01.10.2010, 10:01

Thomas Rau

Ab heute bei Media Markt

WeTab im Test (Update)

Kann das WeTab überzeugen oder ist es ein Flop? Der PC-WELT-Test zeigt es. Update 1.10.: Ab heute verkauft der Media Markt das WeTab. Zudem gibt es jetzt das Update für Multitouch.
Das WeTab war im Frühjahr noch als WePad angetreten, um Apples Tablet Konkurrenz zu machen. Doch nach misslungenen Präsentationen erster Vorseriengeräte wurde das deutsche Tablet zur Lachnummer.
Jetzt kommt das WeTab tatsächlich auf den Markt: Und der Hersteller gibt offen zu, dass vieles, was versprochen war, noch nicht geht: Zum Beispiel funktionieren Android Apps noch nicht, die das WeTab ursprünglich in einer virtuellen Maschine unterstützen sollte.
Aktuell steht das WeTab 3G bei Amazon in zwei Varianten zur Verfügung:
- WeTab 16GB (Bluetooth 2.1 + EDR, Wi-Fi) für 449.- €
- WeTab 32GB (UMTS, Bluetooth 2.1 + EDR, Wi-Fi, GPS) für 569.- €
Update 30.09.:
Ein neues Software-Update aktiviert die Multi-Touch-Funktion für das WeTab. Mit der neuen App "Bildbetrachter" aus dem WeTab-Market lassen sich Fotos nun mit zwei Fingern vergrößern oder drehen - das funktionierte sehr flüssig. In der Mediengalerie geht das aber noch nicht: Hier gibt es nur die Wischgeste, um durch ein Fotoalbum zu blättern.
Auch im Browser kann man nun per Fingergeste Webseiten vergrößern: Allerdings dauerte das genauso lange wie per Doppel-Tap – also viel zu lange. Außerdem schien der Browser die Multi-Touch-Geste nicht wirklich zu verstehen: Manchmal verkleinerte er die Webseite, wenn man die Finger auseinanderzog, manchmal passierte das Gegenteil. Die Textblöcke werden beim Zoomen nicht an die Seitenbreite angepasst, weder in der horizontalen noch bei der vertikalen Ansicht.
Mit dem neuen Update hat die Bildschirm-Tastatur jetzt übrigens auch eine Taste für "%" bekommen.
Für Anfang Oktober hat WeTab ein weiteres Update angekündigt, das unter anderem das Mailprogramm verbessern soll. Im Dezember soll das Gerät dann ein umfassendes Update mit Bugfixes und neuen Funktionen bekommen – sozusagen ein Service Pack. Doch diese Ankündigungen verstärken den Eindruck, dass das WeTab noch unfertig ist.
Das gilt aber nur für die Software: Die Verarbeitung des Magnesiumgehäuses ist gut, das WeTab fühlt sich stabil und wertig an. Drückt man allerdings etwas fester auf die Rückseite, knarzt das Tablet. Die Vorderseite nimmt der berührungsempfindliche Bildschirm ein: Display und Displayrahmen liegen wie beim iPad hinter einer Glasscheibe. Unten ist der Rahmen breiter als oben: So weiß man immer, wie man das WeTab halten muss. Dreht man das Tablet aber ins Hochformat, sticht der asymmetrische Rahmen sofort unangenehm ins Auge.
Vorteil: Offene Plattform
Das WeTab gibt sich offener und flexibler als das Apple iPad und auch als die meisten Android-Geräte. Das beginnt schon bei den Schnittstellen: Das WeTab hat zwei USB-Buchsen: Diese unterstützen zum Beispiel USB-Sticks und Festplatten. Allerdings zeigte der Dateibrowser des WeTab keine Inhalte auf NTFS-formatierten Speichern an. Fotos lassen sich einfach per SD-Kartenleser auf das WeTab befördern. Eine Internetkamera bringt das WeTab ebenfalls mit.
Über einen Mini-HDMI-Ausgang an der linken Gehäuseseite kann man Filme und Fotos vom Tablet auf einem Fernseher ausgeben: Das passende Kabel liefert WeTab aber nicht mit.
Unser Testgerät war das WeTab mit 32 GB internem Flash-Speicher und 3G-Modem: Das Mobilfunkmodem arbeitet mit einer Standard-SIM-Karte. Allerdings erkannte das Tablet eine eingelegte SIM-Karte erst nach einem Neustart. Danach ist man aber schnell online: Im Menü sind die Zugangsinformationen für 17 deutsche Mobilfunkprovider hinterlegt – man muss nur den passenden auswählen. Die Surfgeschwindigkeit über HSDPA war ordentlich.
Außerdem bietet das WeTab WLAN und Bluetooth zum Anschluss an ein kabelloses Netzwerk. Das WLAN-Modul unterstützt WPA/WPA2-Verschlüsselung, allerdings merkt es sich nicht die Passwörter von Funknetzwerken, mit denen es schon einmal verbunden war. Man muss das Passwort also jedes Mal neu eingeben - das nervt im Praxisalltag sehr. Außerdem wird das Passwort bei der Eingabe im Klartext angezeigt.
Software
Ein Basis-Software-Paket ist auf dem WeTab bereits vorinstalliert. Darunter finden sich ein Musik- und Videoplayer, ein Kalender und ein Adressbuch. Außerdem kann man mit dem WeTab vom Start weg Office-Dokumente wie Texte und Tabellen erstellen und bearbeiten, denn OpenOffice ist installiert. Als Ebook-Reader ist FbReader installiert: Allerdings kann das WeTab bei diesem Programm das Bild nicht ins Hochformat drehen. Als Ebook-Reader kann das WeTab daher nicht überzeugen. Dazu kommt, dass es derzeit noch keine Zeitungs- und Zeitschriften-Apps für das WeTab gibt.
Im Startmenü – der so genannten Pinnwand – befinden sich neben den Icons für die installierten Programme noch weitere Verknüpfungen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Apps, sondern nur um Links auf Webseiten, zum Beispiel Youtube. Ähnlich sieht es im WeTab Market aus: Im speziellen Online-Software-Angebot für das Tablet gibt es derzeit nur sehr wenige echte Programme, etwa den Acrobat Reader, den Google-Browser Chromium oder den Messenger Empathy. Fast alle anderen Angebote sind wieder nur Web-Links. Hier muss WeTab unbedingt noch nachbessern: Einen Zugriff auf den Android Market wird es zwar nicht geben, denn das WeTab erfüllt dafür nicht die Bedienungen von Google. Doch es soll möglich sein, auf andere Android-App-Verzeichnisse zuzugreifen. Außerdem wird das WeTab Zugriff auf Intels AppUp-Markt bekommen. Doch dort sind die meisten Apps noch auf Netbooks und nicht auf Tablets zugeschnitten.
Ob das WeTab schon bald mit mehr Software verpflegt wird, ist unklar: Ein Entwicklerkit für das Tablet wird es erst im Dezember geben.
Das WeTab unterstützt auch Multi-Tasking: In einem Menü zeigt das Tablet alle geöffneten Programm- und Browserfenster verkleinert an. So kann man sie bequem schließen oder zwischen ihnen wechseln.
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