23.10.2008, 07:55

Thomas Rau

Aldi-Netbook im Test

Medion Akoya Mini E1210

Aldi legt nach: Ab 16. Oktober verkauft der Discounter das Netbook Medion Akoya Mini E1210, das bereits im Juli in den Regalen stand. Allerdings ist die Festplatte diesmal 160 GB statt 80 GB groß. Welche Unterschiede es sonst noch gibt, klärt unser Test.
Preisrutsch: Das neue Aldi-Netbook bietet nicht nur mehr Ausstattung - es ist auch günstiger als das erste Modell. Nannten die ersten Prospekte zum Medion Akoya Mini noch einen Preis von 399 Euro, steht das Netbook ab heute für 369 Euro in den Aldi-Filialen. Damit heizt Aldi den Preiskampf an: Media-Markt verlangt für den Asus Eee PC 1000H nämlich derzeit nur 379 Euro.
Ansonsten ist das neue Aldi-Netbook das Alte: Das Akoya E1210 basiert wiederum auf dem MSI Wind U100. Statt einer 80-GB-Festplatte wie im Juli-Angebot steckt im aktuellen Aldi-Netbook diesmal eine 160-GB-Festplatte von Western Digital. 160 GB sind derzeit übrigens die maximale Größe, die Microsoft für Netbooks erlaubt, die wie das Medion Akoya E1210 mit Windows XP Home ausgeliefert werden.
Die Western-Digital-Platte ist eine Standard-SATA-Platte im 2,5-Zoll-Formfaktor und 9,5 Millimeter Bauhöhe: Ins Netbook lässt sich daher auch eine größere Notebook-Platte einsetzen, die diesen Maßen entspricht. Dazu muss man neun Schrauben auf der Gehäuseunterseite lösen und die Bodenplatte abnehmen. Neben der Festplatte gelangt man so auch an den Speichersteckplatz und das WLAN-Modul.
Die zweite Neuerung: Medion legt dem Netbook einen Mini-Bluetooth-Stick für den USB-Anschluss bei. Über den Mini-Dongle (1,4 x 1,8 cm) kann man beispielsweise ein Mobiltelefon kabellos mit dem Netbook verbinden: So wird der Mini-Laptop zur mobilen Surfstation. Besitzer des ersten Aldi-Netbooks können den Bluetooth-Dongle für 19 Euro bei Medion nachkaufen. Alternativ kann man das Medion Akoya Mini E1210 per Fast-Ethernet-Anschluss oder 11n-WLAN-Modul mit einem Netzwerk verbinden. Wie die meisten Netbooks besitzt auch der Aldi-Mini-Laptop kein Modem und kein integriertes UMTS-Modul.
Display und Tastatur
Bei der Angabe der Displaygröße ist Medion zu bescheiden: Auf dem Karton des E1210 steht 10 Zoll. Tatsächlich misst die Display-Diagonale 10,2 Zoll, der Bildschirm stellt 1024 x 600 Bildpunkte dar. Die Bildqualität ist ähnlich gut wie beim ersten Aldi-Netbook: Die durchschnittliche maximale Helligkeit liegt bei 182 cd/m2. Da das Display entspiegelt ist, kann man auch unter freiem Himmel problemlos mit dem Netbook arbeiten. Auch der Kontrast liegt sehr hoch. Dass die Leuchtdichte ungleichmäßig verteilt ist – 221 cd/m2 im Zentrum, nur 160 cd/m2 rechts unten - , fällt beim kleinen Display kaum auf.
Für die Tastatur nutzt das Aldi-Netbook die ganze Gehäusebreite: Damit ist das Schreibbrett 25,5 Zentimeter breit, die meisten Tasten liegen in einem ergonomischem Raster von 17,5 Millimetern – auch die Umlaute. Nur sechs Satzzeichen- sowie die Cursor-Tasten sind schmaler mit einem 13,5 Millimeterraster. Die Tastatur ist stabil eingebaut, bei unserem Testgerät gab sie beim Tippen nur auf der rechten Seite etwas nach. Doch der deutliche Druckpunkt macht das Schreiben auf dem Medion Akoya Netbook E1210 sehr angenehm: Es bietet damit immer noch die derzeit beste Netbook-Tastatur.
Schwachpunkt Akkulaufzeit
Den größten Schwachpunkt hat Medion auch bei der zweiten Version des Aldi-Netbooks nicht ausgemerzt: Das Akoya Mini besitzt weiterhin nur einen 3-Zellen-Akku (11,1 V, 2200 mAh). Damit hält es beim Abspielen eines Divx-Videos nur 1:38 Stunden durch, bei niedriger Rechenlast mit aktiviertem WLAN knapp über 2,5 Stunden. Zum Vergleich: Der Asus Eee PC 1000H mit 6-Zellen-Akku bringt es in beiden Disziplinen auf eine Akkulaufzeit von deutlich über vier Stunden.
Mit 1,12 Kilogramm ist das Medion-Netbook aber deutlich leichter als das Eee-PC-Modell mit 10,2-Zoll-Display, das 1,42 Kilogramm auf die Waage bringt. Das Netzteil des Aldi-Netbooks ist mit rund 400 Gramm dafür wieder vergleichsweise schwer: Es besitzt einen Ein/Ausschalter.
Rechenleistung & Schnittstellen
Außer der Festplatte hat Medion bei der Hardware nichts verändert: Neben dem Intel Atom N270 mit 1,6 GHz und Hyper-Threading stecken im Netbook 1 GB DDR2-Speicher (in unserem Testmodell war es ein DDR2-667-Riegel mit Samsung-Chips) und der Chipsatz mit der integrierten Grafik GMA 950. Im PC-Mark 05 erreichte das Akoya Mini 1561 Punkte und liegt damit auf einem Niveau, das auch andere Netbooks mit Atom-Prozessor erreichen. Im Praxisbetrieb fällt die bescheidene Rechenleistung kaum auf: Unter Windows XP Home kann man flüssig arbeiten, Anwendungen starten ohne auffällige Verzögerung, Divx-Videos oder DVDs von einem externen Laufwerk lassen sich ohne Probleme abspielen.
An Schnittstellen besitzt das Medion Akoya Netbook E1210 drei USB-Ports (zwei links, einer rechts) sowie einen VGA-Monitorausgang. Die beiden Audiobuchsen sind ebenso wie der Kartenleser und die LAN-Buchse rechts am Gehäuse platziert. Die Web-Cam im Displayrahmen löst maximal 640 x 480 Bildpunkte auf. Ein Steckplatz für Expresscards oder PC-Cards fehlt.
Wie auch bei den Aldi-Notebooks verfügt das Netbook über eine reichhaltige Software-Ausstattung: Neben Corel Word Perfect Office X3 sind unter anderem WISO Mein Geld 2008, Cyberlink Power DVD und die Windows-Live-Anwendungen vorinstalliert. Medion legt außerdem eine Recovery-CD und eine Treiber-DVD mit in den Karton.
Im Praxisbetrieb fielen keine Probleme auf. Anders als der Vorgänger erkannte die Oktober-Ausgabe des Netbooks unsere 8-GB-SD-Karte auf Anhieb. In der Werkseinstellung ist übrigens die Web-Cam de-aktiviert: Beim ersten Aufruf der Web-Cam-Software Cyberlink You Came erscheint deshalb eine Fehlermeldung. Mit der Tastenkombination „Fn“ + „F6“ schalten Sie die Kamera an.
Fazit: Auch die zweite Version des Aldi-Netbooks ist empfehlenswert. Display und Tastatur bekommen sehr gute Noten, Gewicht und Verarbeitung gehen in Ordnung. Um allerdings einen attraktiven Preis zu bieten, verzichtet Medion auf einen größeren Akku: Die bescheidene Akkulaufzeit bleibt daher weiterhin die größte Schwäche des Akoya Mini.
Alternative: Der Asus Eee PC 1000H ist praktisch identisch zum Medion-Netbook ausgestattet, hat Bluetooth bereits integriert und eine 1,3-Megapixel-Webcam. Außerdem besitzt er einen 6-Zellen-Akku, was über vier Stunden Laufzeit garantiert. Allerdings wiegt er 1,42 Kilogramm und kostet bei den meisten Shops rund 420 Euro. Die Displayqualität kann mit dem Medion Akoya Mini mithalten, nur die Tastatur gefiel uns nicht ganz so gut wie das Keyboard des Aldi-Netbooks.
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