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Antivirus für Unternehmen unter XP im Test

22.07.2014 | 15:17 Uhr |

Das AV-Test Institut hat acht Schutzprogramme für Desktop-Rechner unter Windows XP getestet. Alle bieten guten bis sehr guten Schutz. Unterschiede gibt es eher bei der Systembelastung und der Zahl der Fehlalarme.

Auch bei den Arbeitsplatzrechnern in vielen Unternehmen ist der Wechsel zu einer neueren Windows-Version noch nicht abgeschlossen. So mancher PC läuft noch unter Windows XP, obwohl Microsoft den Support im April eingestellt hat. Antivirus-Software für den Unternehmenseinsatz soll vor Malware-Angriffen schützen, ohne beim Arbeiten zu stören. Acht Antivirushersteller haben sich um ein Zertifikat des Magdeburger AV-Test Instituts beworben – alle mit Erfolg.

Neben den acht Bewerbern hat AV-Test auch Microsoft System Center Endpoint Protection wieder außer Konkurrenz mitgetestet. Es dient dabei als untere Messlatte. Geprüft wird wie immer in den drei Kategorien Schutzwirkung , Systembelastung und Benutzbarkeit . Zwei Monate lang haben die Tester frische Malware auf die Kandidaten losgelassen, die Bremswirkung der Schutzlösungen bei Dateioperationen gemessen sowie Fehlalarme bei harmlosen Dateien und Websites gezählt. In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte. Produkte, die in jeder Kategorie mindestens einen Punkt und insgesamt wenigstens zehn Punkte erzielen, erhalten ein Zertifikat.
 
Diese Bedingungen haben alle Zertifikatsbewerber locker erfüllt. Nur Microsofts Schutzlösung genügt den Anforderungen mangels ausreichender Schutzwirkung nicht. Das kleinere Testfeld liegt, anders als beim parallelen Test der Schutzprogramme für Privatanwender , dicht beisammen. Alle Bewerber bieten eine sehr gute Schutzwirkung, nur Sophos hat sich einen Ausrutscher bei so genannter Zero-Day-Malware geleistet. Es hat im Mai nur 96 Prozent der Schädlinge erkannt und bekommt dafür einen halben Punkt abgezogen.

Ergebnistabelle
Vergrößern Ergebnistabelle

Trend Micro Office Scan führt die Ergebnistabelle an. Diese ist nach der letzten Spalte sortiert, in der die Punkte aus den drei Einzelkriterien anders gewichtet sind (3:1:1) als AV-Test dies tut (1:1:1, vorletzte Spalte). Je nach Gewichtung tauschen F-Secure und Sophos die Plätze. F-Secure hat sich etwas zu viele Fehlalarme geleistet. Gerade in Unternehmen ist jeder Fehlalarm einer zu viel. Dass man den Test auch ganz ohne falsche Alarmmeldungen absolvieren kann, zeigen mit Sophos und Microsoft ausgerechnet die beiden anderen Produkte im unteren Teil der Tabelle. Beim Besuch harmloser Websites hat kein Produkt falschen Alarm ausgelöst.

Mehr noch als die Zahl der Fehlalarme trennt die Systembelastung die Spreu vom Weizen. Symantec, F-Secure und Sophos bremsen Dateioperationen wie den Programmstart, Downloads oder Kopiervorgänge etwas stärker als die übrigen Bewerber. Nur Microsofts Lösung zeigt eine noch deutlichere Bremswirkung. Weitere, für den Unternehmenseinsatz wichtige Kriterien wie zentrales Management sind nicht Teil der Zertifizierung.

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