docking-Station davon Gebrauch machen: Im Test funktionierte eine Maus problemlos. Sogar eine mit NTFS formatierte Festplatte erkannte das gedockte Transformer – üblicherweise kommunizieren Android-Tablets nur mit FAT32-Massenspeichern.

Kaufberatung Surfpads / Tablets
Kaufberatung Surfpads / Tablets
Asus hat eigene Widgets für die Startbildschirme
programmiert.
Vergrößern Asus hat eigene Widgets für die Startbildschirme programmiert.

Kein USB, aber HDMI – und jede Menge Apps

Unser Testmodell des Asus EeePad Transformer mit 16 GB kostet 400 Euro. Asus verkauft auch eine 32-GB-Version für 500 Euro. 3G bringt das Tablet nicht mit, ins Internet kommen Sie per WLAN. Statt eines normalen USB-Anschlusses hat das EeePad Transformer nur einen Docking-Connector: Asus legt dem Tablet aber ein USB-Adapter-Kabel bei, mit dem es sich mit dem PC verbinden lässt. Für die Mini-HDMI-Buchse des Tablets fehlte ein passendes Kabel im Lieferumfang. Ansonsten entspricht die Ausstattung mit Front- und rückseitiger Kamera sowie einem Kartenleser für Micro-SD-Karten dem derzeitigen Tablet-Niveau. Über die Standard-Google-Apps und den Android Market hinaus installiert Asus einige interessante Apps wie einen Datei-Manager, Polaris Office, mit dem Sie Office-Dokumente auch bearbeiten können, eine Videoschnitt-App und einen Ebook-Reader, der im Test aber häufig abstürzte. Über die App MyNet lässt sich das Transformer in ein Multimedia-Netzwerk per DLNA einbinden.

Android ruckelt – auch in Version 3.1

Apps starten auf dem Transformer schnell, durch längere Listen auf dem Gerät kann man schnell blättern. Im Browser gefiel uns die Bedienung aber weniger: Beim schnellen Verschieben von bildlastigen Webseiten kam das Transformer teilweise mit dem Bildaufbau nicht mehr nach. Der Browser blendet am rechten Rand eine Scroll-Leiste ein, mit der Sie recht exakt arbeiten können, der die App aber oft zum Absturz brachte. Bei der Pinch-Zoom-Geste reagierte das Tablet etwas langsam, etwas schneller ließen sich Webseiten per Touch-Zoom vergrößern: In beiden Fällen sieht man aber sehr deutlich wie das Transformer nach dem Vergrößern die Buchstaben nachschärft. Der Lagesensor ließ sich beim Drehen des Bildes rund zwei Sekunden Zeit. Auch 3.1 behebt also nicht die Bedienungsdefizite der Android-Tablets gegenüber dem iPad.

Ziffernzeile und Swype-Eingabe: Die Tastatur des
Transformer macht Tippen auf dem Tablet einfacher.
Vergrößern Ziffernzeile und Swype-Eingabe: Die Tastatur des Transformer macht Tippen auf dem Tablet einfacher.

Bequem: Die Bildschirm-Tastatur des EeePad Transformer besitzt eine zusätzliche Ziffernzeile. Für die Eingabe von Zahlen müssen Sie nicht umschalten. Außerdem können Sie durch die Swype-Technik Eingaben auch per Wischen erledigen.

BEDIENUNG Asus EeePad Transformer
Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Bedienung über Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik ordentlich / angenehm / ja / kapazitiv
Spracheingabe / Flugzeugmodus ja / ja
E-Mail-Zugang: POP3 / Imap / Exchange ja / ja / ja
Zugriff auf Gerät per PC / Datensicherung auf PC möglich ja / teilweise

Ausdauernd und schnell

Mit 700 Gramm wiegt das Transformer etwas mehr als das iPad. Im Akku-Test zeigte es Ausdauer: Bei der Laufzeit wird das Asus-Tablet in der Android-Klasse nur vom Motorola Xoom geschlagen. Auch beim Tempo konnte sich das Transformer weit oben einordnen: Der Browser arbeitete die Java-Tests schnell ab, auch die Ergebnisse bei der Datenübertragung sowie beim WLAN-Durchsatz konnten sich sehen lassen.

MOBILITÄT Asus EeePad Transformer
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 700 / 100 Gramm
Akkulaufzeit: Video-Test / WLAN-Test 6:05 / 9:11 Stunden

Den guten Bildschirm können Sie nur mit ausgewählten Videos füttern

Das helle Display können Sie auch draußen noch gut ablesen, sofern Sie nicht im direkten Sonnenlicht stehen. Auch von der Seite betrachtet sieht die Darstellung noch gut aus, nur Farben verlieren ein wenig Sättigung. Wie alle Honeycomb-Tablets verschmähte auch das Asus EeePAd Transformer viele unserer Test-Videos: Nur MP4-Filme im (Advanced) Simple Profile spielte es problemlos ab, AVC-kodierte Videos im High-Profile gab es bis 720p-Auflösung wieder. Besser lief es bei Musik und Office-Dateien – hier verstand das Asus-Tablet sich mit fast allen Formaten.

BILDSCHIRM Asus EeePad Transformer
Diagonale / Auflösung / 16:9-Format 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / nein
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 312 cd/m² / 1580:1 / gering
GESCHWINDIGKEIT Asus EeePad Transformer
Browser: Geschwindigkeit / mittlere Ladezeit für Webseiten / darstellbare Internetformate / stellt Flash-Elemente dar 88,0 Punkte / 6,2 Sekunden / 80.2 Prozent / vollständig
Startzeit: ausgeschaltet / aus Bereitschaft 24 / 1 Sekunden
Video-Wiedergabe in normaler / HD-Auflösung flüssig / flüssig
WLAN-Tempo 22,3 MBit/s
Dateien auf Gerät übertragen (700 MB) 135 Sekunden
MULTIMEDIA Asus EeePad Transformer
Abspielbare Video- / Audioformate 3GP, MP4 / AAC, FLAC, MP3, OGG, WAV
Anzeigbare Foto- /Text- /e-Book-Formate BMP, GIF, JPG, PNG / DOC, PDF, PPT, TXT, XLS / Epub, PDF, TXT
Audioqualität: Frequenzgangabweichung / max. Lautstärke 2,8 dB(U) / 52 dB(A)
UMWELT UND GESUNDHEIT Asus EeePad Transformer
Betriebsgeräusch: geringe / hohe Last 0,0 / 0,0 Sone
Leistungsaufnahme: Betrieb / Bereitschaft / Aus 6,4 / 0,0 / 0,0 Watt
Wärmeentwicklung 26° Celsius

Freitag den 15.07.2011 um 09:00 Uhr

von Thomas Rau

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