Antivirus mit Zertifikat

Fünf Antivirusprodukte sind durchgefallen

Dienstag den 19.04.2011 um 17:04 Uhr

von Frank Ziemann

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Das Antivirus-Testinstitut AV-Test hat im ersten Quartal 2011 22 Antivirusprodukte getestet. Fünf Kandidaten sind dabei durchgefallen, einige nicht zum ersten Mal.
Seit etwa einem Jahr bietet das Magdeburger Testlabor AV-Test eine definierte Zertifizierungsprüfung für Antiviruslösungen an. Dabei müssen die Testkandidaten über mehrere Monate eine Reihe standardisierter Prüfungen durchlaufen und Punkte sammeln. Produkte, die in den drei Bereichen Schutz , Reparatur und  Benutzbarkeit zusammen mindestens 11 von 18 Punkten erreichen, erhalten ein Zertifikat.

Im ersten Quartal 2011 sind 22 Antivirusprodukte unter Windows 7 (32 Bit, ohne Service Pack 1) angetreten. Für die Prüfung der Schutzwirkung werden die statische und dynamische Erkennung von Malware sowie von so genannten 0-Day-Exploits getestet. Bei der Reparatur sind infizierte Rechner von Malware und Rootkits zu befreien. Unter den Punkt Benutzbarkeit fallen das Ausbremsen des Systems durch den Virenscanner sowie die Zahl der Fehlalarme bei harmlosen Dateien. Für jedes der drei Kriterien sind maximal sechs Punkte erreichbar. Im letzten Jahr mussten insgesamt noch 12 Punkte erreicht werden, in diesem Jahr genügen 11 für ein Zertifikat.

Die Spitzengruppe bilden Bitdefender und F-Secure mit 15,5 Punkten sowie Symantec mit 15 Punkten. Dahinter folgen gleichauf Kaspersky, Panda und G Data mit je 14 Punkten. Die meisten Produkte heißen "Internet Security 2011" oder ähnlich. Bitdefender erreicht als einziger Hersteller die maximale Punktzahl bei der Schutzwirkung. Die gleichmäßige Gewichtung der drei Testkriterien mag durchaus diskussionswürdig erscheinen, doch nur eine mutwillige Veränderung der Gewichtung hätte wesentlichen Einfluss auf die Reihenfolge.

Von den großen Namen in der Antivirusindustrie liefert nur McAfee eine so schwache Leistung ab, dass es nicht für ein Zertifikat reicht. Das ist kein Einzelfall: McAfee ist auch bei den drei Tests im Vorjahr unter Windows 7, Vista und XP jedesmal durchgefallen, ebenso Norman. Die anderen Durchfaller sind CA, Comodo und PC Tools. PC Tools gehört seit einiger Zeit zu Symantec und hatte bei den Zertifizierungstests im Vorjahr die Anforderungen stets problemlos erfüllt.

Die Gratis-Tools Avast Free Antivirus und Microsoft Security Essentials haben die Zertifizierungshürde wie auch die Premium Security Suite von Avira mit erreichten 11,5 Punkten nur knapp genommen. Alle Ergebnisse, auch im Detail, finden Sie auf der AV-Test Website .

Dienstag den 19.04.2011 um 17:04 Uhr

von Frank Ziemann

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (10)
  • deoroller 11:37 | 20.04.2011

    Bei einem AV-Programm ist der Einbrecher aber meist schon auf dem PC, bevor er abgewehrt wird. Webseiten müssen erst heruntergeladen werden, um sie betrachten zu können. Eine Flash-Lücke ist dann effektiv geschützt, wenn Flash nicht ausgeführt wird. Noscript hilft da mehr als ein aktuelles AV-Programm, das nur reagiert.

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  • EBehrmann 11:31 | 20.04.2011

    Wenn jemand glaubt, er könne seinen PC einbruchsicher machen, der liegt falsch. Ist wie bei einem Haus, auch das kann man nicht einbruchsicher machen. Man kann es den Einbrechern nur erschweren. Und das mache ich unter anderem mit meinem AV Programm, dass man trotzdem nicht überall wild drauflosklicken sollte, müsste heute fast jeder wissen.

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  • deoroller 10:24 | 20.04.2011

    Hier ist eine Beschreibung, wie alle AV-Programme erst kürzlich aus getrickst werden konnten.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Exploit-auf-Amnesty-Seiten-trickste-AV-Software-aus-1230357.html

    Obwohl die Flash-Lücke bereits bekannt ist, erkannte von 42 Virenscanner kein einziger mehr die bösartige Flash-Datei mehr als Sicherheitsrisiko.

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  • deoroller 09:16 | 20.04.2011

    Das ist eine Frage, welches unabhängige Testmagazin man auswählt.

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  • Hnas2 00:00 | 20.04.2011

    Wo ist denn in dieser Veröffentlichung das viel gepriesene Avira Antivir geblieben? Die Avira: Premium Security Suite 10.0 hat es ja gerade so geschafft, zertifiziert zu werden, und die hat einige Funktionen mehr als Avira Antivir.
    Im Gegensatz zu den ganzen untersuchten Internet Security Suiten haben die beiden bewerten kostenlosen Antivirenprogramme von Microsoft und Avast da hervorragend abgeschnitten.

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