Anonym Surfen

Surfsolo 2.0

Freitag den 06.03.2009 um 08:00 Uhr

von Inga Rapp

SurfSolo soll anonymes Surfen im Internet ermöglichen. Durch die Umleitung der Verbindung über ein VPN wird die IP-Nummer des ursprünglichen Rechners verschleiert. Im Test zeigte sich das Tool allerdings etwas zickig.
Das Hauptfenster von SurfSolo.
Vergrößern Das Hauptfenster von SurfSolo.
© 2014
Privatsphäre ade? Nicht erst seit das Zeitalter der Vorratsdatenspeicherung angebrochen ist, steigt die Angst vor Big Brother. Wer will schon freiwillig preisgeben, welche Websites er besucht und mit welchen Menschen er kommuniziert? SurfSolo will ein Mittel gegen die Angst sein. Das Tool verspricht einen effizienten Schutz der Privatsphäre, indem es einen verschlüsselten Tunnel zwischen dem eigenen Rechner und den SecurStar-Proxies aufbaut – eine Art VPN für Privatanwender. In den Logfiles einer angesurften Website erscheint in einem solchen Fall nicht die IP-Nummer des eigenen Rechners, sondern die des SecurStar-Servers. Die Verschlüsselung der Verbindung soll mit dem AES-Algorithmus geschehen.

Handhabung: SurfSolo läuft im Hintergrund. Ein kleines Icon in der Tray-Leiste (je nach Status Rot oder Grün) ist der einzige Hinweis auf seine Existenz. Im Tool selber werden nur die Daten des von der Firma zugewiesenen Accounts eingetragen: Username, Passwort, Proxy und Port. Die eigentliche Konfigurationsarbeit findet an anderer Stelle statt: Jede einzelne Online-Anwendung auf dem heimischen Rechner muss umkonfiguriert werden. Wer zukünftig über SurfSolo browsen oder P2P betreiben möchte, muss dies nicht SurfSolo mitteilen, sondern seinem Browser respektive seinem P2P-Client. Auch die lokale Firewall benötigt eine entsprechende Änderung. Den Internet Explorer findet SurfSolo von alleine. Im Test gelang es nicht, SurfSolo zu einer Zusammenarbeit mit einem Alternativbrowser wie Opera oder Firefox zu überreden. Auch die Qualität der Internetanbindung litt deutlich; es surfte sich spürbar langsamer.

Ungewöhnlich: das Geschäftsmodell. Man entscheidet sich beim Kauf für einen Server an einem bestimmten Standort, beispielsweise in den Niederlanden, und zahlt hierfür eine Nutzungsgebühr. Die Firma rät übrigens dazu, bewusst Server auszuwählen, die in anderen Ländern stehen als der eigene Computer. Will man zu einem anderen Standort wechseln, ist eine erneute Gebühr fällig.

Fazit: Kleines Tool mit Vor- und Nachteilen. Ob sein Einsatz sinnvoll ist, ist wohl mehr eine Frage des Vertrauens.

Alternative: JAP Anon Proxy/JonDo der TU Dresden ( www.jondos.de ) bietet einen ähnlichen Service, ist aber kostenlos und teilweise Open Source.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 2,0
Bedienung (35%): Note 2,0
Dokumentation (5%): Note 2,0
Installation/De-Installation (5%): Note 2,0
Systemanforderungen (5%): Note 1,0

GESAMTNOTE: 2,0

Anbieter:
SecurStar
Weblink:
www.securstar.com
Preis:
94 Euro
Betriebssysteme:
Windows 2000, XP, Vista
Plattenplatz:
ca. 2 MB

Freitag den 06.03.2009 um 08:00 Uhr

von Inga Rapp

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