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Alles im Blick: Drei Notebooks mit 17-Zoll-Display im Test

21.03.2006 | 10:19 Uhr |

Auf einem großen Notebook-Display lässt sich gut spielen, fernsehen oder arbeiten. In unserem Test wollen sich drei Mobilrechner mit 17-Zoll-Display jeweils als ideales Notebook für ein Spezialgebiet empfehlen.

Als Spiele-Notebook präsentiert Bemi das D900K : 3D-Leistung auf Desktop-Niveau sollen ein Dual-Core-Prozessor von AMD und die High-End-Grafikkarte Geforce Go 7800 GTX von Nvidia garantieren. Als formvollendetes Multimedia-Notebook zum Fernsehen und Filme schauen geht das Qosmio G20-146 von Toshiba an den Start. Schließlich will das Megabook L725 von MSI beweisen, dass sich auch ein Laptop mit 17-Zoll-Display durchaus als mobiles Arbeitsgerät nutzen lässt.

Auf der Überholspur: Von AMD gibt es noch keinen Dual-Core-Prozessor für Notebooks – der kommt erst Anfang Mai . Kein Problem für Bemi: Ins riesige Barebone von Clevo, das andere Anbieter wie Faet oder Nexoc mit einem Pentium 4 bestücken, baute man einfach eine Desktop-CPU. Der Athlon 64 X2 4600+ spielt seine Power vor allem bei rechenintensiven Anwendungen wie Bild- und Videobearbeitung sowie beim gleichzeitigen Arbeiten mit mehreren Programmen (Multi-Tasking) aus. Spiele profitieren aber bis auf wenige Ausnahmen – etwa Call of Duty 2 und Quake 4 - noch nicht von zwei Prozessorkernen: Deshalb schneidet das Bemi D900K in den 3D-Tests auch etwas schlechter ab als Centrino-Notebooks mit der gleichen Grafikkarte. Trotzdem reicht die Grafikleistung für die meisten Spiele in höchster Auflösung und Bildqualität aus.

Auch die übrige Hardware- und Schnittstellen-Ausstattung des Bemi D900K liegt auf PC-Niveau: Zwei S-ATA-Festplatten bieten rund 200 GB Kapazität, im Gehäuse ist sogar noch Platz für ein zweites optisches Laufwerk neben dem DVD-Brenner.
Das D900K ist auf Leistung fixiert – dementsprechend erbärmlich sind die Ergebnisse beim Akkutest (95 Minuten), beim Gewicht (5,74 Kilogramm plus 1,4 Kilogramm fürs Netzteil) oder der Lautstärkemessung (2,4 Sone unter Last, 3,1 Sone beim Spielen).

Wie im Kino: Das mit Windows Media Center ausgestattete Toshiba Qosmio G20-146 will nicht in erster Linie den PC, sondern eher Fernseher und DVD-Player ersetzen: Es unterstützt neben Analog-TV nun auch DVB-T. Anders als das D900K sieht es extrem schick aus, erreicht aber nicht die Rechenleistung von Bemis Notebook-Klotz – die 3D-Leistung beispielsweise dürfte nur Gelegenheitsspielern ausreichen. Multimedia-Inhalte lassen sich übrigens auch ohne Windows nutzen – eine unter Linux laufende Multimedia-Software macht’s möglich.

Das Qosmio bietet zahlreiche Multimedia-Ein und Ausgänge, aber keinen DVI-Anschluss. Obwohl etwas leichter und mobiler als das Bemi-Notebook, ist es mit 4,32 Kilogramm Gewicht und 2:12 Stunden Akkulaufzeit zum Einsatz unterwegs auch nicht prädestiniert.

Für alle Fälle: Das MSI Megabook L725 will weder PC-Ersatz noch Multimedia-Maschine sein, sondern in erster Linie ein mobiler Rechner: Trotz des großen Displays wiegt es noch annehmbare 3,44 Kilogramm und bietet eine Akkulaufzeit von 3,5 Stunden dank des 9-Zellen-Akkus, der aber unschön auf der Rückseite übers Gehäuse hinaussteht. Die Rechenleistung und Ausstattung reicht für die meisten Anwender aus, sofern sie nicht Spiele- und Multimedia-Freaks sind.

Spieglein, Spieglein: Alle Notebooks besitzen ein Glare-Display, dessen Spiegeln bei den einen (Toshiba) weniger, bei den anderen (Bemi, MSI) mehr stört. Passend zum Einsatzzweck als TV-Ersatz maßen wir beim Qosmio G20-146 die höchste Helligkeit und den besten Kontrast. Das Display des Bemi-Notebooks war dagegen relativ dunkel. Wie bei ihm war auch bei den anderen Testkandidaten die Helligkeit recht ungleich verteilt. Die Darstellungsqualität war aber bei allen Notebooks hoch, der Blickwinkel stabil.
Schreibkünstler: Die Tastatur der Notebooks von Bemi und MSI verfügt über ein extra Ziffernfeld – Toshiba verzichtet darauf. Trotzdem bot die Qosmio-Tastatur das angenehmste Schreibgefühl. Beim MSI Megabook M725 sind einige Tasten verkleinert, der Cursor-Block nicht abgesetzt – Schnellschreiber greifen hier öfters daneben. Das Schreibbrett des D900K federte etwas und war beim schnellen Schreiben recht laut.

Fazit: Solides Mittelmaß bietet das MSI Megabook L725 – im Gegensatz zu den beiden anderen Testkandidaten lässt es sich sogar unterwegs einigermaßen sinnvoll nutzen. Auch der günstige Preis empfiehlt es für Anwender ohne Spezialwünsche. Betuchte Multimedia-Freunde mit Hang zur Ästhetik sind beim schicken Toshiba Qosmio G20-146 gut aufgehoben. Das sehr teure, schwere und laute Bemi D900K ist dagegen nur AMD-Fans zu empfehlen, die mit einem Dual-Core-Prozessor im Notebook angeben wollen: Besonders bei Spielen ist es nicht schneller als deutlich mobilere Centrino-Notebooks mit ähnlicher Ausstattung.

Bemi D900K

MSI Megabook L725

Toshiba Qosmio G20-146

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