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Base Lutea im Test

07.03.2011 | 08:43 Uhr |

Android-Handys machen erst Spass, wenn Sie die passende Flatrate gebucht haben. E-Plus bietet daher das Base Lutea inklusive Surf-Flat für 14 Euro. Ob sich die Anschaffung lohnt, verrät der Test.

Die Verlockung ist groß: E-Plus bietet unter der Eigenmarke Base ein Android-Smartphone samt Internet-Flatrate an. Für 14 Euro monatlich bekommt der Nutzer das Base Lutea, das vom chinesischen Hersteller ZTE gefertigt wird, sowie die Möglichkeit, mobil zu surfen. Zwei Jahre müssen Sie sich binden, dafür zahlen Sie insgesamt 336 Euro. Rechnet man die Flatrate mit 10 Euro pro Monat heraus, bekommen Sie ein extrem günstiges Android-Handy für unter 100 Euro.

Doch wie so oft, versteckt sich die Tücke im Kleingedruckten des Vertrags. Und das findet sich auf der Base-Webseite auf den ersten Blick gar nicht. Erst nach einem zusätzlichen Klick - ganz, ganz unten auf der Seite unter "Rechtliche Hinweise - Informationen einblenden" erfahren Sie die Bedingungen des Vertrags .

Billig ins Internet, teuer telefonieren

Zum Beispiel, dass die Internet-Flat keine echte Flatrate ist, sondern das Volumen pro Monat auf 500 MB begrenzt ist. Danach wird die Datenübertragungsgeschwindigkeit auf GPRS-Tempo gedrosselt. Damit kriechen die Daten nur noch übers Netz, so dass der Spaß am Surfen vereitelt wird. Allerdings können Sie für 500 MByte schon eine ganze Menge E-Mails lesen und Facebook-Statements abgeben. Beim Fotos hochladen sollten Sie dagegen etwas sparsamer sein. Tethering, also das Surfen mit dem Laptop via Handy, ist laut Vertragsbedingungen verboten.

Kritisch wird es, wenn Sie mehr als 30 Minuten im Monat mit dem Handy telefonieren wollen: Außerhalb und nach Ablauf der Inklusiveinheiten: "0,19 € pro Min./SMS" steht im Kleingedruckten. Da kann ein Telefonat hübsch teuer werden: Fünf Minuten Reden schlagen mit einem Euro zu Buche, eine halbe Stunde kostet sechs Euro. Es sei denn, Sie buchen einen weiteren Gesprächstarif hinzu.

Hardware: Handy mit 5 MP-Kamera und HSDPA

Die Ausstattungsliste liest sich gut: 5-Megapixel-Kamera, Lagesensor, aGPS inklusive vorinstalliertem Google Maps und Google Navigation, MP3-Player plus Radio und 3,5-Zoll-Display. Nur der Prozessor ist mit 600 MHz nicht der Allerschnellste. Das macht sich in der Praxis jedoch nur dann bemerkbar, wenn viele Apps installiert sind und parallel laufen. Für den Preis geht die Ausstattung absolut in Ordnung. Und als kleinen Bonus gibt es auch noch eine 2 GB microSD-Speicherkarte obendrauf, die im Lieferumfang enthalten ist.

Design und Display

Das Display ist mit 3,5 Zoll Bilddiagonale recht groß, bei der Auflösung hat sich ZTE mit 480 x 800 Pixel nicht lumpen lassen. News-Seiten und Fotos werden knackig scharf dargestellt. Die Display-Helligkeit lässt allerdings stark zu wünschen übrig. Bei Sonne ist fast nichts mehr lesbar, selbst bei maximaler Helligkeitseinstellung.

Der kapazitive Touchscreen reagiert butterweich auf jede sanfte Berührung. Zwei-Finger-Zoom und das Rollen durch die Kontaktliste gehen ohne Bremsmanöver oder Stottern vonstatten. Nur das Öffnen einzelner Programme dauert etwas länger.

Kein Suche-Knopf

Unter dem Bildschirm gibt es keinen Sucheknopf, dafür aber drei Tasten für Startbildschirm, Menü und Zurück. Diese sind  keine Sensor- sondern mechanische Knöpfe, die man etwas fester drücken muss. Und sie knirschen bei jedem Drücken. Das liegt an der miserablen Verarbeitung unseres Testgeräts: Die Plastikschale an der Rückseite hat zu viel Spiel. Und gibt Punktabzug bei der Handhabung, denn ein knarzendes Gerät kann an den Nerven zerren.

Betriebssystem: Fan-Gemeinde wartet auf das Update

Das Smartphone läuft unter Android 2.1. Eine eigene Oberfläche à la HTC Sense oder Samsung Touch Wiz gibts nicht. Ein Update für Android 2.2 hat E-Plus in Aussicht gestellt, doch bislang wurde es noch nicht zum Herunterladen bereitgestellt. Angeblich hakt es an den Freigabe-Prozessen bei E-Plus.

Surfen - nur mit Base

Im Internet surft der Anwender flott per HSDPA. Die Ladeseiten typischer News-Seiten liegen bei rund zehn Sekunden. Das Handy akzeptiert dabei nur SIM-Karten von Base. Karten von T-Mobile, Vodafone oder O2 verschmäht das Handy dagegen.

5 Megapixel ohne Blitz

Die Kamera schafft fünf Megapixel Auflösung, aber weder Blitz noch Foto-LED helfen beim Fotografieren im Dunkeln. Die Linse ist klein und lichtschwach, die Menüoptionen wirken bescheiden: Nur absolute Basis-Einstellungen wie Weißabgleich oder Kontrast sind möglich. Fans von Panorama-Fotografie und Makroaufnahmen schauen in die Röhre. Sie sollten sich Ihrem Motiv nicht näher als zehn Zentimerer nähern. Die Aufnahmen werden mit harten Kontrasten abgespeichert, das lässt sich in den Einstellungen jedoch regeln. Für Außenaufnahmen eignet sich das Handy deutlich besser als für drinnen, wo fast alle Aufnahmen ein deutlich sichtbares Bildrauschen verzeichnen.

Musik satt

Der MP3-Player liefert Android-Standard-Kost mit Sortierung nach Künstler, Album, Song und Abspiellisten - übersichtlich und gut zu bedienen. Außerdem lässt sich aus dem Player heraus ein Song als Klingelton festlegen. An eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse lassen sich Standard-Kopfhörer zum Musik oder Radiohören über den integrierten UKW-Tuner anschließen. Die mitgelieferten Kopfhörer sind billigster Bauart. Es fehlt ihnen an Klangvolumen.

Fazit

Das Base Lutea ist ein wahrer Preisbrecher. Kein Wunder, schließlich hat ZTE viele Billigkomponenten wie den 600-MHz-Prozessor oder eine Kamera ohne LED-Licht verbaut. Sie meistern ihre Aufgabe jedoch redlich. Das Smartphone läuft unter Android 2.1. Das Update ist versprochen, lässt jedoch auf sich warten. Der große Trumpf des Smartphones: der sensibel reagierende 3,5-Zoll-Bildschirm. Er zeigt Webseiten schnell und gut lesbar an – außer bei heller Sonne. Wer also drinnen bleibt, hat mit dem Lutea Base viel Freude, vor allem beim Surfen und Mailen sowie Facebooken oder Twittern.

ALLGEMEINE DATEN

Testkategorie

Handys

Handy-Hersteller

ZTE

ZTEs Internetadresse

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

96 Euro

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Handy-Basics (30%)

2,60

Handhabung (25%)

3,50

Ausstattung (20%)

2,70

Multimedia (15%)

2,85

Connectivity (10%)

2,55

Testnote

befriedigend (2,90)

DIE TECHNISCHEN DATEN

Handy-Basics

Größe

114 x 56 x 12 Millimeter

Gewicht

130 Gramm

Formfaktor

Barren

Betriebssystem

Android 2.2

Prozessor

600 MHz

Besonderheiten

nur mit Base-SIM-Karte nutzbar

Akku-Laufzeit

Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden

250 Stunden

Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten

300 Minuten

Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden

k. A.

Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten

k. A.

Netze

GSM 900

ja

GSM 1800

ja

GSM 1900

ja

GSM 850

nein

EDGE

ja

UMTS

ja

HSDPA

ja

HSUPA

ja

Display

Größe

45 x 76 Millimeter

Auflösung

480 x 800 Pixel

Touchscreen

ja

Handhabung

Mechanische QWERTZ-Tastatur

nein

Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe

ja

Profile

nein

Flugzeug-Modus

ja

Ausstattung

Schnittstellen

Bluetooth

ja

Bluetooth 3.0

nein

USB

ja

WLAN 802.11b/g

ja

WLAN 802.11n

nein

3,5-Millimeter-Klinkenstecker

ja

Speicher

RAM

300 MB

ROM

125 MB

Speichererweiterung

ja

Speicherkarte im Lieferumfang

ja

GPS

GPS-Chip

ja

Navigationssoftware

Off-Board-Navi

Multimedia

Fotos

Auflösung

2560 x 1920 Pixel

Autofokus

ja

Makro

nein

Motivprogramme

nein

Bildstabilisator

nein

Optischer Zoom

nein

Videos

Auflösung

320 x 240 Pixel

Bildstabilisator

nein

Musik

Anzahl Formate

7

Headset im Lieferumfang

ja

UKW-Radio

ja

Connectivity

Browser

ja

Push-E-Mail

ja

E-Mail-Anhänge

ja

Instant Messaging

ja

Facebook vorinstalliert

ja

Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch

nein

Twitter-Client vorinstalliert

nein

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