17.07.2009, 16:00

Alexander Kuch

All-In-One-PC fürs Wohnzimmer

Averatec All-In-One F1 im Test

Der Averatec All-In-One F1 hat ein 22-Zoll-Display, eine Dual-Core-CPU und einen TV-Eingang. Wir prüfen im Test, ob er sich fürs Wohnzimmer eignet.
Der Averatec-PC All-In-One F1 unterscheidet sich von seinem kleineren Bruder Averatec All-In-One A1 nicht nur allein durch das Design. Mit Intels Core 2 Duo E4600, TV-Eingang und einer besseren Schnittstellenausstattung soll er für den Einsatz im Wohnzimmer geeignet sein. Allerdings hat Averatec diese Idee nicht ganz zu Ende gedacht.
Ausstattung: Der Averatec-PC All-In-One F1 kommt zum Test in einem anderen Design als sein kleinerer Bruder Averatec All-In-One A1. Das 22-Zoll-Display ohne Touchscreen ist groß genug, damit der PC im Display-Gehäuse Platz findet. Beim Averatec All-In-One A1 mit 18,4-Zoll-Display war der Rechner noch im Standfuß untergebracht.
Auch die restliche Ausstattung des Averatec-PC All-In-One F1 ist leistungsfähiger als beim kleineren Modell: Die Intel-CPU Core 2 Duo E4600 hat eine Taktfrequenz von 2,4 GHz. 2 GB Arbeitsspeicher und eine Festplattenkapazität von 320 GB machen den Averatec-PC All-In-One F1 beinahe zu einem ausgewachsenen Multimedia-PC. Denn Intels G35-Chipsatz mit dem integrierten Grafikchip GMA X3500 ist für Videobearbeitung und Spiele nicht leistungsfähig genug. Auch bei der Netzwerk-Konnektivität ist der Averatec All-In-One F1 nicht ganz auf der Höhe der Zeit: Neben einem Gigabit-Ethernet-Anschluss verfügt der All-In-One-PC lediglich über WLAN nach dem Standard 802.11a/b/g.
Der integrierte Kartenleser unterstützt die Formate MMC, SD und MS. Neben Mikrofon und Stereo-Lautsprechern bietet der Averatec-PC All-In-One F1 sechs USB-Anschlüsse, eine DVI-Buchse sowie einen TV-Eingang. Für den Anschluss eines Surround-Boxensets gibt es einen optischen S/P-DIF-Ausgang. Diese Ausstattung prädestiniert den Averatec-PC All-In-One F1 zusammen mit dem integrierten DVD-Brenner als Medienabspielgerät fürs Wohnzimmer.
Bei der Verarbeitungsqualität wies zumindest unser Testgerät einen Mangel auf: Einer der Lüfter im Gehäuse des Averatec All-In-One F1 war defekt und begann während der Benchmark-Tests und dem damit verbundenen Temperaturanstieg mörderisch laut zu dröhnen und zu klappern. Averatec wird sich um das Problem kümmern und verspricht, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt.
Tempo: Aufgrund seiner Dual-Core-CPU erreicht der Averatec-PC All-In-One F1 im Test zwar bessere Benchmark-Ergebnisse als seine Konkurrenten mit Intels Atom-CPU, trotz allem ist die Leistung mager. Lediglich 598 Punkte schafft der Averatec All-In-One F1 im Benchmark 3D Mark 06. Der Sony Vaio VGC-JS1E, der nur 100 Euro mehr kostet, schafft bereits 1116 Punkte. Dabei wäre die CPU-Leistung des Averatec All-In-One F1 durchaus passabel: Mit 1937 Punkten im reinen CPU-Benchmark könnte man den All-In-One-PC durchaus für Bild- und Videobearbeitung einsetzen. Das Problem ist allerdings die viel zu schwache Chipsatzgrafik ohne eigenen Speicher. Mit einem richtigen Grafikchip könnte Averatec die Leistungsfähigkeit des All-In-One-PCs durchaus steigern.
Ergonomie: Im Desktop-Modus verbraucht der Averatec-PC All-In-One F1 rund 81 Watt - das ist für einen PC mit Display recht moderat. Auch unter Volllast steigt der Energieverbrauch auf maximal 123,7 Watt. Dies ist zwar etwa doppelt soviel wie bei den Konkurrenten mit Atom-CPU, allerdings liegen Multimedia-PCs ohne Display hier oft schon bei 200 Watt und darüber.
Bei der Schallmessung zeigte sich, dass der Averatec F1 zu den lautesten All-In-One-PCs im Test gehört. Bereits im Desktop-Betrieb rauscht er mit 27,8 dB(A) recht geräuschvoll. Unter Volllast ermittelten wir einen Wert von 29,4 dB(A) - dies ist für den Filmegenuss im Wohnzimmer schon grenzwertig.
Fazit:Der Averatec-PC All-In-One F1 kommt zum Test mit guten Voraussetzungen: Ein 22-Zoll-Display, die Dual-Core-CPU, der TV-Eingang und eine gute Schnittstellenausstattung prädestinieren den All-In-One-PC eigentlich zu einem ausgewachsenen Multimedia-PC fürs Wohnzimmer. Die schwache Chipsatzgrafik und das laute Betriebsgeräusch trüben allerdings die Freude. Für Videobearbeitung ist die Grafikleistung nicht gut genug. Das WLAN-Modul ist eine gute Idee, unterstützt allerdings nur den Standard 802.11g. Der Stromverbrauch des Averatec All-In-One F1 bleibt im akzeptablen Rahmen.
Alternativen: Der HP Touchsmart iQ820 hat eine wesentlich bessere Rechenleistung und ein größeres Display, kostet allerdings auch mehr als das Doppelte. Der MSI Wind Top AE1900 ist 100 Euro günstiger, mit Intels Atom-CPU allerdings schwächer bei der Rechenleistung.
Vorschaugrafik: Medion Akoya P7350 D (MD 8860) im Test - klein
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