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Discount-PC für 499 Euro

Aldi-PC Medion Akoya P5250 D im Test

25.09.2014 | 10:00 Uhr |

Aldi Nord hat ab dem 25. September 2014 wieder einmal einen Komplett-PC für relativ preiswerte 500 Euro im Angebot. Im Test verraten wir Ihnen, wie viel Leistung Sie vom Discount-Rechner erwarten dürfen und für wen er sich eignet.

Das neue „Multimedia-PC-System“ mit der Modellbezeichnung Akoya P5220 D kommt natürlich von niemand geringerem als Aldis Haus- und Hoflieferant in Sachen Technik, der Lenovo-Tochter Medion. Mit einem Preis von rund 500 Euro ist der Computer 100 Euro teurer als sein Vorgänger, soll dafür aber auch etwas besser ausgestattet sein: Mit einem Intel Core i5 aus der aktuellen Generation, 4 GB DDR3-Arbeitsspeicher, einer separaten Grafik in Form der Nvidia Geforce GTX 750 sowie einer 1-TB-Festplatte nebst WLAN-n-Modul und DVD-Brenner.

Als Betriebssystem installiert Medion das aktuelle Windows 8.1 vor und legt eine USB-Tastatur und optische Maus mit ins Paket. Natürlich hat der Hersteller auch an ein vermeintlich dickes Software-Paket gedacht, das größtenteils aus Tools von Ashampoo und Cyberlink besteht und den alltäglichen Bedarf des durchschnittlichen PC-Nutzers abdecken soll.

Mittelklasse-Prozessor und Einsteiger-Grafikkarte

Der Intel Core i5-4460 arbeitet mit vier physikalischen Kernen und arbeitet aufgrund fehlendem Hyper-Threading auch nur vier Aufgaben parallel ab. Der Standard-Takt beläuft sich auf 3,2 GHz, schaltet sich bei großer Auslastung allerdings bis auf 3,4 GHz hoch. Damit ist die CPU für den Hausgebrauch und für etwas aufwändigere Aufgaben wie Filmumwandlung oder Bildbearbeitung durchaus geeignet. Allerdings stehen dem Rechenchip nur 4 GB DDR3 Arbeitsspeicher zur Seite, was heutzutage nur noch dem untersten Standard entspricht.

Bei dem verbauten Prozessor handelt es sich um eine rechenstarke Mittelklasse-CPU.
Vergrößern Bei dem verbauten Prozessor handelt es sich um eine rechenstarke Mittelklasse-CPU.

Bei der Grafikkarte greift Medion auf die Nvidia Geforce GTX 750 zurück, die dank des Maxwell-Grafikprozessors sehr energieeffizient arbeitet. Der GPU-Takt beläuft sich auf 1020 MHz und arbeitet genau wie die CPU bei Bedarf mit bis zu 1085 MHz. Verbaut ist ein 1 GB großer GDDR5-Grafikspeicher, der mit effektiven 5000 MHz läuft und über ein 128 Bit breites Speicher-Interface an den Grafikchip angebunden ist. Somit dürften auch aktuelle Spiele in angepassten Details flüssig laufen.

PC-Gehäuse mit Klavierlack-Front, Speicherkartenleser und Datenhafen

Auch das Gehäuse dürfte Kunden von Medion und Aldi nicht fremd sein, da es schon seit einigen Modellen zum Einsatz kommt: Das relativ kompakte Gehäuse verfügt über eine Front aus schwarzem Klavierlack, dessen hübsche Optik allerdings nicht vor hässlichen Fingerabdrücken und Staub gefeit ist. Direkt unter der dreieckigen Start-Taste befinden sich der Multi-Kartenleser sowie zwei Audio-Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Daneben gibt’s zweimal USB, einmal in der aktuellen Version 3.0. Hinter einer Blende sitzt der DVD-Brenner. An der Oberseite verbaut Medion wieder den altbekannten „Datenhafen“, der externe Festplatten aufnimmt – allerdings sind Sie hier nach wie vor auf Modelle von Medion eingeschränkt aufgrund der speziellen Schnittstelle.

Technischen Daten

Medion Akoya P5250 D

Hauptplatine

Medion H81H3-EM2

Chipsatz

Intel H81

Bios-Version

American Megatrends H81EM2W08.306

Prozessor (Takt / physikalische Kerne)

Intel Core i5-4460 (3,2 GHz / 4)

Grafikkarte: Bezeichnung / Shader / Chiptakt / (physikalischer) Speichertakt

Nvidia Geforce GTX 750 / 512 Stück / 1020 MHz / 5012 MHz

Grafikspeicher (shared)

1024 GDDR5 (nein)

Grafiktreiber

Forcware 344.11

Festplatte(n)

Seagate  ST1000DM003-1CH162

Soundchip

Onboard: Realtek High Definition Audio

TV-Modul

nicht vorhanden

Betriebssystem, Typ

Windows 8.1, 64-Bit 

Schnittstellen-Armut, dafür Platz zum Aufrüsten

An der Rückseite gibt es dann wiederum nicht viel zu sehen: Die oberen Video-Schnittstellen am I/O-Panel (HDMI, Displayport und VGA) stammen von der integrierten Grafik „Intel HD Graphics 4600“ des Prozessors – allerdings funktionieren die nicht. Ihren Monitor schließen Sie an der Grafikkarte an, die einmal DVI sowie HDMI und VGA zur Verfügung stellt. Dann gibt es an der Rückseite nur noch knapp eine Handvoll USB-Schnittstellen und Anschlüsse für ein 5.1-Audiosystem. Weiteres USB 3.0 gibt es leider nicht, womit Ihnen nur insgesamt ein einziges Mal der flotte Datenstandard zur Verfügung steht, was unserer Meinung nach eindeutig zu wenig ist.

Auf der Rückseite herrscht Schnittstellen-Armut, insgesamt gibt es beispielsweise nur einen einzelnen USB-3.0-Anschluss.
Vergrößern Auf der Rückseite herrscht Schnittstellen-Armut, insgesamt gibt es beispielsweise nur einen einzelnen USB-3.0-Anschluss.

Das Innenleben macht aufgrund des fehlenden Kabel-Managements einen unordentlichen Eindruck und wirkt aufgrund der wenigen Komponenten etwas leer. Deshalb ist auch genügen Platz zum Aufrüsten, da zum einen noch mindestens ein Fach für 2,5- oder 3,5-Zoll-Platten frei ist, genau wie eine Speicherbank für den Arbeitsspeicher. Auch drei PCI-Express-x1-Slots sind frei, um beispielsweise TV- oder Soundkarten einzubauen. Die Grafikkarte lässt sich zwar ebenfalls problemlos tauschen, doch leider fehlen dem Netzteil die nötigen 6- oder 8-poligen Stromanschlüsse für leistungsfähigere Grafikbeschleuniger. Das finden wir ziemlich schade, da der relativ starke Prozessor eine gute Basis darstellt, um neben einem starken Grafikbeschleuniger zu laufen. Auch setzt Medion weiterhin auf den Trichter auf dem CPU-Kühler, der die warme Luft direkt nach Außen abführen soll.

Das Innere wirkt unaufgeräumt und leer, dafür ist Platz zum Aufrüsten.
Vergrößern Das Innere wirkt unaufgeräumt und leer, dafür ist Platz zum Aufrüsten.

Erweiterungsmöglichkeiten

Medion Akoya P5250 D

Freie SATA-Anschlüsse

2x

Freie PCI-Express-x16-Anschlüsse

0x

Freie PCI-Express-x1-Anschlüsse

3x

Freie 3,5-Zoll-Schächte

1x

„Dicker“ Software-Lieferumfang

Insgesamt stehen Ihnen auf der Festplatte über 930 GB zur freien Verfügung, was mittlerweile nur noch absoluter Standard ist. Die Magnetplatten im Inneren der HDD arbeiten mit 7200 Umdrehungen pro Minute allerdings recht schnell. Das wiederum kann allerdings auch Auswirkungen aufs Betriebsgeräusch haben. Gut finden wir, dass Medion bereits eine Recovery-Partition für das komplette System angelegt hat, auch die gesamte Software gibt es dort noch einmal. Die Programme reichen vom DVD-Brennprogramm, über Bild- und Videobearbeitung für den Hausgebrauch bis hin zu Media-Playern und Beschleunigungs-Tools. Die sind alle schon vorinstalliert, was für den Großteil der Nutzer eher als „vollgemüllt“ gilt. Deshalb kommt es hier auf die eigenen Vorlieben an, doch auch für unseren Geschmack ist etwas zu viel Software ab Werk installiert.

Die CPU-Leistung ist in der Einzelkern-Wertung gut, bei der Multikern-Wertung etwas schlechter.
Vergrößern Die CPU-Leistung ist in der Einzelkern-Wertung gut, bei der Multikern-Wertung etwas schlechter.

Ausstattung

Medion Akoya P5250 D

Arbeitsspeicher: eingebaut / verfügbar / maximal

4096 / 4096 / 8192 MB DDR3

Speicher

HDD (Nennkapazität / verfügbar)

1000 / 931 GB

SSD (Nennkapazität / verfügbar)

nicht vorhanden

Optisches Laufwerk

DVD-Brenner (TSSTcopr CDDVDW SH-216DB)

Speicherkartenleser

ja (4-in1)

Netzwerk: Kabel (Typ)

1x Gigabit Ethernet

Netzwerk: WLAN (Standard)

Realtek RTL8188CU Wireless LAN (802.11b/g/n, bis zu 300 Mbit/s)

Anschlüsse

1x USB 3.0, 5x USB 2.0, 1x HDMI, 1x VGA, 5.1 Audio-Klinke, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon

Netzteil: Bezeichnung / Nennleistung / Zertifizierung

FSP Group FSP350-40EMDN / 350 Watt / keine

Lieferumfang

Tastatur & Maus, 30-Tage-Testversion Office 365, Medion MediaPack (Ashampoo Burning Studio, Ashampoo Photo Commander, Ashampoo Photo Optimizer und Ashampoo Snap), Mediathek, Cyberlink Power2Go, Cyberlink PowerDVD, Cyberlink MediaEspresso und Cyberlink Photo Director, McAfee Security Suite (30-Tage-Testversion)

Leistung des Medion Akoya P5250 D auf dem Prüfstand

Unsere Tests decken verschiedene Einsatzszenarien ab, wie zum Beispiel den gängigsten Hausgebrauch über rudimentäre Bildbearbeitung, bis hin zum Internet-Surfen mit mehreren offenen Tabs mit dem synthetischen Benchmark PCMark 8. Auch die Multimedia-Leistung prüft das Programm. Die CPU-Leistung messen wir mit Cinebench R15, das uns auch die Leistung aller Kerne sowie der Einzelkerne in Punkten anzeigt. PCMark 8 beweist, dass sich der Akoya P5250 D ohne Probleme für denn Alltag eignet und auch aufwändigere Aufgaben wie fordernde Multimedia-Arbeiten tadellos stemmen kann. Gut ist auch die Einzelkern-Leistung des Prozessors in Cinebench, das fehlende Hyper-Threading schlägt sich allerdings negativ in der Mulitkern-Wertung nieder. Wirklich schlecht ist das Ergebnis nicht, sondern weist den Prozessor als Mittelklasse-Modell aus.

Alltägliche Aufgaben sind für den aktuellen Aldi-PC überhaupt kein Problem.
Vergrößern Alltägliche Aufgaben sind für den aktuellen Aldi-PC überhaupt kein Problem.

Der 3DMark misst die Spiele-Leistung mit vier aufsteigend fordernden Tests, „Firestrike“ ist dabei der anstrengendste Teil und wird vor allem bei High-End-PCs eingesetzt. Die Punktzahlen machen deutlich, dass der PC sich durchaus auch in der unteren Gaming-Klasse behaupten kann, für hochdetaillierte Oberklasse-Spiele reicht es dann aber nicht mehr. Und da wir auch eine separate Grafikkarte im PC haben, messen wir auch die Bildraten von einem aktuellen Spiel wie Battlefield 4. Dabei haben wir einmal die „Ultra“-Einstellungen genommen und haben uns auch einmal die Grafik über das Nvidia-Programm „Geforce Experience“ einstellen lassen. Denn obwohl es sich beim Grafikbeschleuniger um ein OEM-Modell handelt, funktioniert der offizielle Treiber einwandfrei. Flüssig läuft der Shooter erst in stark angepassten Details (siehe Screenshot weiter unten). Ältere Spiele dürften den Aldi-PC also nicht vor allzu große Herausforderungen stellen.

Um Battlefield 4 mit flüssigen Bildraten zu spielen, muss Geforce Experience einige Details herunter stellen.
Vergrößern Um Battlefield 4 mit flüssigen Bildraten zu spielen, muss Geforce Experience einige Details herunter stellen.

Geschwindigkeit

Medion Akoya P5250 D

Büro- und Multimedia-Leistung (PCMark 8, Home / Creative)

3352 / 3193 Punkte

Prozessor-Leistung (Cinebench R15, ein Kern / alle Kerne)

130 / 482 Punkte

Spiele-Leistung

3DMark (Ice Strom / Cloud Gate / Sky Diver /  Fire Strike)

108 856 / 12 497 / 10 546 / 3 389 Punkte

Battlefield 4: 1920 x 1080 Pixel, "Ultra" / Geforce-Experience-Einstellungen

18 / 67 Bilder/s

Umwelt-Eigenschaften im Test

Da die CPU kein überdimensionierter Rechenknecht ist und auch der Grafikprozessor sehr effizient arbeitet, fällt die maximale Leistungsaufnahme unter Last des Aldi-PCs mit 62 Watt erfreulich genügsam aus, im Schnitt sind es sogar nur rund 47 Watt. Auch das Netzteil ist mit 350 Watt Bruttokapazität nicht zu stark, für stärkere Grafikkarten müssen Sie aber das Netzteil aller Wahrscheinlichkeit nach tauschen. Die Lautstärkemessung zeigt, dass sich die Lüftergeräusche mit höchstens 1,1 Sone selbst bei voller Auslastung noch im akzeptablen Rahmen halten.

Das Netzteil leistet brutto 350 Watt, allerdings fehlen 6- oder 8-polige Stromanschlüsse für stärkere Grafikkarten.
Vergrößern Das Netzteil leistet brutto 350 Watt, allerdings fehlen 6- oder 8-polige Stromanschlüsse für stärkere Grafikkarten.

Umwelt und Gesundheit

Medion Akoya P5250 D

Stromverbrauch: Heruntergefahren

0,5 Watt

Stromverbrauch: Netzschalter aus

0 Watt

Stromverbrauch: Last

62 Watt

Stromverbrauch: Energie sparen

4,3 Watt

Stromverbrauch: Desktop-Betrieb

36 Watt

Betriebsgeräusch: geringe Last

0,6 Sone

Betriebsgeräusch: hohe Last

1,1 Sone

Test-Fazit zum Aldi-PC Medion Akoya P5250 D

Der neue Aldi-PC Medion Akoya P5250 D für 499 Euro ist alles andere als ein High-End-Computer, genügt aber vollkommen für den PC-Nutzer mit nicht allzu großen Leistungs-Ansprüchen. Dank der Mittelklasse-Ausstattung ist selbst das Spielen in angepassten Details möglich, weshalb auch die Leistung für multimediale Aufgaben allemal ausreicht. Doch wer komplett aufs Spielen verzichten kann, der ist mit einem  Mini-PC ähnlich gut, aber günstiger beraten – ein richtiger Preis-Leistungs-Hit ist der neue Aldi-Computer also nicht. Besonders lobenswert ist allerdings der Stromverbrauch, der selbst bei voller Auslastung mit höchstens 62 Watt erfreulich niedrig ausfällt! Das liegt vor allem an der energieeffizienten Nvidia-Grafikkarte. Positiv finden wir auch die verlängerte Garantiezeit von drei Jahren, die Medion auf das Gerät gewährt. Auch WLAN ist an Bord, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Windows 8.1 macht die Bedienung des Systems größtenteils recht flott. Dennoch vermissen wir eine schnelle SSD, auch wenn die sich problemlos nachträglich einbauen lässt. Außerdem finden wir es schade, dass am kompletten PC nur einmal USB 3.0 zur Verfügung steht – ein No-Go in unseren Augen. Und für das Nachrüsten einer stärkeren Grafikkarte müssen Sie je nach Modell auch noch das Netzteil ersetzen, da die entsprechenden Stromanschlüsse fehlen.

Allgemeine Daten

Testkategorie

PCs

Hersteller

Medion

Internetadresse von Medion

www.medion.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

499 Euro

Medions technische Hotline

01805/633466

Garantie des Herstellers

36 Monate

 
 
 

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