Aldi-Notebook

Medion Akoya P6812 im Test

Donnerstag, 27.10.2011 | 10:00 von Thomas Rau
Große Ausstattung, kleiner Preis: Das Aldi-Notebook Medion Akoya P6812 lockt mit großer Festplatte und viel Zubehör. Der PC-WELT-Test klärt, für wen sich das Discounter-Schnäppchen wirklich lohnt.
Beim neuen Aldi-Notebook setzt Medion auf die traditionelle Stärke der Discounter Notebooks: Das Akoya P6812, das es für 549 Euro gibt, protzt mit einer Ausstattung, die Sie zu diesem Preis kaum woanders finden. Das gilt zum Beispiel für die Festplatte, die rund 750 GB fasst. Es geht weiter mit den Anschlüssen, darunter drei USB-2.0-Buchsen und ein Anschluss für USB 3.0. Außerdem legt Medion dem Akoya P6812 einen DVB-T-Empfänger für USB bei, inklusive Stabantenne und Fernbedienung samt USB-Infrarot-Empfänger. Dazu gibt’s noch viel vor-installierte Software und eine dreijährige Garantie – dieses Paket schlägt für 549 Euro kein anderer Hersteller.

Geschwindigkeit

Der Prozessor im Medion Akoya P6812 ist dagegen auf den ersten Blick kein Überflieger: Den Core i3-2330M bekommen Sie auch in vielen anderen Notebooks dieser Preisklasse. Das Modell aus Intels aktueller Sandy-Bridge-Familie arbeitet mit einer Taktrate von 2,2 GHz. Ihm fehlt im Gegensatz zum Core i5 die automatische Übertaktungsfunktion Turbo Boost. Allerdings kann der Doppelkerner dank Hyper Threading dem Betriebssystem insgesamt vier Kerne anbieten.


 
In den meisten Tempo-Tests liegt das Akoya P6812 nur knapp hinter Notebooks mit einem Core i5. Die setzen sich nur dann vom Aldi-Notebook ab, wenn sie ihre höhere CPU-Leistung voll ausspielen können, zum Beispiel beim HD-Videoschnitt, beim Transcoding oder beim Multi-Tasking mit mehreren aufwändigen Programmen. Gehören diese Aufgaben nicht zu Ihren Hauptanwendungen oder kommt es Ihnen dabei nicht auf das letzte Quäntchen Geschwindigkeit an, werden Sie mit dem Akoya P6812 keine Tempo-Probleme haben.
 
Zum Tempo-Thron fehlt dem günstigen Discounter-Notebooks aber natürlich einiges. Das liegt aber weniger am Prozessor. Ein klares Tempoplus erzielen aktuelle Notebooks nur mit einer SSD: Diese Laptops sind aber meist doppelt so teuer wie das Aldi-Notebook und haben weniger Speicherplatz.

Was taugen Discounter-Notebooks?
Was taugen Discounter-Notebooks?

 
Mehr als zu diesem Preis üblich bekommen vor allem Spieler beim Akoya P6812: Medion hat es mit der Nvidia-Grafikkarte Geforce GT 555M ausgerüstet, der 1 GB lokaler Speicher zur Seite steht. Der Chiptakt liegt bei 525 MHz, der DDR3-Speicher arbeitet mit 900 GHz. Das ist zwar die „kleine“ Version der GT 555M, die es auch noch mit 2 GB Speicher und höherem Chiptakt gibt. Aber ihre 3D-Leistung ist trotzdem üppig.
 
Im 3D Mark Vantage hängt das Medion Akoya P6812 Notebooks mit einer Geforce GT 540M um rund 20 Prozent ab. Hier kann die Grafikkarte ihre technischen Vorteile, zum Beispiel 144 Shader-Einheiten im Vergleich zu 96 bei der GT 540M voll ausspielen. In echten Spielen bleibt der Abstand nicht ganz so groß, beträgt aber zum Beispiel bei Far Cry 2 (1366 x 768, DX10, Details: Hoch) immerhin noch rund zehn Prozent. Mit einem Ergebnis von 52 Bildern pro Sekunde bietet die Nvidia-Grafikkarte hier noch Reserven, um Kantenglättung zuzuschalten oder die Details noch höher zu drehen.
 

Veraltet: Der Nvidia-Grafiktreiber auf dem Medion Akoya
P6812 ist nicht auf dem aktuellen Stand.
Vergrößern Veraltet: Der Nvidia-Grafiktreiber auf dem Medion Akoya P6812 ist nicht auf dem aktuellen Stand.

DX9-Spiele machen dem Medion Akoya P6812 noch weniger Probleme. Bei Far Cry 2 erzielte das Notebook beispielsweise 56 Bilder pro Sekunde. Allerdings wird hier der Core-i3-Prozessor zum Flaschenhals: Spannt man die Geforce GT 540M mit einem Core i5 oder einem Core i7 zusammen, überholt sie die GT 555M im Aldi-Notebook. Übrigens arbeitet das Aldi-Notebook mit einem älteren Grafiktreiber: Die Version 269.24 ist installiert, aktuell ist Version 285.62.
 
Links vorne am Akoya P6812 sitzt der USB-3.0-Anschluss. Da der Intel-Chipsatz HM65 im Aldi-Notebook keinen USB-3.0-Controller besitzt, weicht Medion auf einen Zusatzchip von Texas Instruments (TI) aus. Die meisten anderen Hersteller wählen einen Chip von NEC/Renesas. Beim Schreiben arbeitet der TI-Chip im Akoya P6812 deutlich langsamer als von USB 3.0 gewohnt und erzielte nur rund 66 MB/s – die meisten Notebooks mit Renesas-Chip schaffen knapp 100 MB/s. Beim Lesen gab es dagegen keine Tempounterschiede.

Geschwindigkeit Medion Akoya P6812
Startzeit 72 Sekunden
Geschwindigkeit bei Büro-Programmen 120 Punkte
Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen 106 Punkte
Geschwindigkeit bei 3D-Spielen 4955 Punkte
Brenndauer CD / DVD / Blu-ray (Minuten) 10:01 / 5:09 /-
Kopie von DVD auf Festplatte 10:25 Minuten
USB-Anschlüsse: Lese- / Schreibrate 153,1 / 66,7 MB/s
Donnerstag, 27.10.2011 | 10:00 von Thomas Rau
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (2)
  • deoroller 19:27 | 27.10.2011
  • Thor Branke 19:16 | 27.10.2011

    Medion Akoya P6812 enttäuscht im Test - oder doch nicht?

    Moin, das ist schon erstaunlich, zwei Testberichte mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen zu lesen. Während bei CHIP wegen Lärm und Wärmeentwicklung quasi vom Kauf des Laptop abgeraten wird, kommen die Tester der PC-Welt zu einem ganz anderen Fazit: [QUOTE=CHIP]Die CPU heizt sich dabei bis 81° Celsius, die GPU auf 86° Celsius auf. Im Test mit CSS und Starcraft 2 halbierten sich die Bildraten. Die Games wurden in diesem Moment unspielbar und der Lüfter heulte mit 2,6 Sone. Unsere Messungen und Wärmebilder zeigen deutlich, dass das Kühlsystem unterdimensioniert ist. Stellenweise messen wir Gehäusetemperaturen zwischen 45 und 50° Celsius. ... Letzten Endes raten wir Ihnen, sich den Kauf des Medion Akoya P6812 sehr gut zu überlegen, denn Spiele werden ausgebremst und die Verarbeitung deutet nicht auf eine lange Lebenszeit hin. [QUOTE=PC-Welt]Dafür haben Sie beim Akoya P6812 keinerlei Probleme mit einem lauten Lüfter oder einem aufgeheizten Gehäuse, mit denen Sie flache Notebooks oft quälen. Selbst unter Last arbeitet das Aldi-Notebook mit maximal 1,5 Sone noch verhältnismäßig leise. Und das Gehäuse wärmt sich auch nicht spürbar auf. ... Das Aldi-Notebook Medion Akoya P6812 ist ein Allrounder: Es macht nichts ganz perfekt, dafür aber fast alles ordentlich. Die Rechenleistung geht in Ordnung, die Akkulaufzeit ist gut, der Bildschirm ebenso. Besonders die Ausstattung des Aldi-Notebooks ist üppig, der Preis dafür unschlagbar - ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bekommen Sie derzeit bei keinem anderen Notebook. Wie sind so unterschiedliche Testbeurteilungen nur möglich? lg Thor

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