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Archos Chefpad im Praxistest

21.10.2013 | 09:30 Uhr |

"Das Archos Chefpad ist die perfekte Küchenhilfe und sorgt nebenbei auch für Unterhaltung" - so preist der Hersteller sein Spezial-Tablet auf der Webseite an. PC-WELT hat sich das Gerät angesehen und auf seine Küchentauglichkeit untersucht.

Das Chefpad von Archos ist ein 9,7-Zoll-Tablet, dessen Display eine Auflösung von 1024 x 768 Pixelnim 4:3-Format einsetzt. Im Lieferumfang finden sich eine abwaschbare Silikonhülle und ein biegbarer Aufsteller in gewöhnungsbedürftigem Pink - die Hülle soll das Tablet vor Spritzern schützen, der Aufsteller bringt es in die richtige Position. Ab Werk ist der Aufsteller übrigens noch eben, mit ein wenig Kraftaufwand haben Sie ihn aber schnell zurecht gebogen und an Ihre Körpergröße angepasst. Ebenfalls mit dabei ist ein Netzteil sowie ein USB-Kabel für den Datenaustausch. Das Laden des Akkus über USB ist beim Chefpad leider nicht möglich.

Praktisch ist die abwaschbare Silikonhülle und der biegsame Aufsteller.
Vergrößern Praktisch ist die abwaschbare Silikonhülle und der biegsame Aufsteller.
© Archos

Die Chef-Apps: Enttäuschende Auswahl

Nach dem ersten Anschalten werden Sie gefragt, ob Sie die Apps verschiedener Drittanbieter installieren möchten. Wer hier "Ja" sagt, kann die Apps nachträglich wieder entfernen, der Schaden hält sich also in Grenzen. Sie finden nun auch das Icon der "Chef Apps" auf dem Homescreen, die dem Tablet seinen Namen geben. Es führt Sie zu einer Art Stichwortverzeichnis: "Rezept", "Diät", "Werkzeuge", "Einkaufen", "Getränke" und "Kochen TV", dazwischen befinden sich Direktlinks in den Google Play Store zu - wie es scheint - willkürlich gewählten Apps. Klicken Sie auf ein Stichwort, gelangen Sie zum Teil erneut zu Direktlinks in den Play Store, oder Sie erhalten weitere Stichpunkte. So finden Sie etwa unter "Rezept" die Unterkategorien" Rezept der Welt", "Desserts" und "Vegetarier", deren Einträge dann wieder in den Google Play Store führen.

Die "Chef-Apps" sind lediglich thematisch gebündelte Food-Apps aus dem Google Play Store.
Vergrößern Die "Chef-Apps" sind lediglich thematisch gebündelte Food-Apps aus dem Google Play Store.

Alles in Allem ist die Auswahl an "Chef-Apps" sehr enttäuschend, da es sich dabei nur um eine Bündelung bereits vorhandener Koch-Apps aus dem Google Play Store handelt. Auch wurde die Auswahl beziehungsweise die Bündelung offensichtlich ohne Qualitätskontrolle getroffen, denn einige der Apps sind nicht für Tablets optimiert, andere enthalten keine Rezepte oder sind optisch wenig ansprechend. Hier hätten wir uns eine bessere Vorauswahl gewünscht - zum Durchsuchen des Play Stores nach Koch-Apps braucht man schließlich kein spezielles "Chefpad".

Bedienung: Schlechtes Display, Geschwindigkeit okay

Leider ist auch das Tablet an sich wenig für den Kücheneinsatz geeignet. Daran ist vor allem das Display schuld, das stark blickwinkelabhängig ist. Wer das Chefpad also auf der Arbeitsplatte neben dem Herd stehen hat und immer mal schnell drauf schauen muss, wird Probleme damit haben, die Beschreibungstexte seines Rezepts lesen zu können - es sei denn, er steht direkt davor. Auch ist die Farbdarstellung des Archos-Tablets eher mau, was bei einem Gerät, das für den Kücheneinsatz konzipiert ist und dafür Bilder darstellen soll, ein Knock-Out-Kriterium ist. Zudem macht die Kamera 2-Megapixel-Kamera ziemlich verrauschte und unscharfe Bilder, eignet sich daher auch nicht zum Festhalten der eigenen Kochkreationen.

Die Bedienung lässt aufgrund des schlechten Displays eher zu Wünschen übrig.
Vergrößern Die Bedienung lässt aufgrund des schlechten Displays eher zu Wünschen übrig.
© Archos

Etwas positiver ist jedoch die Arbeitsgeschwindigkeit des Chefpads einzuschätzen. Es basiert auf Android 4.1 Jelly Bean und wird von dem Dualcore-Prozessor ARM Cortex A9 mit 1,6 GHz sowie dem Quadcore-Grafikprozessor ARM Mali 400 MP4 angetrieben. Die Bedienung geht einigermaßen flüssig über die Bühne, bei Scrollen erleben wir ein paar Ruckler.

Test: Die besten Android-Tablets

Allerdings reagiert das Touchdisplay nicht immer gleich beim Tippen, und das Tablet verliert nach dem Ruhezustand häufig die WLAN-Verbindung oder stürzt komplett ab. Dann hilft nur noch ein Neustart. Weiterer Wermutstropfen: Das Chefpad ist mit 852 Gramm ein echter Brocken. Außerdem dauert es ungewöhnlich lang, bis der Akku geladen ist - hier dürfen Sie einige Stunden einplanen.

Das Archos Chefpad soll sich vor allem für Hobbyköche und Food-Blogger eignen.
Vergrößern Das Archos Chefpad soll sich vor allem für Hobbyköche und Food-Blogger eignen.
© Archos

Fazit: Nur ein Mittelklasse-Tablet

Ein spritzwassergeschütztes Tablet mit speziellen Koch-Apps für den Kücheneinsatz ist prinzipiell eine feine Sache. Allerdings schrammt das Archos Chefpad nicht nur um Haaresbreite an diesem Ziel vorbei. Es magelt ihm an guten vorinstallierten Apps, einem qualitativ hochwertigen Display und einer küchentauglichen Bedienung. 

Test: Android-Tablets unter 150 Euro

Produktbezeichnung

Archos Chefpad

CPU

ARM Cortex A9 mit 1,6 GHz

GPU

ARM Mali 400 MP4

ROM

8 GB

RAM

1 GB

Betriebssystem

Android 4.1 "Jelly Bean"

Speichererweiterung

Micro-SD-Slot

Schnittstellen

WLAN, Micro-USB, Mini-HDMI

Abmessungen

24,3 x 19 mm x 1 Zentimeter

Gewicht

852 Gramm

Zubehör

USB-Kabel, Netzteil, Silikonhülle, Silikonaufsteller

Preis

179 Euro

Webadresse

www.archos.com

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