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Apple iPhone 6 (128 GB) im Test

24.09.2014 | 14:30 Uhr |

Endlich größer: Im Test überzeugt das iPhone 6 mit einer besonders guten Kamera, toller Haptik und starker Performance - warum wir trotzdem Grund zum Meckern haben, lesen Sie in diesem Artikel.

Das iPhone 6 ist mit seinem 4,7-Zoll-Display das kleinere der beiden neuen Apple-Smartphones, trotzdem wesentlich größer als sein Vorgänger iPhone 5s . Und das, obwohl Apple lange an der Idee des kleinen Handys festhielt! Der Druck der Android-Konkurrenz zwingt die Amerikaner nun doch mit dem Trend zu gehen - und die Kunden begrüßen diesen Schritt, so nannte die Mehrheit die neuen Größen als Kaufgrund.

iPhone 6 - gut, aber nicht perfekt - Test-Video

Handhabung und Display: Größer, trotzdem noch handlich

Das IPS-Display des neuen iPhone 6 misst jetzt 4,7 Zoll (11,94 Zentimeter) in der Bilddiagonale und löst dabei mit 1334 x 750 Pixeln auf. Daraus ergibt sich die für ein iPhone typische Punktdichte von 326 ppi. Auch wenn der Screen weniger Pixel als vergleichbare Androiden wie dem HTC One anzeigt, ist die Qualität insgesamt sehr hoch. Aufgrund der guten Display-Technik, durch die Glas und Touchscreen noch dünner geworden sind, sehen Inhalte nicht nur knackscharf aus, sie verändern sich auch bei weitem Blickwinkel nicht in Farbe und Intensität. Zudem ist die Leuchtkraft des Bildschirms mit gemessenen 477,1 cd/m² sehr hoch, der Kontrastwert liegt sogar annähernd auf AMOLED-Niveau.

Apple setzt beim neuen iPhone 6 wie auch beim iPhone 6Plus auf ein komplett rundes Design und verabschiedet sich damit von harten Kanten! Die Rundungen kommen der Haptik zugute, da das Smartphone dadurch sehr angenehm in der Hand liegt. Weil außerdem die Display-Kanten abgerundet sind, schafft Apple einen fließenden Übergang vom Rahmen zum Screen, was sich positiv auf die Bedienung auswirkt. Dieses Design-Element ist aber nicht neu, denn schon das HTC One X trumpfte vor 2 Jahren mit einem am Rand gebogenen Display auf.

Wie beim iPhone 6 Plus sitzt das Display des iPhone 6 in einem vergleichsweise zu großen Gehäuse. Mit seinen Maßen 138,1 x 67 Millimetern ist das Apple-Handy ungefähr so groß wie LG G2 , das allerdings über ein deutlich größeres Display (5,2 Zoll) verfügt. Dafür gehört es mit seinen 6,9 Millimetern zu den dünnsten Smartphones auf dem Markt - 8 Millimeter, wenn wir die hervorstehende Kamera miteinrechnen.

Weil das iPhone 6 extrem dünn ist, hat wohl die Kamera nicht mehr ins Gehäuse passt. Sie steht deutlich hervor, weshalb das iPhone auf dem Tisch liegend wippt.
Vergrößern Weil das iPhone 6 extrem dünn ist, hat wohl die Kamera nicht mehr ins Gehäuse passt. Sie steht deutlich hervor, weshalb das iPhone auf dem Tisch liegend wippt.

Apropos hervorstehende Kamera - es gibt zwei große Nachteil: Auch wenn das Objektivglas der Kamera aus besonders kratzfesten Saphirglas besteht, kann das Glas schneller zerkratzen. Zudem liegt das iPhone unruhig auf dem Tisch, weil es beim Tippen im oberen linken Display-Bereich wippt. - das passt nicht zu Apples Design-Sprache.

Handhabung und Bildschirmqualität

Apple iPhone 6 (Note: 1,92)

Verarbeitungsqualität

sehr hoch

Akku wechselbar

nein

Bedienung Touchscreen / Touchscreen-Technik

1 / kapazitiv

Bildschirm: Technik / Diagonale / Größe / Auflösung / Punktedichte

LCD / 11,9 Zentimeter (4,7 Zoll) / 750 x 1334 Pixel / 326 ppi

Bildschirm-Qualität: Kontrast / Helligkeit

1585:1 / 477 cd/m²

Internet und Geschwindigkeit: Hohe Performance

Ein Smartphone kann nur dann leistungsstark arbeiten, wenn das Zusammenspiel zwischen Hard- und Software fein aufeinander abgestimmt ist. Hier liegt auch der große Vorteil gegenüber Android-Geräten: Apple entwickelt nämlich die Leistungs-Bauteile sowie das System iOS im eigenen Haus, weshalb die Zusammenarbeit einwandfrei funktioniert.

Unter der Haube arbeitet die neue CPU Apple A8 mit zwei Kernen und einer Taktrate von 1,4 GHz. Unterstützt wird sie von einem 1 GB großen RAM-Speicher. Für Android-Nutzer klingt das nach veralteter Technik, die vor 2 Jahren bereits verwendet wurde. Heutzutage setzen die Hersteller auf 4 bis 8 Kerne mit doppelt so hoher Taktfrequenz. Jetzt kommt das große "Aber": Weil iOS 8 wesentlich ressourcenfreundlicher arbeitet, braucht das iPhone 6 nicht mehr Kerne oder größeren Arbeitsspeicher, es läuft teilweise sogar performanter als Top-Androiden mit zigfacher Leistung. Im Geekbench 3 erzielt das 6 2927 Punkte, das iPhone 6 Plus kommt auf 3280 Punkte, der Vorgänger, das iPhone 5s, schafft 2560 Punkte. So läuft das System in der Praxis enorm flüssig und vor allem stabil.

Übrigens bietet Apple App-Entwicklern mit "Swift" eine neue und effektive Programmiersprache sowie mit Metal eine Highend-Grafikengine. Durch die neu geschaffene Grundlage soll die Performance zukünftiger Apps deutlich gesteigert werden - wir sind gespannt!

iPhone 6 aufgeschraubt - Unboxing Extreme im Video

Erstes Apple-Phablet iPhone 6 Plus im ausführlichen Test

Im Netz surfen Sie unterwegs via LTE Cat4 (150 Mbit/s im Download) - einige der aktuellen Highend-Smartphone warten bereits mit Cat6 (300 Mbit/s) auf. Trotzdem laden Webseiten in kurzen 3 Sekunden und wir navigieren und zoomen ohne Ruckler auf den Seiten. Im heimischen Netzwerk geht es per WLAN-ac ins Internet, die Geschwindigkeit passt. Übrigens punktet der in iOS 8 integrierte Safari-Browser mit hoher Performance in unseren Benchmarks. So bearbeitet er die Javascript-Aufgaben des Sunspiders in nur 360,1 Millisekunden - damit unterbietet das iPhone 6 sogar das Rekordergebnis des iPhone 6 Plus! Knapp dahinter liegt das Samsung Galaxy S5 mit 389,8 Millisekunden auf Platz 3!

Internet und Geschwindigkeit

Apple iPhone 6 (Note: 1,33)

Browser: Geschwindigkeit / Flash unterstützt

360 Punkte / nein

Geschwindigkeit: Startzeit / Datenübertragung / Tempo-Messung (Smartbench)

00:34 Minuten / 00:33 Minuten / 2927 Punkte

Neue Features und Funktionen von iOS 8

Oberflächlich hat sich iOS 8 kaum gegenüber der Vorgänger-Version geändert. Die Neuerungen stecken überwiegend nicht sichtbar unter der Haube, da Apple neue Technologien wie die Programmiersprache Swift oder die Grafikengine Metal einführt. Außerdem steht die Fingerabdruckerkennung TouchID nun auch fremden Apps zur Verfügung, Healthkit importiert Gesundheits- und Fitness-Daten von Apps und ermöglicht die Kommunikation untereinander und Extentions führt eine Schnittstelle zur App-Erweiterung unter anderem für die Widgets in der Mitteilungszentrale ein.

Die Spotlight-Suche durchsucht jetzt nicht nur lokale Inhalte, sondern auch nach Inhalten im Web, im App Store und nach Orten in Karten.
Vergrößern Die Spotlight-Suche durchsucht jetzt nicht nur lokale Inhalte, sondern auch nach Inhalten im Web, im App Store und nach Orten in Karten.

Trotzdem gibt es auch für Sie neue Funktionen - wobei "neu" an dieser Stelle nicht ganz korrekt ist, denn die meisten Features bieten verschiedene Android-Geräte teilweise schon seit Jahren, für iOS-Anwender kommen sie jetzt erstmals! Wischen Sie beispielsweise auf dem Startbildschirm in der Mitte nach unten, erscheint die Suchfunktion Spotlight. Diese sucht in iOS 8 nicht mehr nur lokal auf dem Gerät, sondern auch im Internet, im App Store oder nach Orten in Karten. Eine ähnlich intelligente Suche integrierte Samsung erstmals im Galaxy Note 3 , die sogar handschriftliche Notizen und Fotobeschriftungen durchsucht.

Hinterlegen Sie im Notfallpass wichtige Infos zu Ihrer Person, damit Helfer im Ernstfall sofort Bescheid wissen und reagieren können - der Notfallpass kann im Sperrbildschirm aufgerufen werden.
Vergrößern Hinterlegen Sie im Notfallpass wichtige Infos zu Ihrer Person, damit Helfer im Ernstfall sofort Bescheid wissen und reagieren können - der Notfallpass kann im Sperrbildschirm aufgerufen werden.

Die neue Health-App sammelt Gesundheits- und Fitness-Daten und zeigt sie an einer zentralen Stelle an. Zusätzlich können Sie einen Notfallpass einrichten, in dem Sie Alter, Gewicht, Allergien und sonstige relevante Informationen hinterlegen. Dieser kann im Notfall auf dem Sperrbildschirm angezeigt werden, um Helfern mit wichtigen Infos zu versorgen. Auch Gesundheits-Apps sind schön länger Bestandteil aktueller Androiden wie dem Galaxy S5 und dem LG G3 .

Darüber hinaus erlaubt die Funktion "Familienfreigabe" unter anderem die gemeinsame Nutzung von Einkäufen in iTunes, iBooks und im App Store für bis zu sechs Mitglieder. Die Freigabe richten Sie in den Einstellungen unter "iCloud " ein.

Apple integriert zudem erstmals NFC in einem iPhone, um den Dienst Apple Pay zu nutzen, in dem Sie Ihre Kreditkarten hinterlegen können, um dann per Nahfunk Ihre Einkäufe zu tätigen. Das Problem: Der Dienst ist aktuell nur in den USA verfügbar, die Einführung in Deutschland wird noch dauern. Übrigens: NFC wird nur für die Bezahlung genutzt, das vernetzen mit anderen Smartphones oder Geräten wie Stereoanlangen funktioniert nicht.

iPhone 6 - Die große Enttäuschung?! - Tech-up

Mobilität: Enttäuschende Akkulaufzeit

Wir sind bereits von der Akkulaufzeit des großen iPhone 6 Plus enttäuscht gewesen, das gerade mal 6,5 Stunden in unserem Test Dauer-Surfen aushielt. Der 1810-mAh-Akku des iPhone 6 macht es nicht besser: Knapp 6 Stunden verbringt das Smartphone online, ehe es nach externem Strom verlangt. In der Praxis müssen Sie Ihr iPhone 6 also jeden Abend ans Ladegerät hängen, sonst hören Sie den Wecker am nächsten Morgen nicht - denn ohne Akku, kein klingeln!

Mit der geringen Laufzeit liegt es nur knapp über dem Durchschnitt, aber weit hinter de Dauerläufern Galaxy Note 3 und dem LG G Flex liegt. Dafür ist das iPhone 6 mit seinen 129 Gramm verteilt auf der Fläche angenehm leicht.

Mobilität

Apple iPhone 6 (Note: 3,00)

Akkulaufzeit

05:53 Stunden

Gewicht

129 Gramm

Multimedia: Autofokus auf Highend-Kamera-Niveau

Zwar muss das iPhone 6 gegenüber seinem direkten Phablet-Bruder auf einen optischen Bildstabilisator verzichten, der Verwacklungen ausgleicht. Trotzdem überzeugt die 8-Megapixel-Kamera vor allem bei Fotoaufnahmen unter Tageslicht. Bei schwächeren Lichtverhältnissen tritt dagegen schnell Bildrauschen auf.

Im Test begeistert uns vor allem der schnelle Autofokus begeistert: Apple nutzt beim Fokussieren nämlich nicht nur den typischen Kontrast-Fokus, sondern greift hierbei auf das aus dem Systemkamera-Bereich bekannten Phasenvergleichs-Verfahren zurück. Apple nennt diese Technik "Focus Pixels". Dabei fokussiert die Kamera so schnell, dass Sie kaum Unschärfen beim Motiv- oder Abstandswechsel bemerken. Das typische Fokus-Pumpen - scharf, unscharf, scharf, unscharf - fällt komplett weg. Sie werden bereits in der Vorschau bemerken, wie fließend der Fokuswechsel funktioniert - bei Videoaufnahmen ist dieses Verfahren ein echtes Plus!

Auch können Sie wieder Zeitlupenvideos aufnehmen, diesmal sogar mit 240 Bildern pro Sekunde, wodurch spektakulärere Aufnahmen möglich sind. Neu ist die Zeitraffer-Funktion, die Sie auch bei einigen Android-Geräten finden.

Multimedia

Apple iPhone 6 (Note: 2,18)

Kamera: Auflösung / Bildqualität / Autofokus / Touch-Fokus / Makro / Motivprogramme / Bildstabilisator / optischer Zoom / digitaler Zoom / mechanischer Auslöser / LED-Licht

3264 x 2448 Bildpunkte / 1 / ja / ja / ja / ja / ja / / ja / nein / ja

Video: Auflösung / Bild- und Tonqualität / Bildstabilisator / Aufnahme Stereoton

1920 x 1080 Bildpunkte / gut / ja / ja

DLNA

nein

Fazit zum Apple iPhone 6: Top-Smartphone mit geringer Lebensdauer

So groß der Spott auch über die "veraltete Technik" des iPhone 6 ist - das Smartphone läuft einfach beeindruckend performant. Es braucht nicht mehr Leistung. Positiv finden wir auch die neue Display-Größe, die Inhalte weiterhin scharf, hell und kontrastreich anzeigt. Außerdem integriert Apple nun Funktionen, die Sie sicherlich von Android bereits kennen, damit nähern sich die Amerikaner dem aktuellen Highend-Stand. Überrascht sind wir vor allem von der besonders guten Kamera, die mit einem für Smartphones sensationellen Autofokus arbeitet - davon profitieren überwiegend Ihre Videoaufnahmen.

Erstes Apple-Phablet iPhone 6 Plus im ausführlichen Test

Enttäuschend ist dagegen, dass Apple zwar endlich auf NFC setzt, es aber nur für Apple Pay verfügbar macht, das Sie hier in Deutschland vorerst nicht verwenden können! Außerdem ist die Akkulaufzeit enttäuschend gering, weshalb Sie Ihr iPhone 6 mindestens jeden Abend, wenn nicht gar öfter, aufladen müssen! Dass die Anschaffungskosten von 700 bis 900 Euro für die Ausstattung, die jedes mittelklassige Android-Smartphone zum halben Preis bietet, sehr hoch angesetzt sind, brauchen wir in diesem Zusammenhang nicht extra erwähnen.

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Apple iPhone 6

Testnote

gut (2,00)

Preis-Leistung

teuer

Ausstattung und Software (24 %)

1,69

Handhabung und Bildschirm (24 %)

1,92

Internet und Geschwindigkeit (20 %)

1,33

Mobilität (19 %)

3,00

Multimedia (10 %)

2,18

Service (3 %)

2,75

ALLGEMEINE DATEN

Apple iPhone 6

Testkategorie

Smartphones

Smartphone-Hersteller

Apple

Internetadresse von Apple

www.apple.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

899 Euro

Technische Hotline

01805 / 009433

Garantie

12 Monate

DIE TECHNISCHEN DATEN

Apple iPhone 6

Größe (L x B x H in Millimeter)

138 x 67 x 7 Millimeter

Formfaktor

Barren

Betriebssystem

iOS 8

Prozessor (Takt)

Apple A8 (1.4 GHz. Dual-Core)

3G/4G-Tempo / HSDPA / HSUPA / LTE

150 MBit/s / MBit/s / 5,76 MBit/s / ja

Bluetooth / WLAN / NFC / GPS

4.0 / ac / ja / ja

USB / HDMI / Klinkenstecker

Lightning / nein / ja

interner Speicher / davon frei / Speichererweiterung

128 GB / 110 GB / nicht vorhanden

Lieferumfang

Lade-Adapter, USB-Kabel, Stereo-Headset

Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF

ja / ja / ja / ja

installierte Software / verfügbare Apps

viel / sehr viele

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