AV-Test

Antiviruslösungen für Unternehmen auf dem Prüfstand

Freitag den 14.10.2011 um 15:37 Uhr

von Frank Ziemann

Zertifizierte Antiviruslösungen für Unternehmen
Vergrößern Zertifizierte Antiviruslösungen für Unternehmen
Die Client-Rechner in Unternehmen und Organisationen müssen vor Schädlingen aller Art geschützt werden, um Arbeitsausfall und Diebstahl geistigen Eigentums zu verhindern. AV-Test hat erstmals eine ausgiebige Zertifizierungsprüfung mehrerer Antiviruslösungen für Unternehmen durchgeführt.
Im Kern unterscheiden sich sich Antivirusprogramme für Heimanwender und Unternehmen nicht wesentlich. Die Hersteller setzen in beiden Produktgruppen weitgehend die gleichen Scan-Module und Virendatenbanken ein. Unterschiede fallen zunächst in der grafischen Bedienoberfläche ins Auge. Antiviruslösungen werden in Unternehmen zentral administriert, die Anwender sehen meist nur Warnmeldungen bei Befunden. 

Das Magdeburger AV-Test Institut hat sieben Antiviruslösungen für Unternehmen zwei Monate lang auf den Prüfstand gestellt. Sie haben ihre Leistungsfähigkeit unter Windows 7 (SP1, 32 Bit) in den Bereichen Schutzwirkung, Reparatur und Benutzbarkeit unter Beweis gestellt. In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte. Erreicht ein Produkt mindestens 10 von möglichen 18 Punkten oder wenigstens je 3,5 in zwei Bereichen, erhält es ein Zertifikat. Die Mindestanforderungen haben alle sieben Kandidaten dieses Tests erfüllt.

Hersteller / Bereich Schutz Reparatur Benutzbarkeit gesamt
F-Secure 5,5 5,0 5,0 15,5
Kaspersky 5,5 5,5 5,0 16,0
McAfee 5,0 2,0 4,0 11,0
Microsoft 2,5 4,0 5,0 11,5
Sophos 3,0 4,0 4,5 11,5
Symantec 5,0 3,5 4,0 12,5
Trend Micro 4,0 2,0 5,5 11,5

Das beste Gesamtergebnis hat Kaspersky Endpoint Security 8.1 mit 16 Punkten erzielt. Knapp dahinter folgt F-Secure Client Security 9.11 mit 15,5 Punkten. Als einzige Produkte haben beide in allen Kategorien fünf oder mehr Punkte erreicht. Das übrige Testfeld liegt weit dahinter, beim Gesamtergebnis jedoch dicht beisammen. Symantec Endpoint Protection 12.1 und McAfee VirusScan Enterprise 8.8 können noch mit fünf Punkten bei der Schutzwirkung glänzen.

Trend Micro Worry-Free Business Security 7.0 und Microsoft Forefront Endpoint Protection 2010 erreichen die Fünf-Punkte-Marke hingegen in der Kategorie Benutzbarkeit. Microsoft Forefront schwächelt bei der Schutzwirkung, Trend Micro und McAfee legen offenbar weniger Wert auf die Reparatur infizierter Rechner. Sophos Endpoint Security and Control 9.7 bietet in allen drei Bereichen eher ausgewogenes Mittelmaß. Die Zertifizierungsberichte mit Testdetails finden Sie auf der Website des AV-Test Instituts.

Unternehmen setzen bei der Auswahl ihrer Antiviruslösungen andere Schwerpunkte als Heimanwender. Mindestens ebenso wichtig wie die Schutzwirkung ist eine möglichst einfache Administration über eine zentrale Konsole, die hier nicht getestet worden ist. Traditionell gilt Trend Micro hierbei als das Maß der Dinge.

Freitag den 14.10.2011 um 15:37 Uhr

von Frank Ziemann

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (2)
  • kalweit 19:06 | 22.10.2011

    Zitat: steveh2
    Selbstständige kaufen ihre Rechner ja meist nicht ohne gescheiten Support beim Discounter, ...


    Der normale Selbständige ist in der Regel knapp bei Kasse und weiß meist nichts von Datenschutz, Aufbewahrungspflichten und dem ganzen Zeug. Er geht in den Blödmarkt und nimmt die erst beste Kiste aus dem Regal - Hauptsache Internetbanking, Excel, Word und die Ballerspiele vom Sohn gehen. Wenn etwas nicht mehr läuft, lässt er dann einen "guten Kumpel" ran.

    (in vielen Fällen leider nicht)

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  • steveh2 18:35 | 22.10.2011

    Antiviren-"Reparatur" bei Unternehmenslösungen?

    Der Artikel testet verschiedene Antiviren-Lösungen für Unternehmen und bewertet sie nach verschiedenen Kriterien.

    Dabei ist auch das Kriterium "Reparatur".

    Viele Experten sind aber der Meinung bei Virenbefall, nicht nur aber insbesondere, auf Rechnern in Unternehmen, gibt es nichts zu reparieren und es ist auch nicht notwendig.

    1. ein von Viren befallener Rechner ist kompromittiert und nicht mehr vertrauenswürdig. Niemand kann mit 100% Sicherheit sagen ob die sogenannte Reparatur wirklich alle Malwarebestandteile restlos entfernt wurden. Aber selbst ein Restrisiko von 0,01 % ist im professionellen Bereich ein Kill-Kriterium.
    Ein gewerblich genutzter Rechner, egal ob im grossen Unternehmensnetzwerk, oder als Einzelplatz beim Anwalt oder Arzt, gehört neu aufgesetzt,

    2. grosse Unternehmensnetzwerke können einen Rechner inerhalb von Minuten per Fernwartung mit einem neuen Image bespielen.

    3. der Freiberufler mit seinen datenschutz-relevanten Anwendungen tut auch gut daran die Sache nicht mit einer "Reparatur" als gelöst zu betrachten. Selbstständige kaufen ihre Rechner ja meist nicht ohne gescheiten Support beim Discounter, zumindest nicht dann wenn sie selbst nur wenig von der Materie verstehen,
    sondern eher bei IT-Profis gegebenenfalls inklusive Branchensoftware und Wartungsvertrag....
    Diese IT-Profis sollten dann [b]hoffentlich[/b] auch über ausreichende Kompetenz verfügen um
    - im Schadensfall nicht zu einer "Bereinigung" zu schreiten...
    - vor und nach jeder Softwaremodifikation ein Sicherungsimage angelegt wird
    - sichergestellt sein dass wichtige Daten, zum Beispiel Datenbanken von Branchensoftware, nach einem Rechnerproblem mit einer LiveCD auf ein externes Speichermedium ausgelagert und nach Neuinstallation wieder eingespielt werden können
    - im Vorfeld eine Infektion zu verhindern indem mit dem Freiberufler abgeklärt worden ist warum der Rechner mit den Kunden-, Mandanten- oder Patientendaten nicht als Internetsurfstation genutzt wird, dass egalwelche USB-Sticks nicht egal wo eingesteckt werden, usw.

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