Android-Smartphone

Samsung Nexus S im Test

Freitag den 01.04.2011 um 09:30 Uhr

von Yvonne Göpfert

Samsung Nexus S I9023 schwarz / silber
Samsung Nexus S I9023 schwarz / silber
1 Angebote ab 190,00€ Preisentwicklung zum Produkt
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© Samsung
Das neue Google Phone kommt von Samsung. Das Samsung Nexus S bietet das neue Android 2.3. Nicht nur deswegen ist das Smartphone ein hübsches Spielzeug wie der PC-WELT-Test zeigt.
Großes Display, aktuelles Betriebssystem: Das Samsung Nexus S hat einiges zu bieten. Sogar NFC (Near Field Communication) – die Technik zum drahtloses Bezahlen per Handy, ist schon dabei.

Das Display ist mit 4 Zoll (10,2 cm) richtig schön groß: Filme schauen, Webseiten betrachten oder Texte tippen ist eine Wohltat. Allerdings hat Samsung kein farbintensives Super-AMOLED-Display verbaut, sondern ein Super Clear LCD. Das bedeutet: Weniger knallige Farben, aber ein guter Kontrast sowie eine standesgemäße Auflösung. Die maximale Helligkeit des Bildschirms ist gut, dennoch treten die üblichen Spiegelungen auf, wenn Sie mit dem Handy bei Sonnenschein unterwegs sind.

Unter dem Display liegen die vier Android-Tasten Zurück, Menü, Suche und Home. Sie sind schwach beleuchtet. Um den richtigen Knopf zu finden, reicht die zarte Beleuchtung jedoch aus. Das Tasten-Licht bleibt übrigens an, solange der Bildschirm aktiv ist.

Bedienoberfläche: reines Android

Während die Smartphone-Hersteller meist eine eigene Benutzer-Oberfläche auf ein Android-Gerät packen, bekommen Sie beim Nexus S Android 2.3 in Reinform. Bei den Apps dominieren Google-Angebote wie Google Earth, Google Suche inklusive Sprachsuche, Places und Navigation. Sie funktionieren alle sehr gut. In den USA steht auch Goolge Voice zur Verfügung. Diese App dient als eine Art Sekretär, der Anrufe auf bis zu sechs verschiedene Telefone weiterleitet. Einzige Voraussetzung ist eine Google Voice-Nummer. In Deutschland ist die Option noch nicht aktiv.

Google Nexus S
Google Nexus S

Wenig Programme und Apps vorinstalliert

Beim Samsung Nexus S fehlen viele grundlegende Mini-Programme wie ein Diktiergerät, eine Office-Suite oder Profile für verschieden Klingelton-Lautstärken. Immerhin ist es möglich, via Think Office PDF- oder DOC-Anhänge aus einer E-Mail auf dem Handy zu öffnen und anzusehen. Eine Bearbeitung der Office-Dateien ist jedoch nicht möglich. Zudem ist das Think-Office-Icon auch nicht im Hauptmenü zu finden. Ein Ausflug in den Android Market schafft hier Abhilfe.

Verbessertes Tippen auf dem Google-Handy

Google hat das Tastatur-Layout überarbeitet. Wer eine E-Mail oder eine Notiz schreibt, sieht über den Buchstaben-Tasten eine weitere Reihe mit Satzzeichen. So müssen Sie nicht mehr umständlich ins Symbole-Menü umschalten, um ein Frage- oder Ausrufezeichen zu tippen. Auch das Kopieren und Einfügen von Texten ist deutlich einfacher geworden, da die Zeichen zum Markieren von Text größer geworden sind. Bislang konnte man bestimmte Textpassagen fast nur mit Hilfe eines Trackballs exakt markieren. Außerdem unterstützt die Bildschirmtastatur ab Android 2.3 Multitouch. So lassen sich auch Tastenkombinationen benutzen. Insgesamt ist auf dem Samsung Nexus S das Tippen deutlich bedienerfreundlicher geworden. Swype hat Samsung auf dem Google-Handy nicht vorinstalliert. Swype bietet die Möglichkeit, Worte zu schreiben, indem Sie von Buchstabe zu Buchstabe wischen, ohne wirklich exakt zu treffen. Das geht mit etwas Übung deutlich schneller als Tippen.

NFC: Bislang nur auf dem Google Nexus S

Google hat den Standard NFC in Android 2.3 integriert. Das Samsung Nexus S ist das erste Mobiltelefon, das mit der neuen Technik ausgeliefert wird. Sie soll in Zukunft Bezahlen auf kurze Distanz drahtlos vom Handy aus zu ermöglichen.

Wer eine Kreditkarte mit paypass-Logo an das Handy hält, erfährt: unbekannter Tag erkannt. Per Near Field Communication werden die Kreditkartendaten auf dem Chip der Kreditkarte ausgelesen und via NFC auf das Handy übertragen und dort gespeichert. Noch kann man damit aber nicht bezahlen, denn es fehlt eine App, um im Laden oder im Internet seine Rechnung zu begleichen.

Nur fünf Bildschirme

Überraschend: Auf dem Nexus S stehen nur fünf Bildschirme zur Verfügung, die sich mit Widgets und Verknüpfungen frei konfigurieren lassen. Üblicherweise gibt es bei den meisten Android-Smartphones sieben Bildschirme. Auf einem der Desktops findet sich das Energiespar-Widget, das mit einem Klick WLAN, Bluetooth oder GPS ein- oder ausschaltet, Daten synchronisiert oder die Displayhelligkeit regelt.

Samsung Nexus S: Surf-Profi

Im Internet kommt das Galaxy S dank Datenturbo HSDPA und WLAN-n schnell zur Sache. So dauerte es per HSDPA deutlich weniger als zehn Sekunden bis sich die Webseite von www.pcwelt.de aufgebaut hatte. Findet sich Flash auf der Webseite, kommt der Nutzer mit dem Nexus S jedoch nicht weiter. Stattdessen unterstützt Android 2.3 die neuen Videoformate Video8 und WebM.

Beim Speicher zeigt sich Samsung großzügig: Intern stehen 16 Gigabyte Flash-Speicher bereit. Knapp zwei Gigabyte sind für Apps und Betriebssystem reserviert. Gut 14 Gigabyte darf der Anwender mit Fotos, Videos oder Musik vollpacken. Dank Gigahertz-Prozessor arbeitete das Handy flott und flüssig. Die Kontakte rattern nur so durch, und auch beim Zwei-Finger-Zoomen ist kein Ruckeln zu verzeichnen. Mit Android 2.3 arbeiten auch viele Apps schneller - und auch energiesparender. Dennoch kommt das Samsung Nexus S nur ein bis zwei Tage ohne Steckdose aus.

Samsung Nexus S mit 5-MP-Kamera

Bei der Kamera macht das Nexus S vieles richtig. Genial ist die Menüführung: Im Display warten verschieden Icons darauf, angetippt zu werden. Das oberste beispielsweise bietet alle relevanten Einstellungen übersichtlich aufgelistet. Egal, ob Makro oder Motivprogramm, Belichtung, Bildgröße oder Bildqualität – hier werden Sie immer fündig. Auch Farbeffekte können Sie hier einstellen. Belichtungssituation und Blitzaktivierung findet sich zwei respektive drei Punkte weiter unten. Der LED-Blitz reicht dabei ungefähr einen guten Meter weit. Und auch GPS lässt sich hier aktivieren.

Allerdings gibt es keinen Touch-Fokus, der das Scharfstellen auf einen Motivpunkt erlaubt. Der Autofokus arbeitet schnell, so dass es kaum eine Sekunde dauert, bis man auslösen kann. Die Bildschärfe ist recht gut, die Farben wirken natürlich und auch mit Bildrauschen hat die Kamera im Samsung Nexus S weniger Probleme als andere Smartphone-Kameras. Videos dreht die das Samsung Nexus S mit 720x480 Pixel. Die Tonqualität ist ganz gut, die Bilder wirken aber wie mit Weichzeichner bearbeitet, die Farben flau. Bei Dunkelheit kann man übrigens die LED-Leuchte aktivieren. Sie spendet Dauerlicht für Filmaufnahmen.

Der MP3-Player lässt sich einfach bedienen und spielt fast alle Standard-Formate ab. Playlists lassen sich unterwegs erstellen. Ein Radio fehlt. Der Ton über die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer klirrt in den Spitzen, dafür bringen sie eine starke Bassleistung.

Test-Fazit

Das Samsung Nexus S eignet sich für Nutzer, die Wert auf das neueste Betriebssystem legen. Außerdem kommen Android-Entwickler auf ihre Kosten, die schon mal mit Android 2.3 experimentieren wollen.  Das riesiges, kapazitive 4-Zoll-Display, der Gigahertz-Prozessor und 16 GByte Speicher sind weitere gute Argumente für das Samsung Nexus S. Die Kamera mit ihren fünf Megapixeln Auflösung macht sehr gute Bilder, die Videocam kann da nicht mithalten.

ALLGEMEINE DATEN
Testkategorie Handys
Handy-Hersteller Samsung
Samsungs Internetadresse telecom.samsung.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 579 Euro
TESTERGEBNIS (NOTEN)
Handy-Basics (30%) 1,00
Handhabung (25%) 2,30
Ausstattung (20%) 1,7
Multimedia (15%) 1,95
Connectivity (10%) 1,3
Testnote gut (1,9)
DIE TECHNISCHEN DATEN
Handy-Basics
Größe 125 x 63 x 11,5 Millimeter
Gewicht 140 Gramm
Formfaktor Barren
Betriebssystem Android 2.3
Prozessor 1 GHz
Besonderheiten Google-Handy
Akku-Laufzeit
Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden 750 Stunden
Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten 840 Minuten
Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden 628 Stunden
Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten 402 Minuten
Netze
GSM 900 ja
GSM 1800 ja
GSM 1900 ja
GSM 850 ja
EDGE ja
UMTS ja
HSDPA ja
HSUPA ja
Display
Größe 52 x 82 Millimeter
Auflösung 480 x 800 Pixel
Touchscreen ja
Handhabung
Mechanische QWERTZ-Tastatur nein
Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe ja
Profile nein
Flugzeug-Modus ja
Ausstattung
Schnittstellen
Bluetooth ja
Bluetooth 3.0 nein
USB ja
WLAN 802.11b/g ja
WLAN 802.11n ja
3,5-Millimeter-Klinkenstecker ja
Speicher
RAM 1,8 GB
ROM 900 MB
Speichererweiterung nein
Speicherkarte im Lieferumfang nein
GPS
GPS-Chip ja
Navigationssoftware Off-Board-Navi
Multimedia
Fotos
Auflösung 2560 x 1920 Pixel
Autofokus ja
Makro ja
Motivprogramme ja
Bildstabilisator nein
Optischer Zoom nein
Videos
Auflösung 720 x 480 Pixel
Bildstabilisator nein
Musik
Anzahl Formate 7
Headset im Lieferumfang ja
UKW-Radio nein
Connectivity
Browser ja
Push-E-Mail ja
E-Mail-Anhänge ja
Instant Messaging ja
Facebook vorinstalliert nein
Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch nein
Twitter-Client vorinstalliert nein

Freitag den 01.04.2011 um 09:30 Uhr

von Yvonne Göpfert

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