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Microsoft Security Essentials im Praxis-Test [Update]

25.06.2009 | 11:25 Uhr |

Nachdem Microsoft das neue Antiviren-Tool Microsoft Security Essentials in einer Beta-Version veröffentlicht hat, haben nun auch Sicherheitsexperten erste Tests durchgeführt. Mit einem durchaus positiven Ergebnis für das Microsoft-Tool.

Microsoft hat seit Dienstag eine erste Betaversion seines für Ende des Jahres angekündigten Gratis-Antivirusprogramms Microsoft Security Essentials (MSE) zum Download angeboten. Inzwischen ist das gesetzte Limit von 75.000 Beta-Testern erreicht, weitere werden vorläufig nicht mehr angenommen. Eine wichtige Frage ist bislang offen geblieben: Wie gut schlägt sich das neue Microsoft-Tool in der Erkennung und Beseitigung von Schädlingen?

Die Sicherheitsspezialisten von AV-Test aus Magdeburg haben den Viren-Jäger von Microsoft einem ersten Test unterzogen. Die Ergebnisse dieser Tests liegen uns vor. Alle Tests wurden sowohl unter Windows XP (Service Pack 2 und 3), Vista (SP1 und SP2) sowie Windows 7 RC (Release Candidate) durchgeführt. Geprüft wurden sowohl der Echtzeitschutz (On-Access-Scanner) als auch der Scan auf Anforderung (On-Demand-Scan). Einige zusätzliche Tests haben wir selbst vorgenommen.

Dabei kam eine aktuelle Wildlist-Sammlung mit 3.194 verbreiteten Viren, Bots und Würmern zum Einsatz. Das Ergebnis: Microsoft Security Essentials erkannte und entfernte alle in der Sammlung enthaltenen Schädlinge. Das ist nicht ganz überraschend, denn auch OneCare und Forefront, die die gleiche technische Basis haben, sind in dieser Disziplin bereits früher positiv getestet worden.

Andreas Marx, Geschäftsführer von AV-Test, hat dazu angemerkt, dass viele Scanner bisher nicht in der Lage seien, alle in der verwendeten Wildlist enthaltenen Schädlinge zu erkennen und zu beseitigen. Dabei gehört jedoch die Erkennung aller Wildlist-Schädlinge zu den Minimalanforderungen an ein Antivirus-Programm.

Ebenfalls keine Kritik gab es an der Rootkit-Erkennung und -Beseitigung durch Microsoft Security Essentials, sowie die an der Systemdesinfektion mit aktiver Malware. Auch in einem weiteren Punkt fiel das Antiviren-Tool von Microsoft positiv auf: Es verursachte bei allen getesteten harmlosen Dateien keinerlei Fehlalarme. Abzuwarten bleibt, wie umfangreichere Tests der neuen Sicherheitssoftware von Microsoft ausfallen werden.

Die Oberfläche ähnelt eher der von Microsofts Firmenlösung Forefront, hat also nichts mit der von OneCare zu tun. Sie ist schlicht, nicht wirklich schön, aber funktionell. Viel einzustellen gibt es nicht - Updates werden automatisch bezogen, frische Signaturen erscheinen mehrmals am Tag. Zusatzfunktionen sucht man vergeblich - MSE bietet einen Basisschutz, nicht mehr und nicht weniger.

Der Umstieg von anderen Gratislösungen wie AntiVir Personal, Avast Home Edition oder AVG Free auf MSE lohnt sich in der Regel nicht. Anders sieht es bei Bitdefender Free Edition aus, das ohne Echtzeitschutz auskommen muss. Voraussetzung für die Installation von MSE ist eine bestandene Gültigkeitsprüfung (WGA). Ein installierter Windows Defender wird von MSE automatisch ersetzt, denn es enthält auch dessen Anti-Spyware-Funktionen.

Wie ist Ihr erster Eindruck von Microsoft Security Essentials? Äußern Sie doch einfach Ihre Meinung zum neuen Microsoft-Tool in unserem Forum .

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