26.03.2009, 11:01

Michael Schmelzle, Alexander Kuch

Aldi-PC (März 2009) im Test

Medion Akoya P4340 D (MD8840)

UPDATE: 25. Mai 2009!! Der aktuelle Aldi-PC Medion Akoya P4340 D MD8840 ist schnell, sehr gut ausgestattet und voll tauglich für den Multimedia-Einsatz. Zudem stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein paar Macken hat der 599-Euro-Rechner von Medion aber trotzdem.
Möglicherweise hat sich Medion unsere Kritik über die eher gemütlich arbeiteten Festplatten der Caviar-Green-Baureihe von Western Digital zu Herzen genommen: Beim Aldi-PC Medion Akoya P4340 D (MD8840) vertraut der Discounter erstmals seit langem wieder auf ein Seagate-Laufwerk. Die 1000-GB-Festplatte schleudert ihre Datenscheiben mit 7200 Umdrehungen pro Minute an den Schreib-Leseköpfen vorbei. Das sorgt für hohe Datenraten und flinke Zugriffszeiten - das baugleichen Modell Seagate Barracuda 7200.11 ST31000340AS kam in unserem Test auf eine maximale Datenrate von über 100 MB/s, die mittlere Zugriffszeit betrug flinke 6,3 Millisekunden. Der Grundstein für eine ansprechende Leistung des neuen Aldi-PCs ist also schon einmal gelegt.
Hauptplatine
Auch die weitere Ausstattung kann sich sehen lassen: Der Aldi-PC verfügt nach dem missglückten Ausflug des Vorgängers Medion Akoya E3300 D mit AMD-Basis nun wieder über ein Intel-Grundgerüst: Die Hauptplatine kommt erneut vom Haus-und-Hof-Lieferanten MSI. Die MS-7502 mit Intels G33-Chipsatz hat der Discounter bereits bei den Vorgänger Medion Akoya E4320 MD 8396 (Aldi-PC September 2008) und Medion Akoya P7300 D MD8838 (Aldi-PC November 2008) verwendet. Die Schwachstellen der Hauptplatine liegen in dem vergleichsweise langsamen Front Side Bus von lediglich 266 MHz sowie dem Netzwerkchip, der nur den 10/100-MBit-Standard unterstützt. Hinzu kommt das für Aldi-PCs charakteristische Bios, das nur die notwendigsten Basiseinstellungen bietet.
Den Front Side Bus des Prozessors und die CPU-Spannungsversorgung können Sie nicht hochschrauben, eine entsprechende Option hat der Aldi-PC im Bios-Setup nicht frei geschaltet. Eine Monitoring-Funktion zum Überwachen der Lüfter-Drehzahl und Prozessor-Temperatur fehlt ebenfalls. Dafür sind die Optionen zum Einstellen der Laufwerks-Parameter und Boot-Möglichkeiten geradezu erschöpfend. Einen Raid-Verbund können Sie dort hingegen nicht einrichten - die "Southbridge" ICH9DH unterstützt kein Hardware-Raid. Ein Software-Raid ist via Intel Matrix Storage Technology allerdings möglich.
Prozessor
Auch der recht flotte Zweikern-Prozessor stammt wieder von Intel. Der Core 2 Duo E7400 gehört zur aktuellen Wolfdale-Baureihe, die allerdings im Vergleich zur 8000er-Familie mit 3 MB L2-Cache nur die Hälfte des Pufferspeichers mitbringt und mit einem reduzierten Front Side Bus von 266 statt 333 MHz arbeitet. Die Taktfrequenz des Zweikern-Prozessor beträgt 2,8 GHz. Um Strom zu sparen, fährt die Intel-CPU im Bereitschaftszustand den Takt auf 1,6 GHz herunter (siehe Screenshot links). Der Prozessor beherrscht den SSE4-Befehlssatz in der Version 4.1, was beispielsweise das Umwandeln von Video-Dateien ins Divx-Format deutlich beschleunigt.
Grafikkarte
Alter Wein in neuen Schläuchen ist die 16x-PCI-Express-Grafikkarte MSI 1462 mit dem Nvidia-Chip Geforce GT 140. Was wie eine abgespeckte Version der aktuellen 200er-Generation klingt, entpuppt sich bei näherer Analyse als Geforce 9600 GT. Immerhin spendiert Medion der Grafikkarte 512 MB GDDR3-Speicher mit einer Taktfrequenz von 900 MHz. Der 9600-GT-Grafikkern läuft mit 650 MHz, die 32 universell einsetzbaren Shader-Einheiten arbeiten mit 1625 MHz. Neben den wenigen Shader-Einheiten limitiert zusätzlich das nur 128 Bit breite Bus-Interface die 3D-Leistung der Grafikkarte. Für Gelegenheitsspieler ist die Grafikleistung aber ausreichend.
Die DirectX-10-Grafikkarte unterstützt HDCP und SLI. An Video-Ausgängen steht eine moderne HDMI-Schnittstelle, eine Dual-Link-DVI-I- sowie eine analoger D-Sub-Buchse zur Verfügung. Intern ist die MSI 1462 mit einem sechspoligen PCI-Express-Stromstecker verbunden. Die aktiv gekühlte Grafikkarte arbeitet leise, ragt aber etwas über die Breite ihres einen Slot-Bleches hinaus. Daher ist der direkt benachbarte 1x-PCI-Express-Steckplatz zwar noch zugänglich, aber nicht wirklich nutzbar ohne die Grafikkartenkühlung massiv einzuschränken.
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