Kaufberatung
Antiviren-Tools: Platz 4 bis 9
Trend Micro zeigte eine gute Sicherheitsleistung – mit zwei kleinen Schwachstellen.
Scanleistung: Den ersten Patzer gab’s bei der Suche nach aktiven Rootkits. Bei zweien der Schädlinge stürzte der Rechner ab. Außerdem ist die Reaktionszeit auf neue Schädlinge mit 6 bis 8 Stunden lang. Sonst waren die Ergebnisse aber gut. Die 90 Prozent bei der Zoo-Malware gehen noch in Ordnung.
Bedienung: Die Bedienerführung ist gut strukturiert. Einsteiger wie Profis werden sich sofort zurechtfinden. Standardmäßig verschiebt das Tool einen gefundenen Schädling umgehend in Quarantäne. Immerhin bietet es einen sofortigen Zugriff auf die Isolierstation, so dass man bei einem Fehlalarm die Datei umgehend befreien kann.
Außerdem: Man merkt schnell, dass Trend Micro überwiegend Tools für Firmen anbietet: Es lässt sich sehr fein einstellen, bei welchen Vorfällen man benachrichtigt wird. Das ist ganz nett, aber für Privatanwender kein großer Bonus. Im Test hatten wir die englischsprachige Version, die deutschsprachige Version soll aber folgen.
Fazit: Trend Micro Antivirus plus Antispyware ist ein solides Antiviren-Programm mit guter Bedienerführung. Das Tool ist für Einsteiger wie Profis geeignet.
F-Secure Antivirus zeigte eine gute Sicherheitsleistung und reagiert schnell auf neue Viren. Es war aber eines der langsamsten Programme im Test und leidet an einer schwachen Bedienerführung.
Scanleistung: Die 93 Prozent bei der Zoo-Malware liegen zwar eher am Ende des Spitzenfeldes, sind aber noch im grünen Bereich. Ähnlich knapp liegt das Programm bei der Ad- und Spyware, dafür ist die übrige Leistung top. Das Tool fand sogar alle aktiven Rootkits, was sonst nur noch Panda Antivirus schaffte. Aber: Die Systemanforderungen sind hoch. Aktivierten wir die besten Einstellungen, verlängerte sich der Kopiervorgang um den Faktor 10.
Bedienung: Die Bedienerführung hat Schwächen. Die Einstellungen sind sehr versteckt und etwas zu verschachtelt angeordnet. Unerfahrene Anwender werden das beiliegende Handbuch und die programminterne Hilfe ausgiebig zu Rate ziehen müssen.
Fazit: F-Secure zeigt eine sehr solide Scanleistung. Es braucht aber viel PC-Power. Wen das und die schwache Bedienerführung nicht abschrecken, der bekommt mit dem Tool ein gutes Antiviren-Programm.
McAfee Virusscan zeigte beim Sicherheitstest eine gemischte Leistung. Da erfreuen auch die vielen Extrafunktionen nicht.
Scanleistung: Die Erkennungsrate von 83 Prozent bei der Zoo-Malware liegt schon deutlich hinter der Spitzengruppe. Gut waren dagegen die Werte bei der Ad- und Spyware (93 Prozent) sowie der Verhaltensanalyse (4 von 4 Tests). Schlecht: Der Wächter zählt zu den Langsamsten im Test: Kopieren dauerte gut 4 Mal so lange. Die Reaktionszeit auf neue Viren lag durchschnittlich bei 8 bis 10 Stunden, was der schlechteste Wert im Test war. Wie bei Norton Antivirus darf der Anwender zunächst nicht entscheiden, was mit einem entdeckten Schädling geschehen soll. McAfee packt die Datei schnurstracks in Quarantäne. Dieses Verhalten ist ärgerlich, wenn es sich um einen Fehlalarm handelt – wie er etwa bei den Tools aus dem Praxisressort der PC-WELT öfter vorkommt. Aus der Quarantäne lässt sich die Datei dann aber befreien.
Bedienung: Die Bedienerführung heißt bei McAfee Security Center und wurde in der Version 2008 renoviert – mit Erfolg. Man kann sich gut orientieren und findet das meiste schnell. Die Konfiguration ist für Einsteiger aber nicht einfach, zudem fehlt des öfteren eine kontextbezogene Hilfe.
Interessant sind Extras wie „Hacker Watch“, das anzeigt, über welche Ports Rechner im Internet aktuell angegriffen werden. Mehr Sicherheit bringt das freilich dem durchschnittlichen PC-Anwender nicht.
Ganz nett: Der Installationsassistent bietet an, vorweg die neueste Programmversion komplett aus dem Internet zu laden, statt die zwangsläufig etwas veralteten von der CD zu nehmen und dann upzudaten.
Fazit: Das übersichtliche Tool McAfee Virusscan Plus 2008 findet bei der Sicherheitsleistung keinen Anschluss an die Spitzengruppe.
Das Antiviren-Tool von Kaspersky ist seit langen für gute Scanleistung und sehr schnelle Reaktion auf neue Viren bekannt. In diesem Test gab’s aber Probleme. Das Tool erkannte nicht jede ITW-Malware – ein böses Foul.
Scanleistung: Der Wächter von Kaspersky übersah den ITW-Schädling Win32/Sohanad!Itw14. Wenn so etwas einmal in einem Test passiert, bedeutet das nicht automatisch den Abstieg in die zweite Liga, es ist aber ein Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Schuld könnten vielleicht die extrem vielen Updates sein. Denn bei rund 28 Aktualisierungen pro Tag sind Schwächen bei der Qualitätssicherung leicht vorstellbar.
Vielleicht liegt es aber auch an der Umstrukturierung der Firma. Wegen des riesigen Erfolgs der Antiviren-Software wandelt sich die Firma von einem Familienunternehmen zu einem weltweit agierenden Konzern mit entsprechend geänderter Firmenstruktur.
In diesem Test stufen wir Kaspersky wegen des verpassten ITW-Schädlings bei der Scanleistung um eine halbe Note nach unten. Anderenfalls wäre das Tool auf dem Siegertreppchen gelandet.
Bedienung: Das Tool lässt sich extrem genau konfigurieren. Wer gerne an Software herumschraubt, wird es lieben. Für alle anderen bedeutet die Konfiguration viel Arbeit. Die Möglichkeit, eine bootfähige Notfall-CD anzulegen, finden wir sehr gut. Die Funktion ist aber viel zu kompliziert gestaltet.
Fazit: Kaspersky patzte beim Sicherheitstest und wurde deshalb runtergestuft. Ohne den Fehler hätte das Tool einen Spitzenplatz belegt.
Das Antiviren-Programm Nod 32 patzte in einem Sicherheitstest. Die Reaktionszeit auf neue Viren war erfreulich kurz.
Scanleistung: Mit nur 84 Prozent bei der Zoo-Malware liegt Nod 32 hinter der Spitzengruppe. Gravierender ist aber der Patzer bei den nicht aktiven Rootkits. Hier meldete es die Installationsdatei von NT Illusion nicht. Das ist ähnlich gravierend wie einen ITW-Virus zu übersehen.
Das können weder die guten 92 Prozent bei der Ad- und Spyware wettmachen noch die schnellen 2 bis 4 Stunden Reaktionszeit auf neue Schädlinge.
Bedienung: Die Programmoberfläche weicht zwar in einigen Punkten vom gewohnten Bedienkonzept ab, lässt sich aber nach kurzer Orientierung leicht bedienen. Gut strukturiert sind die meisten Optionen.
Fazit: Nod 32 kommt mit einer ungewohnten, aber logisch aufgebauten Bedienerführung. Die Sicherheitswerte reichen nicht für einen Spitzenplatz.
Panda Antivirus verpasste seine Chance auf einen Spitzenplatz. Es fehlte eine wichtige Funktion.
Scanleistung: Die Sicherheitsleistung von Panda war überwiegend gut bis sehr gut. Wächter und Scanner sind sogar richtig flott, und das Tool fand alle aktiven Rootkits. Das schaffte sonst nur noch F-Secure. Die Reaktionszeit auf neue Schädlinge ist mit 6 bis 8 Stunden zwar lang, aber das war in der Summe nicht entscheidend. Es fehlen die Punkte im Test mit der verhaltensbasierten Erkennung von Schädlingen (0 Prozent). Das Tragische daran: Panda hat als einer der ersten Hersteller ein entsprechendes Modul entwickelt (es heißt Truprevent). Aber Panda baut es zurzeit nicht in sein reines Antivirus-Produkt ein. Vermutlich eine Marketing-Entscheidung, um die Sicherheits-Suiten besser verkaufen zu können.
Bedienung: Die Bedienung ist übersichtlich. Man findet sich sofort zurecht. Lediglich die Konfigurationsmenüs sind nicht immer sofort verständlich. Hier könnte die kontextbezogene Hilfe Klarheit bringen. Leider gibt’s für die keinen Button. Mit der <F1>-Taste lässt sie sich aber doch aufrufen.
Was mit einem blockierten Virus geschehen soll, kann der Anwender – wie bei Norton Antivirus – nicht selbst bestimmen. Gut: Die Programm-CD ist bootfähig und scannt nach wenigen Eingaben das komplette System.
Übrigens: Die für Updates nötige Aktivierung auf der Website des Herstellers zwingt zur Angabe der Adresse und der Telefonnummer. Das finden wir ziemlich neugierig.
Fazit: Panda Antivirus verpasst eine bessere Platzierung, weil das Schutzmodul Truprevent nicht eingebaut ist.

