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Anti-Malware für Android geprüft

07.04.2014 | 11:01 Uhr |

Das Magdeburger AV-Test Institut hat in den letzten Wochen 31 Schutzprogramme für Android-Geräte einem ausgiebigen Zertifizierungstest unterzogen. Dabei haben 13 Produkte die volle Punktzahl erreicht, zwei Apps sind wegen mangelnder Schutzwirkung durchgefallen.

Nach dem Test ist vor dem Test – so lautet offenbar die Devise beim AV-Test Institut. Der letzte Zertifizierungstest für Android-Schutzprogramme wurde Anfang Februar veröffentlicht und wenige Wochen später begann der bereits nächste, dessen Ergebnisse nun vorliegen. Diesmal haben die Magdeburger 31 Anti-Malware-Apps auf den Prüfstand geholt und mehrere Wochen Wochen lang unter realistischen Bedingungen getestet. Dabei haben zwei Produkte zum wiederholten Mal die Anforderungen nicht erfüllt.

Intensiv geprüft haben die Tester vor allem in den beiden Kategorien Schutzwirkung und Benutzbarkeit . In beiden Disziplinen sind jeweils sechs Punkte zu erreichen. Die Prüfung der Schutzwirkung umfasst die Erkennung von 2266 schädlichen Apps, die nicht älter als vier Wochen sind. Zur Benutzbarkeit zählen Aspekte wie Systemauslastung, Beeinträchtigung der Akku-Laufzeit, die Menge des erzeugten Datenverkehrs sowie die Zahl der Fehlalarme bei über 800 harmlosen Apps aus Google Play sowie fast 500 weiteren aus anderen App-Portalen.

zusätzliche Sicherheitsfunktionen
Vergrößern zusätzliche Sicherheitsfunktionen

Einen Zusatzpunkt erhalten Apps, die zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie zum Beispiel Backup, Spam-Filter oder Verschlüsselung bieten. Hierbei gibt es große Unterschiede im Funktionsumfang, die sich mit einem Wertungspunkt nicht abbilden lassen. Wir stellen Ihnen deshalb eine Tabelle mit den wichtigsten Zusatzfunktionen bereit. Insgesamt kann ein Produkt also maximal 13 Punkte erreichen, bei acht Punkten oder mehr erhält es ein Zertifikat.

Die Ergebnistabelle enthält erstmals, wie schon länger bei den Windows-Tests, eine Spalte mit alternativ gewichteten Gesamtergebnissen der drei Einzeldisziplinen (5:3:2). Aus der vorgenommenen Gewichtung ergibt sich, anders als bei den Windows-Tests, eine höhere Maximalpunktzahl (15 Punkte). Nach dieser letzten Spalte ist die Tabelle auch sortiert. Die vorletzte Spalte enthält die Gesamtergebnisse in der bei AV-Test für die Zertifizierung maßgeblichen Gewichtung (1:1:1).

Ergebnistabelle
Vergrößern Ergebnistabelle

Gleich 13 Testkandidaten haben die Höchstpunktzahl erreicht. Sie sind in der Tabelle in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Hinter dieser breiten Spitze folgt ein ähnliche breites Mittelfeld mit guten bis akzeptablen Leistungen und nur kleineren Schwächen. Die Schlusslichter der Tabelle bieten einfach zu wenig Schutz vor schädlichen Apps, um empfehlenswert zu sein.

Sechs Produkte haben Fehlalarme produziert, also legitime Apps aus Google Play und/oder anderen App-Portalen fälschlich als Schädlinge eingestuft. Besonders G Data und Panda haben sich mit je 12 Fehlalarmen hervorgetan. Comodo, das auch die meisten Zusatzfunktionen mitbringt, hat bei vier legitimen Apps aus Google Play Alarm geschlagen, Ikarus aus Wien zweimal, Bitdefender und Webroot je einmal.

Bei der Auswahl einer Schutz-App für das eigene Android-Smartphone oder -Tablet sollten Sie darauf achten, dass einige der kostenlos angebotenen Programme zeitlich begrenzte Testversionen sein können. Andere Hersteller folgen dem so genannten "Freemium"-Ansatz: sie bieten eine abgespeckte Gratisversion an, in der sie dann mehr oder weniger aufdringlich für ihre Premium-App werben.

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