Tablet-PC

Asus Eee Pad Slider SL101 im Test

Donnerstag, 10.11.2011 | 10:00 von Thomas Rau
Tablet oder Netbook? Die Antwort könnte das Asus EeePad Slider sein. Das Tablet mit Android 3.2 besitzt einen Multitouch-Bildschirm und eine mechanische Tastatur.
Kurz und knapp: Praktisch ist die Tastatur unterm Tablet schon: Schneller und bequemer werden Sie Texte auf keinem Tablet eingeben können. Als mobiles Arbeitsgerät gefällt mir das Asus EeePad Slider daher uneingeschränkt. Die Funktion beschädigt allerdings die Form, denn mit 18 Millimetern Bauhöhe und knapp einem Kilogramm Gewicht wirkt das EeePad Slider wie der übergewichtige Bruder des Apple iPad 2 – und bei Tablets entscheidet ja oft der erste Eindruck. Beim Slider lohnt allerdings ein zweiter Blick.

Asus EeePad Slider: Verarbeitung

Rückseite des weißen Modells des Asus EeePad
Slider
Vergrößern Rückseite des weißen Modells des Asus EeePad Slider

Das Asus EeePad Slider ist schon seit September auf dem Markt. Neu ist aber das weiße Modell, das wir im Test hatten. Weiß ist dabei die Oberseite der Tastatur und zwei Drittel der Gehäuserückseite, das durch einen chromefarbenen Streifen vom unteren Teil getrennt ist, den Asus ebenso wie die Displayeinfassung in hellem Beige gehalten hat. Die Oberseite mit ihrem schwarzen Panel-Rahmen bleibt dagegen unverändert zum ersten Modell. Das Gehäuse aus Kunststoff ist solide verarbeiten. Das Tablet liegt angenehm in der Hand, da die Rückseite leicht aufgeraut ist.


Asus EeePad Slider: Bedienung

Wie bei einem Slider-Handy sitzt die mechanische Tastatur des Asus EeePC Slider unter dem Bildschirm. Den müssen sie hinten anziehen, damit er hochklappt und die Tastatur freigibt. Dazu brauchen Sie aber zwei Hände: Eine muss man das Tablet festhalten, die andere das Display anheben. Der Schiebemechanismus wirkt stabil und funktioniert zuverlässig – allerdings rastete das Display beim Aufstellen nicht immer beidseitig in die vorgesehenen Haken ein. Der Neigungswinkel lässt sich nicht verändern: Beim Tippen stört das nicht – der Winkel ist für normal große Menschen ideal. Im Liegen können sie das Tablet so allerdings nicht bedienen.

Die Tastatur besitzt 77 Tasten, die meisten sind so breit wie bei einem Netbook, aber nicht so hoch. Das Tasten-Layout gleicht einer Standard-Tastatur: Wo dort die Windows- oder Apple-Taste sitzt, hat das Asus EeePad Slider eine Home-Taste, die zum Start-Bildschirm führt. Die Tasten haben einen überraschend klaren Druckpunkt. Beim schnellen Tippen stört zwar der geringe Tastenhub, aber trotzdem bekommt das EeePad Slider die volle Punktzahl bei der Tastatur-Bedienung: Auf keinem Tablet tippen Sie schneller und bequemer. Zehn-Finger-Schreiber stören sich allerdings an der erhöhten Frontkante: Tasten in der unteren Reihe sind dadurch nur schwer mit dem Daumen zu erreichen.

Seit Version 3.2 unterstützt Android einen
Kompatibilitäts-Zoom, der Smartphone-Apps besser auf dem
Tablet-Bildschirm darstellen soll.
Vergrößern Seit Version 3.2 unterstützt Android einen Kompatibilitäts-Zoom, der Smartphone-Apps besser auf dem Tablet-Bildschirm darstellen soll.

Auch im Tastatur-Modus müssen Sie per Finger auf dem Bildschirm durch Programme und Menüs navigieren, denn dem EeePad Slider fehlt ein Mausersatz wie Touchpad oder Trackpoint. Sie können aber eine USB-Maus ans Tablet anschließen. Die Bildschirm-Tastatur erscheint übrigens nicht, wenn sich das Slider im Tastaturbetrieb befindet. Auch die virtuelle Tastatur gefällt: Sie zeigt schon beim Tippen Wortvorschläge an, bietet breitere Tasten als andere Tablets sowie eine Ziffernzeile. Durch die Tastatur unterscheidet sich das Asus EeePad Slider deutlich von anderen Android-Tablets.

Für die Finger-Bedienung gilt das nicht. Beim Verschieben von Webseiten oder Blättern durch Menüs zeigte das EeePad Slider vor allem in Portrait-Ausrichtung die üblichen Ruckler und Stotterer. Zoom-Gesten funktionieren bei Fotos sehr schnell und flüssig. Auf Webseiten ruckelte und hüpfte es dagegen oft deutlich – besonders, wenn Sie auf Seiten mit vielen Bildern und Kastenelementen unterwegs sind. Flüssig, aber mit leichter Verzögerung von knapp zwei Sekunden arbeitete der Lagesensor. Ansonsten gibt es an der Geschwindigkeit des Asus-Tablets nichts auszusetzen: Der Browser arbeitet schnell, das WLAN-Tempo ist ordentlich, Dateien landen per USB zügig auf dem Gerät.

BEDIENUNG Asus Eee Pad Slider SL101
Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Bedienung über Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik ordentlich / sehr angenehm / ja / kapazitiv
Spracheingabe / Flugzeugmodus ja / ja
E-Mail-Zugang: POP3 / Imap / Exchange ja / ja / ja
Zugriff auf Gerät per PC / Datensicherung auf PC möglich ja / teilweise
GESCHWINDIGKEIT Asus Eee Pad Slider SL101
Browser: Geschwindigkeit / mittlere Ladezeit für Webseiten / darstellbare Internetformate / stellt Flash-Elemente dar 87,9 Punkte / 6,5 Sekunden / 79 Prozent / vollständig
Startzeit: ausgeschaltet / aus Bereitschaft 26 / 1 Sekunden
Video-Wiedergabe in normaler / HD-Auflösung flüssig / flüssig
WLAN-Tempo 20,4 MBit/s
Dateien auf Gerät übertragen (700 MB) 139 Sekunden

Asus EeePad Slider: Ausstattung

Ein 3G-Modem fehlt dem Asus EeePad Slider. Dafür gibt’s ein ordentlich schnelles 11n-WLAN, Bluetooth sowie GPS. Hinten im Tablet sitzt eine 5-Megapixel-Kamera, die Videos in 720p aufnimmt. Die Kamera vorne nimmt mit knapp einem Megapixel auf. Über die Standardoptionen wie 8fach-Digitalzoom, Weißabgleich und Farbeffekte hinaus bietet die Kamera-App keine Besonderheiten. Der interne Speicher des Slider ist mit 32 GB ordentlich bemessen. Er lässt sich per Micro-SD-Karte erweitern. Mehr Speicher können Sie dem Slider auch per USB-Stick oder Festplatte spendieren, die am USB-Host-Anschluss Platz finden. Im Gegensatz zu allen anderen Android-Tablets kann das Slider auch auf NTFS-Festplatten zugreifen. Wenn Sie eine Digitalkamera ans EeePad Slider anschließen, können Sie in der Galerie-App Bilder per Fingertipp aufs Tablet importieren: Diese Funktion bietet Android seit Version 3.1. Auf einen Fernseher bringen sie die Tablet-Inhalte per Mini-HDMI-Ausgang: Ein passendes Kabel liegt dem Slider aber nicht bei, sondern nur ein USB-Adapterkabel für den Docking-Anschluss des Tablets.

Auch Handgeschriebenes nimmt der Asus EeePad Slider in der
App SuperNote entgegen.
Vergrößern Auch Handgeschriebenes nimmt der Asus EeePad Slider in der App SuperNote entgegen.

Asus installiert auf seinen Tablets immer viele eigene Apps und kann sich so vom Google-Einerlei abheben, das viele andere Hersteller bieten. Asus Sync beispielsweise gleicht Outlook-Termine und –Kontakte zwischen Tablet und PC ab. Dafür benötigen Sie die passende PC-Software, die 59 MB groß ist und sich von der Asus-Webseite herunterladen lässt. Bücher und Zeitschriften können Sie über die App MyLibrary im txtr-Büchershop oder bei Pressreader kaufen. Mit Polaris Office öffnen und bearbeiten Sie Office-Dokumente. SuperNote ist ein digitaler Notizzettel, auf dem Sie Tastatureingaben neben handschriftliche Skizzen oder mit dem Finger geschriebene Wörter festhalten können. Zwei Versäumnisse gibt es im App-Angebot aber: Der Adobe Flash Player ist nicht vor-installiert, Sie müssen ihn aus dem Android-Market herunterladen. Und die DLNA-App MyNet stürzte im Test sehr häufig ab.


Asus EeePad Slider: Bildschirm

Das 10,1 Zoll große Display des Slider leuchtet sehr hell, erreicht aber nicht ganz die strahlende Farbbrillanz von Top-Bildschirmen wie im Apple iPad 2 oder im Sony Tablet S. Im direkten Sonnenlicht lässt er sich daher nicht besonders gut ablesen, unter anderen Lichtverhältnissen gibt es keine Probleme. Außerdem ist der Bildschirm blickwinkelstabil, nur bei sehr schräger Draufsicht erscheinen Farben deutlich weniger satt.

BILDSCHIRM Asus Eee Pad Slider SL101
Diagonale / Auflösung / 16:9-Format 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / nein
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 278 cd/m² / 677:1 / gering

Asus EeePad Slider: Mobilität

Schwer und dick ist das Slider, aber es hat Ausdauer: Die Akkulaufzeit fällt mit über acht Stunden beim WLAN-Surfen und über sechs Stunden beim Video-Abspielen sehr ordentlich aus.

MOBILITÄT Asus Eee Pad Slider SL101
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 972 / 100 Gramm
Akkulaufzeit: Video-Test / WLAN-Test 6:08 / 8:16 Stunden

Asus EeePad Slider: Multimedia

Apropos Videos: Wie alle Tegra-Tablets scheitert auch das Slider an unseren MP4-Testdateien in Full-HD-Auflösung und H.264 High Profile. Auch AVI wollte es nicht abspielen. Formate wie MKV oder WMV gab es klaglos wieder, ebenso alle getesteten Audioformate.

MULTIMEDIA Asus Eee Pad Slider SL101
Abspielbare Video- / Audioformate 3GP, ASF, MKV, MP4, WMV / AAC, FLAC, M4A, MP3, Ogg, WAV, WMA
Anzeigbare Foto- /Text- /e-Book-Formate BMP, GIF, JPG, PNG / DOC, PDF, PPT, TXT, XLS / Epub, AZW, PDF, TXT
Audioqualität: Frequenzgangabweichung / max. Lautstärke 2,9 dB(U) / 44 dB(A)
UMWELT UND GESUNDHEIT Asus Eee Pad Slider SL101
Betriebsgeräusch: geringe / hohe Last 0,0 / 0,0 Sone
Leistungsaufnahme: Betrieb / Bereitschaft / Aus 6,0 / 1,3 / 0,0 Watt
Wärmeentwicklung 29° Celsius

Test-Fazit

Die Tastatur macht das Asus EeePad Slider zum derzeit besten Arbeits-Tablet. Für Spiel und Spaß eignen sich leichtere und dünnere Tablets zwar besser. Wer hinter die Fassade schaut, bekommt im EeePad Slider für rund 500 Euro aber ein stimmiges Gesamtpaket, das im Test kaum Schwächen zeigte und deshalb bei den Mittelklasse-Tablets ganz vorne mitspielt.

TESTERGEBNIS (NOTEN) Asus Eee Pad Slider SL101
Testnote gut ( 2,43 )
Preis-Leistung preiswert
Ausstattung (22 %) 2,64
Mobilität (20 %) 2,96
Bedienung (20 %) 1,73
Geschwindigkeit (12 %) 2,06
Bildschirm (12 %) 2,80
Multimedia-Funktionen (8 %) 2,57
Umwelt / Gesundheit (3 %) 1,79
Service (3 %) 2,43
ALLGEMEINE DATEN Asus Eee Pad Slider SL101
Internetadresse www.asus.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis) 499 Euro / 499 Euro
Technische Hotline 01805/010920
Garantie 24 Monate
DIE TECHNISCHEN DATEN Asus Eee Pad Slider SL101
Prozessor Nvidia Tegra 2 (1,0 GHz)
Maße (L x B x H) 27,2 x 18 x 1,8 Zentimeter
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 972 / 100 Gramm
Betriebssystem Android 3.2.1
eingebauter / zusätzlicher Speicherplatz (Art) 32 GB (Flash) / keiner mitgeliefert
Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS 802.11n / 2.1+EDR / nicht vorhanden / ja
USB 1 (Host)
HDMI 1 (Mini)
Kartenleser ja (Micro-SD)
Einschub für SIM-Karte nein
Kamera ja (2592 x 1944)
Internet-Kamera ja (1600 x 1200 Pixel)
Docking-Anschluss 1
Audio Mikrofon, Audioein-/ausgang
Software: installiert / weitere Programme viel / viel
Lieferumfang Tragetasche, USB-Kabel, Netzteil
Lagesensor / Lichtsensor ja / ja
Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF ja / ja / nein / nein
Donnerstag, 10.11.2011 | 10:00 von Thomas Rau
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (8)
  • Santeck 14:46 | 09.12.2011

    Also irgendwie bin ich mit meinem Notebook super zufrieden. Ich kann alles machen was ich benötige. iPad, Ultrabook etc. sind zwar lustige Spielereien aber braucht sowas jemand wirklich?! Naja, ich bin sehr skeptisch.

    Antwort schreiben
  • kingjon 14:43 | 29.11.2011

    Ich finde das gar nicht schlecht, wenn man sieht wie das schreiben auf einem iPad funktioniert - oder nicht....

    Zitat: Zucchi
    Vor allem wenn man in Betracht zieht, dass es sogar noch superflache Ultrabooks gibt, welche in die gleiche Richtung zielen aber viel mehr Leistung und Kompatibiltät mit sich bringen.
    Und wenn ich die Preise für ein Ultrabook sehe wird mir schwindelig! Gruß kingjon

    Antwort schreiben
  • Sc4ndalous 10:40 | 29.11.2011

    Hmm, nun ja das kann ja jeder halten wie er will aber abnehmer wirds dafür sogar sicher geben ich meine schau dir das doch mal an - da ist immer was das jemanden interessiert, obs jetzt den reissenden Absatz findet bleibt halt offen.

    Antwort schreiben
  • eli148 21:48 | 17.11.2011

    Ja, es muss auch nicht immer ein iPad sein. Wer Apple nicht mag, der kauft sich dann ein anderes. Außerdem ist es doch merklich besser auf einer echten Tastatur zu schreiben, als auf einem Touchscreen. Sinnlos oder sinnvoll.. wenn ich ein Tablet bräuchte, würde es mit hoher Wahrscheinlichkeit derzeit dieses werden.

    Antwort schreiben
  • magiceye04 19:19 | 17.11.2011

    Für Jemanden, der sich nicht zwischen Pad und Netbook entscheiden kann, durchaus eine sinnvolle Lösung. Sehr viele Netbooks in dieser Größe/Gewichtsklasse gibts bisher noch nicht, genaugenommen nur eins von Nokia, wo man aber mit einer lahmen Atom-CPU und Windows leben muß.

    Antwort schreiben
1121152