16.03.2011, 12:23

Yvonne Göpfert

Smartphone

Samsung Galaxy 551 im Test

Die meisten Android-Smartphones mit Tastatur sind groß und schwer. Nicht so das kompakte Samsung Galaxy 551. Stärken und Mängel enthüllt der Test.
Galaxy - so heißen die Android-Smartphones von Samsung. Jüngstes Mitglied ist das Galaxy 551, der große Bruder des Galaxy 550. Der Neuling kommt mit vierzeiliger QWERTZ-Tastatur zum Aufschieben, die dem Galaxy 550 fehlt. Während Smartphones mit Tastatur üblicherweise dick auftragen, ist das Samsung Galaxy 551 zwar nicht als das allerschlankeste Smartphone auf dem Markt, mit 115 Gramm erscheint es aber unerwartet leicht.

Verarbeitung: bildschönes Plastik

Das Samsung Galaxy 551 ist ein komplett in Klavierlack gehülltes Android-Smartphone aus Kunststoff. Entsprechend leidet es schnell an deutlich sichtbaren Fingerabdrücken. Gut gefallen hat uns die Verarbeitung: Nichts knirscht, die Tastatur lässt sich ohne hohen Kraftaufwand aufschieben. Zudem ist die vierzeilige Tastatur des Samsung Galaxy 551 sehr gut ausgeleuchtet. Selbst die Buchstaben am Rand strahlen voller Leuchtkraft. Umlaute schreiben Sie, indem Sie länger auf einem Buchstaben verweilen, bis sich das Umlaute-Menü auf dem Touchscreen öffnet. Mit den vier Pfeiltasten rechts unten oder mit dem Finger wählen Sie dann auf dem Bildschirm Ä, Ö oder Ü aus.

Große, schöne Tasten

Die vier Pfeiltasten sind übrigens auch praktisch, um im Text exakt an eine bestimmte Stelle zu springen. Das funktioniert schnell und präzise. Alle Tasten des Samsung Galaxy 551 reagieren sehr gut auf Druck. Der Abstand zwischen den einzelnen, angenehm großen Tasten könnte aber etwas deutlicher zu fühlen sein. Insgesamt zählt die Tastatur jedoch zu den besseren Modellen im Markt. Für E-Mail-Liebhaber und soziale Netzwerker ist das Samsung Galaxy 551 somit bestens geeignet.
Der 3,2-Zoll-Touchscreen des Samsung Galaxy 551 ist nicht riesig, jedoch ausreichend groß, um Facebook und andere Webseiten aufzurufen. Die Auflösung ist jedoch bescheiden, bei Icons und Symbolen wirkt die Darstellung daher ab und zu ein wenig verschmiert. Zum News-Lesen taugt das Samsung Galaxy 551 aber allemal. Die Helligkeit könnte jedoch deutlich höher sein. So gibt es Probleme mit Spiegelungen bei Sonnenschein. Und obwohl der Touchscreen des Samsung Galaxy 551 kapazitiv arbeitet, kam es im Test mehrmals vor, dass wir eine Geste wiederholen mussten, bevor das Smartphone reagierte.
Unter dem Touchscreen liegen drei Tasten: Sie öffnen den Startbildschirm, starten das jeweilige Programm-Menü beziehungsweise gehen eine Ebene zurück. Sie arbeiten mechanisch, sind schön groß und reagieren ebenfalls sehr gut auf Druck. Die bei Android auch gern integrierte Suchen-Taste fehlt beim Samsung Galaxy 551 dagegen.

Android 2.2

Samsung liefert das Galaxy 551 mit der (noch) aktuellen Android-Version 2.2 aus. Darüber steckt Samsungs Bedienoberfläche Touch Wiz. Neben Google-eigenen Diensten wie Google Mail, Maps und Navigation bietet das Smartphone noch weitere Anwendungen: All Share verbindet das Handy per DLNA mit anderen Geräten wie einem Fernseher. Es gibt einen Dateimanager, eine News- und Wetter-App sowie den Social Hub. Er ist die Sammelstelle für eingehende Nachrichten. Write und Go sorgt dafür, dass Sie eine Statusaktualisierung nur einmal eingeben müssen, per Knopfdruck erscheint sie dann auf Twitter, MySpace und Facebook, sofern Sie angemeldet sind. Die News- und Wetter-App ist sehr schön übersichtlich programmiert, der Social Hub lässt dagegen den schnellen Überblick vermissen, da er nur eine Sammelanzeige für die verschiedenen E-Mail-Konten und sonstigen Nachrichteneingänge darstellt. Write and Go wiederum erweist sich als äußerst nützlich, wenn Sie in mehr als einem Netzwerk unterwegs sind.
Office-Dateien und PDFs kann das Samsung Galaxy 551, das Samsung als Business-Handy preist, nicht öffnen. Doch Sie können nachhelfen: Laden Sie dazu beispielsweise Think Free Office aus dem Android Market kostenlos herunter. Weitere Programme und Widgets können Sie sich ebenfalls aus dem Android Market holen - das hat im Test gut funktioniert. Weniger Erfolg hatten wir mit Samsungs eigenem App-Angebot. Eigentlich sollten unter "Samsung Apps" eBooks, Lifestyle-Angebote und Spiele zum Download bereitstehen. Im Test wurden uns jedoch keinerlei Inhalte angezeigt.
Alle Apps können Sie auf insgesamt sieben Bildschirme verteilen. Damit ist die Handhabung des Samsung Galaxy 551 recht komfortabel. Ein 600-MHz-Prozessor arbeitet alle Aufgaben ab, hie und da nimmt er sich aber eine Gedenksekunde, beispielsweise beim Öffnen von Anwendungen.

Ausstattung

Das Samsung Galaxy 551 liegt unterhalb der Preisklasse der Top-Handys. Daher müssen Sie Abstriche bei der Ausstattung machen. Zwar werden HSDPA und WLAN 802.11b/g/n unterstützt. HSUPA für den schnellen Daten-Upload dagegen nicht. Dafür beherrscht das Samsung Galaxy 551 WLAN-Tethering und USB-Tethering, so dass Sie Ihr Handy als Modem für den Zugang ins Internet per Laptop nutzen können.
Die Kamera des Samsung Galaxy 551 liefert nur 3,2 Megapixel Auflösung. Außerdem fehlt ein LED-Blitz - Party-Fans werden es bedauern. Immerhin bietet die Kamera viele Motivprogramme und Einstellmöglichkeiten, um sowohl bei Kerzenschein als auch bei Schnee optimale Bilder zu schießen. Panorama-Aufnahmen mit acht Einzelbildern gelingen mühelos und erlauben damit fast ein 360-Grad-Panorama. Der Autofokus reagierte recht schnell. Landschafts- und Marko-Aufnahmen wurden scharf, so lange sie bei strahlendem Sonnenschein aufgenommen werden. Unter weniger optimalen Bedingungen leiden die Fotos jedoch sehr schnell an Bildrauschen. Eine glatte Farbfläche wirkt dabei wie mit vielen kleinen Farbpixeln durchsetzt. Videos liegen beim Samsung Galaxy 551 mit 320 x 240 Pixeln Auflösung am unteren Ende der Möglichkeiten.
MP3-Player und UKW-Radio sind beim Samsung Galaxy 551 ebenfalls integriert. Die Software für den Player bietet nichts Außergewöhnliches. Die Kopfhörer liefern anständigen, aber leicht scheppernden Sound.

Fazit

Das Hauptargument für das Samsung Galaxy 551 heißt: QWERTZ-Tastatur. Zusammen mit den Möglichkeiten, per HSDPA und WLAN ins Netz zu kommen, ist es ein tolles Gerät zum Mailen und Netzwerken. Und auch zum News lesen eignet es sich mit seinem 3,2-Zoll-Touchscreen. Doch das Samsung Galaxy 551 hat auch ein paar Schwächen: Die Kamera liefert nur 3,2 Megapixel Auflösung und muss ohne Blitz auskommen. Dafür sind immerhin MP3-Player und UKW-Radio integriert. Insgesamt stimmt das Preis-Leistungsverhältnis also.
ALLGEMEINE DATEN
Testkategorie
Handys
Handy-Hersteller
Samsung
Samsungs Internetadresse
telecom.samsung.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung)
350 Euro
TESTERGEBNIS (NOTEN)
Handy-Basics (30%)
2,05
Handhabung (25%)
1,60
Ausstattung (20%)
3,15
Multimedia (15%)
2,60
Connectivity (10%)
2,95
Testnote
gut (2,30)
DIE TECHNISCHEN DATEN
Handy-Basics
Größe
111 x 55 x 15 Millimeter
Gewicht
117 Gramm
Formfaktor
Schiebehandy
Betriebssystem
Android 2.2
Prozessor
600 MHz
Besonderheiten
Tastatur zum Aufschieben
Akku-Laufzeit
Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden
504 Stunden
Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten
540 Minuten
Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden
375 Stunden
Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten
330 Minuten
Netze
GSM 900
ja
GSM 1800
ja
GSM 1900
ja
GSM 850
ja
EDGE
ja
UMTS
ja
HSDPA
ja
HSUPA
ja
Display
Größe
42 x 70 Millimeter
Auflösung
240 x 400 Pixel
Touchscreen
ja
Handhabung
Mechanische QWERTZ-Tastatur
ja
Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe
ja
Profile
nein
Flugzeug-Modus
ja
Ausstattung
Schnittstellen
Bluetooth
ja
Bluetooth 3.0
nein
USB
ja
WLAN 802.11b/g
ja
WLAN 802.11n
ja
3,5-Millimeter-Klinkenstecker
ja
Speicher
RAM
283 MB
ROM
173 MB
Speichererweiterung
ja
Speicherkarte im Lieferumfang
ja
GPS
GPS-Chip
ja
Navigationssoftware
Off-Board-Navi
Multimedia
Fotos
Auflösung
2048 x 1536 Pixel
Autofokus
ja
Makro
ja
Motivprogramme
ja
Bildstabilisator
nein
Optischer Zoom
nein
Videos
Auflösung
320 x 240 Pixel
Bildstabilisator
nein
Musik
Anzahl Formate
7
Headset im Lieferumfang
ja
UKW-Radio
ja
Connectivity
Browser
ja
Push-E-Mail
ja
E-Mail-Anhänge
nein
Instant Messaging
ja
Facebook vorinstalliert
nein
Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch
nein
Twitter-Client vorinstalliert
nein
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