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AMD Radeon R7 260X im Test

08.10.2013 | 06:01 Uhr |

Damals konnte die AMD Radeon HD 7790 mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Hat sich nun außer dem neuen Modellnamen noch mehr verändert? Definitiv, wie wir im Test herausgefunden haben. Und das betrifft nicht nur den günstigen Preis.

Hinter der R7 260X verbirgt sich der Bonaire-Grafikchip, der bereit in der AMD Radeon HD 7790 Verwendung fand und in der Einsteigerklasse einzuordnen ist, denn erschwinglich ist die Grafikkarte auf jeden Fall. Neu ist die Unterstützung der Hardware-Audio-Lösung "AMD Trueaudio", auf die wir später im Test näher eingehen. Für weitere technische Details verweisen wir auf den Test der Sapphire Radeon HD 7790 Dual-X . Warum sich das Namensschema der Karten geändert hat und was es sich mit "Mantle" auf sich hat, erfahren Sie im Test der HIS R9 280X .

Ausstattung: Bonaire-Grafikchip & Powertune

Details der Bonaire-GPU.
Vergrößern Details der Bonaire-GPU.

Der Bonaire-Grafikprozessor basiert auf der Graphics-Next-Core-Architektur (GNC), großartige technische Anpassungen hat AMD nicht vorgenommen. Lediglich der Chip und der Speicher takten etwas schneller, der Speicher liegt nun standardmäßig bei 2 GB GDDR5. Die Performance soll ausreichen, um so ziemlich "alles" zu beschleunigen, im Sinne vom allgemeinen Gebrauch. Schnittstellen stehen ebenfalls ausreichend zur Verfügung, schließlich dürfen Sie auf einen Displayport, einmal HDMI und zweimal DVI zurückgreifen.

TECHNISCHE DATEN

AMD Radeon R7 260X

Grafikprozessor

AMD Bonaire

GPU-Takt

1100 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

896

Shader-Takt

1100 MHz

DirectX-Version

11.1

Speicher-Größe

2048 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1625 MHz

Speicher-Busbreite

128 Bit

Grafikkarten-Bios

015.039.000.003.003410

Grafikkarten-Treiber

Catalyst 13.11 (13.200.16.0)

Kartenlänge

20 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

1x 6polig

AUSSTATTUNG

AMD Radeon R7 260X

Video-Anschlüsse 

 

HDMI

1

DVI

2

Displayport

1

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

Anschlüsse für vier Monitore.
Vergrößern Anschlüsse für vier Monitore.
© AMD

Auch die günstige AMD Radeon R7 260X unterstützt bereits jetzt DirectX 11.2, OpenGL 4.3 und die hauseigene sowie brandneue Schnittstelle Mantle. Zur kurzen Erklärung, was Mantle überhaupt ist: Hierbei handelt es sich um eine Hardware-nahe Schnittstelle für Entwickler, um beispielsweise Spiele komfortabler zu programmieren und dabei auch noch besser auf die Hardware abzustimmen. Auch das Feature Powertune ist an Bord, das dank acht Stufen eine dynamischere Anpassung und feinere Differenzierung der Taktraten erlaubt. Drei Faktoren bestimmen den Grad der Übertaktung: Die Anforderungen des Systems, die thermischen Gegebenheiten und der Stromverbrauch. Verantwortlich hierfür ist ein eigener Spannungsregler, der in Verbindung mit dem neuen Interface SVID2 (einem Zweidraht-Datenbus) arbeitet.

AMD Trueaudio: Hardware-Sound in Echtzeit

AMDs Trueaudio lässt sich frei programmieren.
Vergrößern AMDs Trueaudio lässt sich frei programmieren.
© AMD

Mit Trueaudio schafft AMD die Möglichkeit, einen virtuellen respektive dreidimensionalen Raumklang auf Stereo-Ausgabegeräte zu bieten. In herkömmlichen Systemen erledigt der Prozessor die Verarbeitung der Audiosignale, nun möchte AMD einen eigens dafür verbauten Chip, dem Digital Signal Processor (DSP) zur Verfügung stellen und Surround-Sound in Echtzeit simulieren und die CPU gleichzeitig entlasten. Das Besondere an diesem DSP ist allerdings die Tatsache, dass er sich frei programmieren lässt und somit Tür und Tor für die Absichten der Entwickler lässt. Dieses zusätzliche Feature soll keine Soundkarte ersetzen können, sondern vielmehr mit weiteren Effekten ergänzen. Damit zählt die R7 260X zu den ersten Grafikkarten mit einer diskreten GPU, die eine frei zugängliche Audio-API bieten.

Multimedia-Leistung auf dem Prüfstand

Direct-Compute-Leistung.
Vergrößern Direct-Compute-Leistung.

Luxmark 2.0 ist ein frei erhältlicher Benchmark, der mit Hilfe der Ray-Tracing-Engine die Computing-Leistung des Grafikchips testet. Die Sala-Szene rendert einen Raum in Echtzeit auf der GPU und gibt am Ende ein Ergebnis aus, indem es Ihnen die tausend Samples pro Sekunde verrät. Hierbei schlägt sich die Grafikakrte sogar recht ordentlich mit 1075. Der zweite Programmierstandard Direct Compute ist Teil von Microsofts DirectX  und sozusagen der Konkurrent zu OpenCL. In diesem Segment ist das Gesamtergebnis von 887 Punkten nicht zu verachten.

GPGPU- / Multimedia-Leistung

AMD Radeon R7 260X

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex): Fluid3D / Fluid2D / Mandel Vektor / Mandel Skalar / Qjulia Raytracing / Gesamtpunktzahl

233 / 192 / 137 / 126 / 199 / 887

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

1075 tausend Samples pro Sekunde

Spiele-Leistung: nur knapp flüssig

Ergebnisse aller drei Stages.
Vergrößern Ergebnisse aller drei Stages.

Mit "nur knapp flüssig" meinen wir die Darstellung aktueller Spiele in maximalen Details in der Full-HD-Auflösung. Battlefield 3 ist doch einen Tick zu langsam mit 35 Bildern pro Sekunde, Tomb Raider ebenfalls mit einer Bildrate von 33. Jedoch bedeutet das Umkehrschluss, dass Sie lediglich nur kleine Veränderungen in den Grafik-Einstellungen vornehmen müssen, um die Games flüssig zu daddeln. Anno 2070 bildet hier die Ausnahme, das Echtzeitstrategiespiel ist mit 49 Bildern in der Sekunde gut spielbar, schließlich kommt es hier auch nicht auf eine schnelle Reaktionszeit mit flotten Bildwechseln an. Insgesamt sind die Ergebnisse sehr ähnlich zur AMD Radeon HD 7790, auch der synthetische 3DMark bestätigt das.

SPIELE-LEISTUNG

AMD Radeon R7 260X

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Preset): Ice Storm / Cloud Gate / Fire Strike / Gesamtpunktzahl

114 178 / 17 476 / 3756

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

35 Bilder/s

Tomb Raider: höchste Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

33 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

49 Bilder/s

Umwelt-Eigenschaften: kann Strom sparen

AMDs Grafikkarten können auch Strom sparen, indem sie sich fast komplett abschalten. Die Technik heißt Zerocore und ist über den Treiber steuerbar. Dieser überwacht den Bildschirminhalt und deaktiviert bei längerer Inaktivität fast die komplette Grafikkarte. Und warum immer wieder nur fast? Ein kleiner Datenbus hält noch Verbindung mit dem System um zu signalisieren, dass die Grafikkarte in der Tat noch im Gehäuse steckt. Doch zurück zu den Strommessungen, die recht positiv auffallen: 173 Watt unter Volllast sind recht gering – sehr gut! Als Krachmacher outet sich dagegen die Referenzkühlung, die mit 2,4 Sone sehr auffällig rauscht. Auch die Temperatur unter Last bewegt sich fast schon auf einem kritischen Niveau von 83 Grad Celsius.

UMWELT UND GESUNDHEIT

AMD Radeon R7 260X

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

91 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

173 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

1,3 Sone

Betriebsgeräusch: Last

2,4 Sone

Temperatur: Leerlauf

39° Celsius

Temperatur: Last

83° Celsius

Test-Fazit zur AMD Radeon R7 260X

Auch bei der AMD Radeon R7 260X handelt es sich lediglich um eine Umbenennung, denn es kommt wiederum ein bereits veröffentlichter Grafikchip zum Einsatz: Die Bonaire-GPU der AMD Radeon HD 7790, die Ende März 2013 auf den Markt kam. Deshalb übernimmt die Grafikkarte die guten Eigenschaften wie die für Einsteiger angemessene Leistung und die geringe Leistungsaufnahme. Doch fast schon typisch ist der laute Referenz-Lüfter und die hohe Betriebstemperatur unter Last. Doch das Beste kommt zum Schluss, nämlich der Preis. AMD gibt 139 Dollar an, was um die 102 Euro wären – ein echter Kampfpreis, der Nvidia ins Schwitzen bringen dürfte, denn im Einsteigersegment dürfte die R7 260X wohl das beste Verhätlnis aus Preis und Leistung bieten. Einen definitiven Preis für Deutschland reichen wir an dieser Stelle noch nach.

Update vom 8. Oktober 2013: AMD hat uns den empfohlenen Verkaufspreis der AMD Radeon R7 260X genannt, der bei 130 Euro liegt. Damit ist und bleibt die Grafikkarte ein Preis-Leistungs-Hit!

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