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AVM Fritzbox Fon WLAN 7270

17.06.2008 | 10:00 Uhr |

Mehr geht nicht: 11n-Router, DSL-Modem, Voip-Anlage, DECT-Basisstation und Mini-NAS. Die AVM Fritzbox Fon WLAN 7270 ist die ultimative Allround-Netzwerkbox. Allerdings hat sie auch Schwächen.

Die Fritzbox Fon WLAN 7270 ist AVMs erster Router, der den (Vor-)Standard 802.11n unterstützt. Wobei die Fritzbox natürlich nicht nur ein bloßer Router ist: In der rot-grauen Box mit den drei Antennen steckt ein DSL-Modem, eine Telefonanlage, eine DECT-Basisstation sowie ein Mini-NAS plus Medienserver. Soviel Ausstattung hat ihren Preis: Die Fritzbox 7270 bekommen Sie derzeit ab rund 170 Euro – rund 100 Euro teurer als ein Standard-11n-Router. Außerdem ist das Zusammenspiel so vieler Komponenten recht komplex: Die Hilfe für den Anwender beim Einrichten des Routers und das Konfigurationsmenü der Fritzbox sind zwar vorbildlich. Doch beim Feintuning des WLAN-Tempos muss AVM noch aufholen.

Tempo: An allen Messpunkten (3, 10 und 20 Meter) sowie mit allen Gegenstellen (USB-Adapter AVM Fritz WLAN USB N, 11n-Centrino-Notebook und 11g-Centrino-Notebook) gehörte die Fritzbox zu den langsamsten Geräten im Test. Unter den besten Messbedingungen (3 Meter mit eigenem Adapter) erreichte sie rund 66 MBit/s – das schafften die besten Router im Test sogar beim Messpunkt 20 Meter. Hier brach die Fritzbox auf rund 30 MBit/s ein. AVM hat aber versprochen, die niedrigen Datenraten mit einem künftigen Firmware-Update zu korrigieren.

Sicherheit: Während die Fritzbox beim Transfertempo anderen Routern hinterherhängt, ist sie der Konkurrenz in Sachen Sicherheit weit voraus. AVM liefert weiterhin als einziger Hersteller seine Router mit einer voreingestellten Verschlüsselung aus – bei der Fritzbox Fon WLAN 7270 ist es WPA-TKIP. Der Schlüssel lässt sich bequem über die USB-Schnittstelle des Routers auf den AVM-Adapter übertragen (Surf’n’Stick). Vergisst man, ein sicheres Zugangskennwort fürs Menü zu setzen, erinnert die Fritzbox bei jedem Log-In daran. Andere Programme und Geräte können per Universal Plug’n’Play zwar den Status der Fritzbox abrufen, aber nicht ihre Sicherheitseinstellungen verändern - also beispielsweise Ports öffnen. Für Filter- und Port-Forwarding-Einstellungen bieten andere Router mehr Optionen – für die meisten Anwender dürfte aber das Fritzbox-Angebot ausreichen. Der Fernzugriff erfolgt über eine sichere Https-Verbindung und lässt sich mit einem gesonderten Kennwort sichern.

Ausstattung: Der 4-Port-Switch mit Fast-Ethernet-Tempo ist das einzige Standard-Merkmal der Fritzbox Fon WLAN 7270. Denn ihre weiteren Anschlussmöglichkeiten unterscheiden sie deutlich von anderen Routern: Sie können zwei analoge Telefone über TAE-Adapter oder direkt per RJ11-Kabel anschließen, außerdem ein ISDN-Telefon oder –Telefonanlage. Gespräche gehen dann wahlweise übers Festnetz oder übers Internet. Einem DECT-Telefon dient die Fritzbox als Basisstation – ein passendes Mobilteil bietet AVM mit dem Fritz-Fon MT-C an (Preis: rund 70 Euro). An den USB-Port lässt sich beispielsweise ein Drucker oder ein FAT(32)-formatierter USB-Speicher anhängen, um ihn für alle Netzwerkteilnehmer verfügbar zu machen. WDS kann die Fritzbox 7270 (noch) nicht: Diese Funktion ist derzeit nur in einer Beta-Firmware verfügbar.

Handhabung: Das Konfigurationsmenü ist sehr übersichtlich – auch dann noch, wenn man über die Expertenansicht zusätzliche Optionen aktiviert. Das PDF-Handbuch erklärt das Anschließen der Fritzbox sehr ausführlich. Informationen zum Konfigurationsmenü findet man dort aber nicht, sondern nur in der Online-Hilfe. Für Anwender, die ohne Flatrate surfen, kann die Fritzbox die Online-Zeit erfassen: Der Router warnt dann per LED, wenn ein festgelegtes Zeitbudget überschritten wird. Ärgerlich: Arbeitet die Fritzbox als DHCP-Server, kann sie die IP-Adressen nicht anhand der MAC-Adresse vergeben.

Ergonomie: Trotz ihrer umfassenden Ausstattung ist die Fritzbox nicht der stromhungrigste Router im Testfeld. Bei Datentransfer per WLAN maßen wir 10,3 Watt, ohne Übertragung nahm die Fritzbox 9,2 Watt auf.

Fazit: Als Multifunktions-Router ist die Fritzbox Fon WLAN 7270 konkurrenzlos. So viel Ausstattung in einer Box findet sich sonst nirgends. Dennoch lässt sich die Fritzbox bequem einrichten und bedienen. Die Router-Funktionen bei der Sicherheit sind top, beim Transfertempo ist die Fritzbox aber ein Flop.

AVM Fritzbox Fon WLAN 7270 im Video-Test

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