Aldi-PC für 399 Euro

Medion Akoya E4050 D im Test

Donnerstag den 29.09.2011 um 10:10 Uhr

von Michael Schmelzle

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So billig war der Aldi-PC schon lange nicht mehr. Kann der Lebensmittel-Discounter für 399 Euro überhaupt einen vernünftigen Rechner anbieten. Der Test prüft den Medion Akoya E4050 D auf Herz und Nieren und sagt Ihnen, ob der PC echtes Schnäppchen oder doch nur eine lahme Gurke ist.
Test des aktuellen Aldi-PCs Medion Akoya P5330 D (Dezember 2011)

Der Lebensmittel-Discounter dreht erneut an der Kostenschraube und hat den Preispunkt für den Aldi-PC auf 399 Euro gedrückt. Doch wie viel PC kann Haus- und Hof-Lieferant Medion für diese Summe zusammenstellen? Der Test klärt detailliert, welche Komponenten im Aldi-PC verbaut sind, für welche Einsatzzwecke der Medion Akoya E4050 D taugt, und ob der Aldi-PC sein Geld wert ist.

Hauptplatine, Prozessor und Grafik des Aldi-PC

Grundgerüst des Aldi-PCs ist die MSI-Hauptplatine MS-7748, die auf dem A75-Chipsatz basiert. Die Bios-Version des OEM-Mainboards stammt vom Juli 2011. Für einen Aldi-PC besitzt das Bios ungewohnt viele Einstellungsmöglichkeiten zur individuellen Konfiguration. 

Der Medion Akoya E4050 D (MD 8362) vertraut dieses Mal auf den AMD-Prozessor A8-3800 , der vier CPU-Kerne, einen Radeon-HD-6500-Grafikkern sowie Schnittstellen für Speicher-, Grafik- und Peripherieanbindung auf einem einzigen Halbleiter-Chip vereint. Diese hoch integrierte Lösung eignet sich sehr gut für preisgünstige und sparsame Allround-PCs, die auch eine gewisse Multimedia- und Spiele-Leistung bieten.

CPU-Takt des Aldi-PC (im Uhrzeigersinn von links nach
rechts): Leerlauf, Last auf allen vier Kernen und
Turbo-Modus.
Vergrößern CPU-Takt des Aldi-PC (im Uhrzeigersinn von links nach rechts): Leerlauf, Last auf allen vier Kernen und Turbo-Modus.

Der Quad-Core AMD A8-3800 arbeitet, je nach Auslastung der Prozessorkerne, mit einer Taktrate zwischen 800 und 2700 MHz. Sind alle vier Kerne voll ausgelastet, läuft die AMD-CPU mit der Werksfrequenz von 2,4 GHz. Jedem Prozessorkern steht ein zweistufige CPU-Pufferspeicher von 128 KB L1- sowie 1024 KB L2-Cache zur Verfügung.

Eine dritte gemeinsame Cache-Stufe fehlt dem AMD A8-3800 hingegen. Der 65-Watt-Prozessor beherrscht alle wichtigen CPU-Funktionen wie aktuelle Befehlssatzerweiterungen (MMX, 3DNow und SSE 1 bis 4A), Virtualisierung (AMD-V) und 32/64-Bit-Unterstützung (x86-64).

Infos zum Grafikkern des Aldi-PC Medion Akoya E4050 D
verät GPU-Z
Vergrößern Infos zum Grafikkern des Aldi-PC Medion Akoya E4050 D verät GPU-Z

Der integrierte DirectX-11-Grafikchip AMD Radeon HD 6550D arbeitet mit einem Grafikprozessortakt von 600 MHz. Die 400 Unified-Shader-Einheiten laufen ebenfalls mit 600 MHz. Hinzu kommen 20 Textureinheiten und 8 Raster-Operations-Einheiten. Der Grafikkern bringt keinen eigenen Grafikspeicher mit, sondern krallt sich bis zu 512 MB Arbeitsspeicher, die er über ein 128 Bit breites Interface ansteuert. Auf dem Aldi-PC installiert war die 64-Bit-Version des AMD-Referenztreibers Catalyst 11.7. Auf der AMD-Website ist bereits die Version 11.9 erhältlich.

Speicher und Laufwerke des Aldi-PC

Die Hauptplatine des Aldi-PC Medion Akoya E4050 D besitzt nur zwei Arbeitsspeicher-Steckplätze. Die Bänke sind mit zwei 2-GB-Modulen bereits voll belegt. Es handelt sich dabei um DDR3-10700-Speicheriegel des Herstellers Nanya, die mit einem Datentakt von 666 MHz sowie 9-9-9-24er-Zugriffszeiten arbeiten.
 
Die 1000-GB-Festplatte Western Digital Caviar Green WD10EARS hat Medion in eine 890 GB große System-Partition „Boot (C:)“ sowie ein 40 GB großes „Recover (D:)“-Laufwerk aufgeteilt. Die Festplatte selbst überzeugte im Test durch niedrigen Stromverbrauch und sehr geringe Lautstärke. Im Einzeltest war die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der 3,5-Zoll-Festplatte im Praxiseinsatz nur mittelmäßig.
 

Im Aldi-PC in Aktion: sequenzielle Leserate der Festplatte
des Medion Akoya E4050 D
Vergrößern Im Aldi-PC in Aktion: sequenzielle Leserate der Festplatte des Medion Akoya E4050 D

Bei der aktiven Arbeit im Aldi-PC zeigte die Festplatte hingegen eine ansprechende Leistung: Die sequenzielle Datenrate betrug durchschnittlich gute 86 Megabyte pro Sekunde, in der Spitze erreichte die Western Digital Caviar Green sogar sehr gute 116 Megabyte pro Sekunde. Schwach war hingegen die minimale sequenzielle Leseleistung, die lediglich bei knapp 48 Megabyte pro Sekunde lag.

Beim DVD/CD-ROM-Laufwerk ist im Geräte-Manager das Modell TSSTcorp CDDVDW SH-216AB eingetragen. Es handelt sich dabei um einen Multi-Format-DVD-Brenner von Samsung. Das SATA-Laufwerk beschreibt CD-Rs mit 40-, CD-RWs mit 4-, DVD-Rs und DVD+Rs mit 16-, DVD-RW und DVD+RWs mit 6-, DVD-R DL und DVD+R DL sowie DVD-RAMs mit 12facher Geschwindigkeit. Lightscribe beherrscht das optische Laufwerk des Medion Akoya E4050 D hingegen nicht.

Sound, Netzwerk, Netzteil und Eingabegeräte des Aldi-PCs

Hardware-Komponenten im Überblick: Geräte-Manager des
Aldi-PC Medion Akoya E4050 D
Vergrößern Hardware-Komponenten im Überblick: Geräte-Manager des Aldi-PC Medion Akoya E4050 D

Der Medion Akoya E4050 D integriert auf der Hauptplatine den gängigen 7.1-Sound-Chip von Realtek. Geeignete Anschlussbuchsen, um ein 8-Kanal-Boxenset anzuschließen, besitzt der Aldi-PC auf der Rückseite. Bereits an Board des Mainboards ist auch ein Gigabit-Netzwerk-Chip und ein 802.11n-WLAN-Modul von Realtek.
 
Das Netzteil FSP350-60EMDN des Medion Akoya E4050 D liefert eine Nennleistung von 350 Watt. Davon entfallen maximal 300 Watt auf die zwei 12-Volt-Schienen, die je 16 Ampere liefern. Für die 3,3-Volt-Schiene sind 15 sowie 21 Ampere vorgesehen und für das 5-Volt-Pendant 2,5 respektive 0,3 Ampere, die kombiniert für bis zu 103 Watt Nennleistung spezifiziert sind. Damit hat das Netzteil kaum Reserven. Für zusätzliche Laufwerke und nicht allzu stromhungrige Steckkarten reicht es aber allemal.

Kabelgebunden: Optische USB-Maus und PS/2-Tastatur des
Aldi-PC Medion Akoya E4050 D
Vergrößern Kabelgebunden: Optische USB-Maus und PS/2-Tastatur des Aldi-PC Medion Akoya E4050 D


Die Ausstattung des Medion Akoya E4050 D runden eine kabelgebundene optische Maus und eine Tastatur ab. Beide Eingabegeräte des Aldi-PCs sind in der schwarzen Gehäusefarbe gehalten.






 

Donnerstag den 29.09.2011 um 10:10 Uhr

von Michael Schmelzle

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