02.12.2009, 18:18

Michael Schmelzle, Christian Helmiss

Als Schnäppchen getarnt

Grafikkarte PNY Geforce GT 220 im Test

Die PNY Geforce GT 220 lockt mit einem günstigen Preis von rund 50 Euro. Im Test konnte die Grafikkarte allerdings keine zwingenden Argumente für ihre Daseinsberechtigung aufzeigen.
Die PNY Geforce GT 220 ist die erste Grafikkarte mit dem neuen Nvidia-Chip Geforce GT 220 (GT216) im Test. Den im fortschrittlichen 40-Nanometer-Verfahren gefertigten DirectX-10.1-Grafikchip hat Nvidia für kostengünstige Einsteiger-Grafikkarten der 50-Euro-Klasse konzipiert. Entsprechend dürftig ist die Spieletauglichkeit des Nvidia Geforce GT 220, was sich auch in der Anzahl der 48 Pixel-Prozessoren und der acht Rasterendstufen widerspiegelt.
Der Grafikchip der PNY Geforce GT 220 arbeitet mit 625 MHz, die Pixel-Prozessoren laufen mit 1360 MHz. Für das lediglich 128 Bit breite Speicherinterface fällt das Grafik-RAM mit einem Gigabyte überdimensioniert aus - zumal der DDR3-Speicher nur mit 400 (effektiv 800) MHz arbeitet. Unterm Strich bietet die PNY Geforce GT 220 damit eine theoretische Speicherbandbreite von maximal 12,8 Gigabyte pro Sekunde.
3D-Leistung: Die PNY Geforce GT 220 bot die bis dato schlechteste 3D-Leistung aller aktuellen Grafikkarten im Test. So zeigten Modelle mit dem AMD-Grafikchip ATI Radeon HD 4670, die in der gleichen Preisklasse spielen, eine deutlich höhere 3D-Leistung. Mit 5053 Punkten im 3D Mark 06 war die PNY Geforce GT 220 beispielsweise gut 40 Prozent langsamer als die HIS Radeon HD 4670 IceQ Turbo. Da ist die proprietäre Physikbeschleunigungs-Technik Nvidia PhysX, die die PNY-Grafikkarte beherrscht, nur ein schwacher Trost.
Die PNY Geforce GT 220 eignet sich daher nur für Gelegenheitsspieler, die bescheidene Ansprüche an die Bildqualität stellen. Im DirectX-9-Modus bot die PNY Geforce GT 220 zwar bei älteren Titeln wie Fear, World in Conflict und Company of Heroes selbst bei der maximalen Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln flüssige Bildwiederholraten. Das galt jedoch nicht für alle Spiele im Test. So ruckelte etwa Lost Planet bereits in der 1600er-Auflösung unter DirectX 9.
Muss die PNY Geforce GT 220 unter DirectX 10 Spiele mit hohen Qualitätseinstellungen befeuern, scheiterte sie häufig schon bei 1024 x 768 Bildpunkten - beispielsweise mit 23 Bildern/s in World in Conflict und 19 Bildern/s in Lost Planet. Und Hardware-Fresser wie Crysis konnte die PNY Geforce GT 220 unter DirectX 10 nur als Diashow wiedergeben - knapp zehn Bilder/s in der 1024er-Auflösung sprechen hier eine deutliche Sprache. Alle Testergebnisse finden Sie auf der letzten Seite dieses Beitrags.
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