03.05.2012, 10:00

Thomas Rau

Aldi-Notebook

Medion Akoya E6228 im Test

Medion Akoya E6228 im Test.

Das neue Aldi-Notebook kostet günstige 499 Euro: Das Medion Akoya E6228 mit 15,6-Zoll-Display ist aber nicht besonders üppig ausgestattet. Ist das Discounter-Notebook trotzdem ein Schnäppchen-Tipp?
Im neuen Aldi-Notebook sitzt der Prozessor Core i3-2350M (2,3 GHz). Im Gegensatz zur höherwertigen Core-i5-Familie fehlt ihm die automatische Übertaktungs-Funktion Turbo Boost. Eine eigene Grafikkarte besitzt das Akoya E6228 nicht: Für die Bildausgabe sorgt die Grafiklösung im Prozessor, die Intel HD Graphics 3000. Im Gegenzug installiert Medion aber mehr Arbeitsspeicher als in dieser Preisklasse üblich: Satte 8 GB RAM bekommen Sie, verteilt auf zwei DDR3-1333-Riegel – beide Speichersteckplätze im Akoya sind damit belegt.
Üppiges Zubehör spart sich Medion beim Akoya E6228: Sie bekommen also keinen DVB-T-Stick und keine Notebook-Tasche, wie es bei früheren Aldi-Notebooks üblich war. Geblieben sind allerdings das umfangreiche, vorinstallierte Software-Paket sowie die lange Garantiezeit von drei Jahren.
Das Medion Akoya E6228 ist in ein dunkelgraues Gehäuse verpackt: Der Deckel und Handballenablage sind mit einer feinen Maserung versehen, die den Eindruck von gebürstetem Aluminium erzeugen soll, das Gehäusematerial ist aber Kunststoff. Das Notebook ist stabil verarbeitet, selbst wenn man Druck ausübt, lässt es kaum Knarzen oder Quietschen hören.

Ein bisschen Ivy Bridge im Aldi-Notebook

Der Prozessor stammt aus Intels Sandy-Bridge-Familie, gehört also noch nicht zur neuen Plattform Ivy Bridge. Von der gibt es auch noch gar keine Dual-Core-CPUs, Intel hat bisher nur die teuren Quad-Core-Modelle vorgestellt. Ein bisschen Ivy Bridge steckt trotzdem schon im Aldi-Notebook: Der Chipsatz Intel HM76 gehört ebenso zur neuen Plattform wie das Funkmodul Centrino Wireless-N 2230.
Der Chipsatz bringt als wichtigste Neuerung einen Controller für USB 3.0 mit: Medion muss also für den schnellen Peripherieanschluss keinen Zusatz-Chip mehr auf die Notebook-Platine löten. Beim Akoya E6228 sitzen zwei USB-3.0-Anschlüsse links am Gehäuse. Das Funkmodul vereint 11n-WLAN und Bluetooth: Den Kurzstreckenfunk Bluetooth unterstützt es in der aktuellen Version 4.0, der kein Tempo-Plus bringt, sondern sich durch einen besonders sparsamen Betrieb auszeichnet.
Etwas günstiger als das aktuelle Aldi-Notebook sind Laptops mit einem AMD-Prozessor, etwa dem A6 wie das Samsung Serie 3 305EA. Außerdem bekommen Sie für weniger als 500 Euro auch Core-i3-Notebooks, die aber weniger Arbeitsspeicher oder eine kleinere Festplatte als das Aldi-Notebook haben.
Für rund 50 Euro mehr gibt es dagegen schon Notebooks mit Core i3- und einer zusätzlichen Grafikkarte, etwa der AMD Radeon HD 7470M oder der Geforce GT 630M. Deren 3D-Leistung genügt zwar auch höchstens Gelegenheitsspielern. Dennoch bieten sie mehr Grafik-Power als die Intel HD Graphics 3000 im Aldi-Notebook.

System-Leistung

Der große Arbeitsspeicher bringt vor allem bei der Bild- und Videobearbeitung Vorteile. Auch bei umfangreichen Kopiervorgängen oder dem Durchsuchen großer Datenbestände – etwa archivierte Mails – legt das Akoya E6228 dadurch einen Zahn zu. In Anwendungen, die vom großen RAM profitieren ist es dann genauso schnell oder sogar schneller als ein Core i5-Notebook. Insgesamt liegt es rund 7 bis 10 Prozent hinter den meisten Notebooks mit Core i5-2410M.  
Die Konkurrenz mit AMD-CPU kann es dagegen deutlich in die Schranken verweisen: Je nach Test schneidet es bis zu 25 Prozent besser ab. Allerdings bringen die meisten AMD-Notebooks in dieser Preisklasse eine bessere Grafik mit und sind daher spieletauglicher als das Akoya E6228.


Medion Akoya E6228: Grafik- und 3D-Leistung

Die Prozessor-Grafik erzielt im 3D Mark Vantage 1819 Punkte (Performance-Test), im GPU-Teil kommt das Aldi-Notebook auf 1453 Punkte. Damit liegt es knapp unter dem Niveau von Einsteigergrafikkarten wie der Radeon HD 6470M mit 512 MB Grafik-RAM, der Radeon HD 7470M  oder der Geforce GT520M. Die Geforce GT 630M oder die GT 540M, die Sie in Notebooks für rund 550 Euro finden sind aber  deutlich schneller.
Für die meisten aktuellen Spiele ist die Grafik damit zu langsam. Da macht es nichts aus, dass die Prozessor-Grafik DX11 nicht unterstützt. Aber auch wenn Sie bei DX10-Spielen maximale Auflösung und hohe Detailstufe einstellen, werden die meisten nicht ruckelfrei laufen. Stellen Sie niedrige bis mittlere Details und eine geringere Auflösung ein, sollten viele Spiele aber funktionieren. Allerdings spricht gegen die Intel-Grafik, dass AMD und Nvidia ihre Grafikkarten schneller und häufiger mit Updates versorgen, um Probleme mit Spielen zu lösen.

Bildschirm: Entspiegelt, aber nicht besonders hell

Bei vielen Herstellern kommen matte Displays wieder in Mode – Medion hat dagegen fast jedes Aldi-Notebook der letzten Jahre mit einem entspiegelten Bildschirm versorgt: Beim aktuellen Akoya E6228 ist das nicht anders.
Allerdings ist das Display im Akoya E6228 nicht übermäßig hell. Auch die Farbdarstellung ist ordentlich, aber nicht überragend – für Film und Fotos gibt es also bessere Notebooks, allerdings nicht zu diesem Preis. Für drinnen reicht die Leuchtstärke auf jeden Fall. Im Akkubetrieb lässt sich der Bildschirm nicht ganz so hell stellen wie an der Steckdose – es fehlen rund 30 cd/qm.
Mit der Tastenkombination „Fn“ und „1“  können Sie übrigens einen so genannten Outdoor Kontrast aktivieren. Der tut aber nichts anderes, als die Darstellung zu invertieren – und zeigt dann weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund statt wie üblich schwarze Schrift auf weißem Hintergrund. Die Kombination „Fn“ und „2“ schaltet zwischen vier virtuellen Desktops um: So können Sie für bestimmte Situationen die Windows-Oberfläche anpassen und passende Verknüpfungen setzen.

Medion Akoya E6228 im Test: Fazit

Die Ausstattung des Medion Akoya E6228 ruft mit Core i3, 500-GB-Festplatte und integrierter Grafik zunächst keine Begeisterung hervor. Für den Preis von 499 Euro geht sie allerdings in Ordnung und reicht den meisten Nutzern aus, die ein Notebook nicht zum Spielen brauchen. Hier macht der große Arbeitsspeicher mehr Sinn. Auf aktuelle Schnittstellen wie USB 3.0 müssen Sie nicht verzichten. Und Gelegenheitsnutzer sowie Einsteiger freuen sich über das üppige Software-Paket.
Wenn Sie 50 bis 100 Euro mehr ausgeben, bekommen Sie allerdings ein Notebook mit besserer CPU und vor allem einer spieletauglicheren Grafikkarte. Wenn Sie ein Allround-Notebook wollen, das fast allen Anwendungen gewachsen ist, ist das die bessere Wahl.

Alternativen:

Acer Aspire 5755G:  559 Euro, gleicher Prozessor, nur 4 GB RAM, dafür spieletaugliche Grafikkarte Nvidia Geforce GT 630M
Samsung Serie 3 300E5A : 555 Euro, gleicher Prozessor, nur 4 GB RAM, kein USB 3.0, etwas bessere Grafikkarte Geforce GT 520MX
Asus X54HR-SO060V : 499 Euro, gleicher Prozessor, nur 4 GB RAM, nur 320 GB Festplatte, etwas bessere Grafikkarte AMD Radeon HD7470
Medion Akoya E6228 Testergebnisse
PC Mark Vantage 5522 Punkte
PC Mark 7 2000 Punkte
Cinebench R10 8230 Punkte
3D Mark Vantage (gesamt) 1819 Punkte
3D Mark Vantage (GPU) 1453 Punkte
Display, Helligkeit 169 cd/qm
Kontrast 537:1
Medion Akoya E6228 Technische Daten
Prozessor Intel Core i3-2350M (2,3 GHz)
Arbeitsspeicher 8 GB DDR3-1333 (Hynix)
Festplatte Seagate Momentus 5400.6, 465,76 GB (nutzbar)
Grafik Intel HD Graphics 3000 (im Prozessor)
Bildschirm 15,6 Zoll / 1366 x 768 Bildpunkte / matte Oberfläche
Gewicht 2568 Gramm (inkl. Akku) / 538 Gramm (Netzteil)
Akku 60,2 Wattstunden
Anschlüsse VGA (links), HDMI (links), 2x USB 3.0 (links), 2x USB 2.0 (rechts), Kartenleser (SD, MS/Pro; vorne), Netzwerk (links), Audioausgang (rechts), Audioeingang (rechts)
Netzwerk Gigabit-LAN, WLAN 802.11n, Bluetooth 4.0
Betriebssystem Windows 7 Home Premium SP 1 64 Bit
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