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Medion Akoya P7300D MD8838

04.12.2008 | 11:36 Uhr |

Der neue Aldi-PC Akoya P7300D bietet viel fürs Geld. Wir prüfen die Leistung, den Stromverbrauch sowie die Lautstärke des 699-Euro-Discounter und benennen Stärken und Schwächen.

Update 10.12.2008 : So identifizieren und lösen Sie potentielle Probleme mit der Western-Digital-Festplatte WD10EACS des Aldi-PCs - alle Infos finden Sie am Ende dieser Seite.

Update 28.11.2008: Die PC-WELT hat auf dem Aldi-PC Akoya P7300D Vista 64 Bit installiert, damit Windows die 4 GB Speicher komplett adressiert. Unser Ratgeber zeigt auf, wie Sie Treiber-Probleme lösen und ob Vista 64 mehr Tempo bringt.

Beim Medion Akoya P7300D MD8838 setzt der Discounter wieder auf ein Intel-Grundgerüst: Basis des neuen Aldi-PCs ist - wie schon beim Vorgänger Medion Akoya E4320 MD 8396 - die speziell für Medion gefertigte MSI-Hauptplatine MS-7502 mit Intels G33-Chipsatz. Allerdings nutzt der Aldi-PC nicht die im Chipsatz integrierte Grafiklogik, sondern die 16x-PCI-Express-Grafikkarte MSI 1462 mit dem Nvidia-Chip Geforce 9600 GT - der Vorgänger musste sich noch mit der schwächeren 9500-GT-Variante begnügen.

Prozessor und Arbeitsspeicher

Auch der Prozessor stammt wieder von Intel. Der Core 2 Quad Q8200 gehört zur aktuellen Yorkfield-Baureihe, die allerdings im Vergleich zur 9000er-Familie mit 4 MB L2-Cache nur ein Drittel des Pufferspeichers mitbringt. Der Vierkern-Prozessor arbeitet mit gemächlichen 2,33 GHz, der Front Side Bus läuft mit rund 333 MHz. Wie der Screenshot links zeigt, fährt der Quad Core im Bereitschaftszustand seinen Takt automatisch auf knapp 2 GHz herunter - das hilft Strom sparen. Gut: Die moderne CPU beherrscht den SSE4-Befehlssatz in der Version 4.1, was beispielsweise das Umwandeln von Video-Dateien ins Divx-Format deutlich beschleunigt.

Die erste schlechte Nachricht: Den Front Side Bus des Prozessors können Sie nicht hochschrauben, eine entsprechende Option hat Medion im Bios-Setup nicht frei geschaltet. Schade, denn die 2,33-GHz-CPU lässt sich luftgekühlt garantiert auf deutlich höhere Frequenzen hochjubeln. Überhaupt ist das Bios sehr spartanisch gehalten, eine Monitoring-Funktion zum Überwachen der Lüfter-Drehzahl und Prozessor-Temperatur fehlt ebenfalls.

Dafür sind die Optionen zum Einstellen der Laufwerks-Parameter und Boot-Möglichkeiten geradezu erschöpfend. Einen Raid-Verbund können Sie dort hingegen nicht einrichten - die "Southbridge" ICH9DH unterstützt kein Hardware-Raid. Ein Software-Raid ist via Intel Matrix Storage Technology allerdings möglich.

Speicher satt: 4096 MB hat Medion im Aldi-PC verbaut. Der Arbeitsspeicher des Typs DDR2-667 läuft mit einer physikalischen Taktrate von knapp 333 MHz und den Zugriffszeiten 5-5-5-5-15. Gut: Die beiden 2-GB-Module arbeiten im schnellen Dual-Channel-Modus, zwei weitere RAM-Steckplätze sind noch frei. Allerdings können Sie die 4 GB in der Auslieferungskonfiguration nicht voll nutzen. Das vorinstallierte 32-Bit-Windows Vista Home Premium SP1 adressiert nur 3328 MB. Vorbildlich: Medion umschifft das Speicherproblem clever und legt auch die 64-Bit-Version des Betriebssystems in Form einer Recovery-DVD bei. Sie können also problemlos und bequem auf das 64-Bit-Vista umsteigen und müssen dabei keine Treiber-Probleme fürchten.

Grafikkarte

Die 16x-PCI-Express-Grafikkarte MSI 1462 basiert auf Nvidias Geforce 9600 GT. Der Chip- und Speichertakt beträgt 650 beziehungsweise 900 MHz. Die 64 Unified Shader (Streaming Prozessoren) laufen mit 1625 MHz. Dem Grafikchip sind 512 MB GDDR3-SDRAM zur Seite gestellt, die über ein 256 Bit breites Speicher-Interface angeschlossen sind. Die technischen Daten der Grafikkarte sind also gut genug für eine solide 3D-Leistung.

Die DirectX-10-Grafikkarte unterstützt zudem HDCP und SLI. An Video-Ausgängen steht eine eine moderne HDMI-Schnittstelle, eine Dual-Link-DVI-I- sowie eine analoger D-Sub-Buchse zur Verfügung. Intern ist die MSI 1462 mit einem sechspoligen PCI-Express-Stromstecker sowie Kabeln für das Einspeisen von TV-Signalen verbunden. An die passiv gekühlte Karte hat Medion einen Gehäuslüfter geschraubt, was das Gesamtkonstrukt etwas seltsam aussehen lässt. Notwendig scheint der Lüfter in jedem Fall zu sein, um die Abwärme der Karte wegzublasen, andernfalls hätte Medion sich die Kosten gespart. Schlecht dabei: Die dadurch verdeckten freien Steckplätze sind so nur eingeschränkt nutzbar und erst nach dem Ausbau der MSI-Grafikkarte zugänglich. Und wer den Speicher- und Chiptakt noch hochjubeln will, dürfte der Grafikkarte wohl erst mit einem aktiven Kühler spürbar mehr Tempo entlocken - wir prüfen das in einem weiteren Artikel.

Laufwerke

Der DVD-Brenner des Medion Akoya P7300D MD8838 stammt von LG Electronics: Der LG GH20NS10 versteht sich auf alle gängigen Formate. Das SATA-Laufwerk beschreibt CD-Rs mit 48-, CD-RWs mit 40-, DVD-Rs und DVD+Rs mit 20-, DVD-RW mit 6-, DVD+RWs mit 8-, DVD-R DL und DVD+R DL mit 10- sowie DVD-RAMs mit 12facher Geschwindigkeit. Lightscribe beherrscht der DVD-Brenner hingegen nicht.

Als Massenspeicher dient die 1000-GB-Festplatte Western Digital WD10EACS-00D6B0. Das SATA/300-Laufwerk stammt aus der Caviar-Green-Baureihe, die sich durch einen besonders niedrigen Stromverbrauch auszeichnet. Der Pufferspeicher der 3,5-Zoll-Festplatte beträgt 16 MB, die Rotationsgeschwindigkeit liegt bei 7200 Umdrehungen pro Minute. Die nutzbare Kapazität unter NTFS beziffert sich auf 931 GB.

Dem Festplattenproblem des Ald-PCs auf der Spur: Technikexperte Gerhard Röhlich (rechts) und Daniel Mauerhofer von Western Digital im PC-WELT-Testcenter
Vergrößern Dem Festplattenproblem des Ald-PCs auf der Spur: Technikexperte Gerhard Röhlich (rechts) und Daniel Mauerhofer von Western Digital im PC-WELT-Testcenter
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Wem das nicht genügt, kann bis zu zwei weitere interne Festplatten einbauen. Dazu nutzen Sie entweder die zwei noch freien Schächte unterhalb des DVD-Brenners oder die beiden freien Einschübe des 3,5-Zoll-Laufwerkskäfigs, in dem die Western Digital WD10EACS untergebraucht ist - passend dazu gibt’s auf der Hauptplatine noch zwei freie SATA-Buchsen. Oder Sie docken wahlweise mit einer externen Festplatte an der eSATA-Buchse der Frontblende beziehungsweise am "Datenhafen 2" an, der sich auf der Oberseite des Gehäuses befindet. Aufgrund der proprietären Schnittstelle der Docking-Bay sind Sie dann allerdings auf Medion-Produkte angewiesen.

Update vom 10.12.2008:

Laut Western Digital durchläuft jede Festplatte vor der Auslieferung einen Dauertest über mehrer Tage, der die Laufwerke auf Datenträgerdefekte prüft. Spätere Defekte des Mediums sind daher nach Aussage des Herstellers in 99 Prozent aller Fälle auf Stoss oder Erschütterung des Systems zurückzuführen, etwa wenn der Karton mit dem PC aus mehreren Metern mit Schmackes auf den Boden kracht! Letzteres soll auch bei der Western Digital WD10EACS unseres Aldi-PCs der Grund für das seltsame Verhalten des Laufwerks sein, das wir bei unserem Test diagnostizierten: Die Untersuchung im Labor von Western Digital förderte einen tiefen Kratzer in einer Datenscheibe zutage. Bei der Schwere des Defekts empfiehlt sich ein zügiger Austausch der Festplatte, da die Ausfall-Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist.

Ob auch die Festplatte Ihres Aldi-PCs einen schweren Dachschaden hat, können Sie ganz einfach herausfinden. Dabei müssen Sie hörbare Festplattengeräusche nicht gleich in Panik versetzen.
Grundgeräusche wie leises Rattern sind bei Festplatten ganz normal - das blitzschnelle Beschleunigen und Abbremsen der Schreib-Lese-Köpfe geht nun einmal nicht lautlos vonstatten. Dabei muss auch nicht unbedingt ein Programm aktiv sein - Windows ist im Hintergrund oft mit Serviceroutinen wie etwa dem Auslagern von Daten des Arbeitsspeicher beschäftigt. Eine gewisse Geräuschkulisse muss also nicht unbedingt bedeuten, dass bei Ihrer Festplatte ein Defekt vorliegt.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Festplattengeräusche Ihres Aldi-PCs normal sind, empfehlen wir Ihnen zunächst eine Laufwerksdiagnose. Laden Sie sich dazu Data Lifeguard Diagnostic herunter - dieses Tool von Western Digital funktioniert auch unter Vista. Nach dem Programmstart zeigt das Tool an, wie lange der Test ungefähr dauert. Wird diese Zeit während des Tests sehr deutlich vergrößert, kann das ein Indiz für fehlerhafte Sektoren sein, die bei unserem Testgerät als direkte Folge des tiefen Kratzers aufgetreten sind. Wenn der Test gar nicht erfolgreich abschließt, empfehlen wir Ihnen, die kostenlose Hotline von Western Digital unter der Nummer 00800/27549338 zu kontaktieren. Diese Hotline von Western Digital berät Sie zur Fehleranalyse mit Data Lifeguard Diagnostic und allgemeinen Fragen zur Festplatte des Aldi-PCs. Für den eigentlichen Austausch einer defekten Festplatte und die Garantieabwicklung ist hingegen der PC-Hersteller Medion zuständig. Die Hotline von Medion erreichen Sie unter der Nummer 0180/5633466 (14 Cent/Minute).

Fehlerhafte Sektoren: Generell deuten fehlerhafte Sektoren auf mechanischen Verschleiß hin, zum Beispiel Kratzer auf der Datenträgeroberfläche. Laufwerke besitzen für fehlerhafte Sektoren eine Automatik: Entdeckt eine aktive Festplatte einen fehlerhaften Sektor, versucht sie ihn selbstständig zu reparieren. Einzelne Sektoren sind im Bruchteil von Sekunden repariert. Zu einem Rattern kommt es nur, wenn eine sehr große Anzahl defekter Sektoren aufgetreten ist. Das kommt - wie bei unserem Testgerät - nur bei sehr groben Erschütterungen vor. Bei solchen aufwendigen Korrekturen muss die Festplatte zwar nicht nach neuen guten Sektoren suchen - diese befinden sich sequentiell auf den inneren Spuren. Aber nachdem das Laufwerk einen Sektor (oder auch einen Block von Sektoren) dorthin übertragen hat, kehrt der Schreib-Lese-Kopf wieder zurück, um den nächsten Block zu lesen. Ist auch dieser defekt, beginnt das Spiel von vorne und der Kopf bewegt sich hörbar zwischen dem defekten Bereich und den inneren Spuren hin und her (Ende des Updates vom 10.12.2008).

Seltsam: Installieren und starten wir Programme, kommt die Festplatte nur zögerlich in Schwung, so als ob man sie zunächst aus dem Dornröschen-Schlaf erwecken müsste. Dabei gibt sie auffällige Klickgeräusche von sich, die vermutlich in den zahlreichen (fehlgeschlagenen?) Zugriffen zu suchen sind. Ebenfalls mysteriös: Bei jeder Software-Installation verharrt der Ladebalken kurz vor Schluss zehn bis 15 Sekunden, bevor wir die Rückmeldung bekommen, dass das Programm installiert ist - egal ob es sich um ein 2-MB kleines Tool oder den 3D Mark 06 handelt.

Eine fehlerhafte Konfiguration liegt jedoch nach unserem Ermessen nicht vor: Die Größe der Auslagerungsdatei ist okay, der passende SATA-Treiber ist installiert und das Bios spricht das Laufwerk im AHCI-Modus an. Auch die verzögerte Reaktion der Festplatte blieb nach dem Abschalten sämtlicher Energiespar-Optionen ein kleines Ärgernis.Einen Festplatten-Defekt schließen wir auch aus, da sich in den Festplatten-Benchmarks keine Leistungseinbrüche ergaben. Unsere Vermutung: Möglicherweise hat es Western Digital (oder Medion) übertrieben und in der Festplatten-Firmware die Energiespar- und AAM-Optionen so scharf eingestellt, das die Zugriffszeit unverhältnismaäßig stark darunter leidet.

Gehören Sie zu den Aldi-PC-Käufern und haben ähnliche Probleme, oder arbeitet bei Ihnen die Festplatte einwandfrei! Dann bitten wir Sie, hier im Forum Ihre Erfahrungen mit unseren Lesern zu teilen!

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