Viel PC für wenig Geld?

Medion Akoya P5350 D - Aldi-PC im Test

Donnerstag den 29.03.2012 um 10:00 Uhr

von Friedrich Stiemer

Bildergalerie öffnen Aldi-PC Medion Akoya P5350 D für 499 Euro
Ein neuer Aldi-PC steht ab heute in den Regalen des Discounters und stellt wieder viele vor die entscheidende Frage: Ist der Medion Akoya P5350 D sein Geld wert? Die Ausstattung klingt erst einmal toll und vor allem der günstige Preis ist für viele das Kaufkriterium Nummer 1. Doch zuerst schicken wir den PC durch unseren Test-Parcours und klären, ob er sein Geld wirklich wert ist.
Es hat schon fast Tradition, dass Aldi in gewissen Abständen einen günstigen Desktop-Rechner für die breite Masse anbietet. Der Volks-PC punktet in Tests oft mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und soll vor allem die alltäglichen Arbeiten eines Otto-Normal-Verbrauchers am PC ausreichend abdecken.

Zeitgleich bringt Aldi respektive Medion auch den Nachfolger seines eigenen Tablets in den Handel, das Medion Lifetab P9516 , das wir natürlich auch im Test haben. Auch hier soll der günstige Preis für einen hohen Absatz sorgen.


Wieder einmal lockt der Medion Akoya P5350 D mit einer kompakten Tower-Größe von 18 x 39 x 39 Zentimetern (B x H x T) und neuen Schnittstellen wie USB 3.0, eSATA, N-WLAN und einer wohlklingenden Hardware-Konfiguration. Zusätzlich möchte der Discounter mit einem noch erschwinglichen Preis von 499 Euro viele Geräte an den Mann bringen.

Ist der Schnäppchen-PC also nun sein Geld wert? Vielleicht ist er das, doch zuerst muss er noch durch unseren Testparcours damit wir ihn in allen Belangen testen können. Wir klären, ob der Akoya P5350 D aus Billigbauteilen unbekannter Hersteller zusammengeschustert ist oder ob er ohne Leistung einfach nur vor sich hindümpelt und unnütz Strom frisst. Oder vielleicht hat Medion auch einen brauchbaren Desktop-Computer zusammengestellt, der mit einer angemessen Leistung seinen Dienst tut.

Hardware-Basis Medion Akoya P5350 D: Standardkost und Einsteiger-Grafik

Im Grunde unterscheidet sich der Medion Akoya P5350 D in der Ausstattung kaum von seinem Vorgänger, dem Akoya P5330 D , der im Dezember 2011 auf den Markt kam. Lediglich übernimmt nur eine andere Grafikkarte die 3D-Beschleunigung. Doch nehmen wir die Grundkonfiguration noch einmal unter die Lupe.

Als Basis verlässt sich der Hersteller wieder auf Intels Sandy Bridge. Das Mainboard MS7728 kommt von MSI und ist speziell für OEM-Hersteller konzipiert, denn auf der MSI-Homepage suchen Sie vergeblich danach. Um Kosten zu sparen verfügt sie auch nicht über schnelle SATA-600 Schnittstellen oder Onboard-Raid, um Festplatten im Verbund zu betreiben. Herzstück des Mainboards ist der Einchip-Chipsatz Intel H61 in der fehlerbereinigten B3-Revision.

Der Takt fährt herunter auf rund 1,6 GHz, wenn sich der PC
im Leerlauf befindet.
Vergrößern Der Takt fährt herunter auf rund 1,6 GHz, wenn sich der PC im Leerlauf befindet.

Wie schon beim letzten Aldi-PC setzt sich der Prozessor Intel Core i5-2320 auf den 1155-Sockel der Hauptplatine. Der Standardtakt beläuft sich auf 3 GHz pro Kern. Dank der implementierten Übertaktungsfunktion Turbo Boost kann sich der Takt aber auch dynamisch auf 3,3 GHz erhöhen, ohne dass der Nutzer einen Finger rühren muss. Sollten jedoch alle vier Kerne gleichzeitig ausgelastet sein, beschränkt sich der Takt auf maximal 3,1 GHz pro Kern. Energie sparen kann die 95-Watt-CPU hingegen auch: bei geringer Auslastung taktet sie sich herunter auf 1,6 GHz.

Schon seit der Pentium 4-Reihe rüstet Intel viele seiner Prozessoren mit Hyper Threading aus: Diese Technik stellt jedem echten CPU-Kern einen virtuellen Kern zur Seite, um die doppelte Anzahl an Aufgaben ("Threads") zu bewältigen. Doch leider verfügt der i5-2320 nicht über diese nützliche Funktion. Dafür unterstützt die CPU alle wichtigen Prozessor-Funktionen wie AVX, AES und SSE 4.2, die Hardware-Virtualisierung via VT-x sowie 32- und 64-Bit-Betriebssysteme über die Technik EM64T. Der Pufferspeicher beträgt rund 7 MB und enthält drei Stufen. Der Level-3-Cache misst alleine aber schon 6 MB, schließlich greifen alle Prozessorkerne gemeinsam darauf zu.

Bei der Nvidia Geforce GT 530 handelt es sich lediglich um
eine Grafikkarte der Einsteiger-Klasse.
Vergrößern Bei der Nvidia Geforce GT 530 handelt es sich lediglich um eine Grafikkarte der Einsteiger-Klasse.

Die im Prozessor verbaute Grafikeinheit  Intel HD 2000 lässt sich aber nicht nutzen. Medion hat schlichtweg darauf verzichtet, entsprechende Video-Schnittstellen auf dem Mainboard und dem Gehäuse bereitzustellen. Stattdessen soll die Grafikkarte Nvidia Geforce GT 530 für die 3D-Berechnung sorgen, die übrigens auch wieder von MSI kommt. Hier hat Medion schon einmal gespart, denn die Grafikkarte ist schwächer als die im Dezember-Modell verbaute Nvidia Geforce GTX 550ti.

GPU-Z: Medion liefert veraltete Treiber aus.
Vergrößern GPU-Z: Medion liefert veraltete Treiber aus.

Der Grafikprozessortakt der Geforce GT 530 beläuft sich auf 700 MHz. Der physikalische Speichertakt des 1 GB großen DDR3-Speichers taktet mit 793 MHz - daher ergibt sich ein effektiver Speicherdurchsatz von 3172 MHz. Angesteuert wird der Videospeicher über ein 128 Bit großes Interface. In der GPU finden 96 Unified-Shader-Einheiten Platz, die mit einem Takt von 1399 MHz arbeiten. Weiterhin unterstützt die Grafikkarte auch DirectX 11.

Medion installiert auf dem Akoya P5350 D die offiziellen Nvidia-Grafiktreiber Forceware in der Version 285.93. Dabei handelt es sich jedoch um veraltete Treiber, die der Grafik-Hersteller bereits im November 2011 veröffentlicht hat. Doch nach dem ersten Start meldet sich bereits die Nvidia-Systemsteuerung und bietet die aktuelle Treiberversion 296.10 vom 13.03.2012 an.

Alternativ können Sie die Treiber auch direkt von der Nvidia-Homepage herunterladen, was seit dem letzten Aldi-PC endlich möglich ist. Vorher mussten Sie auf ein maßgeschneidertes Update von Medion warten, die meist später bereitgestellt wurden als die offiziellen Treiber des Grafikkarten-Lieferanten.

Donnerstag den 29.03.2012 um 10:00 Uhr

von Friedrich Stiemer

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (9)
  • chipchap 12:38 | 14.05.2012

    Zitat: deoroller
    ... [URL]http://www.chip.de/artikel/Medion-MD-3000-der-Aldi-PC-im-Test_12809663.html
    Preis: zirka 2.300 Mark wie günstig.
    Hat sich mein Brüderchen entgegen aller meiner Warnungen geleistet.
    Komischerweise strafte mich die Kiste Lügen und lief glatte 7 Jahre ohne Probleme.
    Für den Office-Bereich ist der Aldi-Medion-Live-Targa-... Nichtstandard-Massen-PC völlig ausreichend.

    Bei Aufrüstung, Spielen und Umbauten wird's dann sehr zäh ... .

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  • Scasi 10:23 | 14.05.2012

    und wer ist ida?

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  • hans10 10:13 | 14.05.2012

    Zitat: Bigfoot62
    Das Teil girb es jetzt noch mal im Aldi Nord / Berlin für 399,- €. Da finde ida stimmt das Preis / Leistungsverhältnis


    ... und 2x billig gekauft ist immer noch zu teuer.

    Das Preis-Leistungsverhältnis sagt doch recht wenig aus.
    Viel wichtiger ist doch, welche Ansprüche habe ich an den PC
    und was kostet das.

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  • Bigfoot62 07:50 | 14.05.2012

    MD8895 / P5350 Multimedia PC

    Das Teil girb es jetzt noch mal im Aldi Nord / Berlin für 399,- €. Da finde ida stimmt das Preis / Leistungsverhältnis

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  • deoroller 22:56 | 29.03.2012

    So sehen sie auch aus. *SCNR*

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