Noch nie waren CPUs so günstig. Bereits für knapp 120 Euro bekommen Sie eine schnelle Vierkern-CPU. Wir sagen Ihnen, welche CPU ihr Geld wert ist.
Die Taktrate einer CPU lässt sich nicht beliebig anheben, übermäßige Hitzeentwicklung und Störfrequenzen setzen hier physikalische Grenzen, die je nach CPU-Baureihe zwischen 2,7 und 3,4 GHz liegen. Deshalb spielt der Arbeitstakt eines Prozessors schon seit geraumer Zeit nur noch eine untergeordnete Rolle für die Leistungsfähigkeit einer CPU. Entscheidend sind vielmehr Takt- und Energieeffizienz der CPU-Architektur - also die Rechenleistung pro Megahertz respektive Watt - sowie die Parallelisierung der Rechenprozesse durch die Mehrkern-Technik.
CPU-Takteffizienz
Die Takteffizienz einer CPU hängt hauptsächlich von der Prozessor-Architektur ab. Je effizienter das Zusammenspiel der einzelnen Funktionseinheiten ist, desto mehr Rechenleistung kitzeln die Schaltkreise pro Megahertz heraus. Unter den CPUs bis 200 Euro arbeiten generell die Quad-Cores mit der besten Takteffizienz. Das Feld führt der Intel Core i5-750 mit 4,2 Punkten pro MHz an. Auf den Plätzen folgen der Core 2 Quad Q8300 (3,8 Punkte/MHz) sowie der Phenom II X4 945 (3,3 Punkte/MHz). Zum Vergleich: Die Dual-Core-CPU mit der besten Takteffizienz ist der Intel Core 2 Duo E8600 mit 2,1 Punkten pro MHz.
CPU-Energieeffizienz
Energieeffizienz ist die Kunst einer CPU, möglichst viel Rechenleistung pro Watt herauszuholen. Wie die folgende Tabelle zeigt, besitzt unter den CPU-Modellen bis 200 Euro der Quad-Core Intel Core i7-750 mit 54,1 Punkten pro Watt die beste Energieeffizienz, dicht gefolgt vom Intel Core 2 Quad Q8300. Auffällig auch hier: Die erste Dual-Core-CPU findet sich erst auf Platz 6.
| Energieeffizienz: CPUs bis 200 Euro |
| CPU-Modell |
(Punkte/Watt) |
| Intel Core i5-750 |
54,1 |
| Intel Core 2 Quad Q8300 |
53,9 |
| AMD Phenom II X4 945 |
48,1 |
| AMD Phenom II X4 955 Black Edition |
45,2 |
| AMD Phenom II X4 965 Black Edition |
44,2 |
| Intel Core 2 Duo E8500 |
42,3 |
| AMD Phenom II X4 940 Black Edition |
41,4 |
| AMD Phenom II X4 810 |
40,9 |
| Intel Core 2 Duo E8400 |
40,0 |
| AMD Phenom II X3 720 Black Edition |
36,2 |
CPU-Kerne: So viele brauchen SieModerne CPUs bieten heutzutage genug Rechenleistung für fast alle gängigen Programme. Zwei Rechenkerne sind mittlerweile auch Standard, so dass mehrere Applikationen wie Bild- und Textbearbeitung sowie ein Viren-Scanner im Hintergrund gleichzeitig laufen können, ohne sich gegenseitig auszubremsen. Kostspielige CPU-Modelle mit besonders hoher Rechenleistung und vier oder gar acht virtuellen Rechenkernen wie etwa der
Intel Core i7 Prozessor sind also in vielen Fällen überdimensioniert und verbrauchen meist auch unnötig viel Strom. Entscheidend für die richtige Wahl beim CPU-Kauf ist daher die Frage, welche Programme bei Ihnen in der Regel gleichzeitig aktiv sind und welche rechenhungrige Einzelanwendung Sie beständig einsetzen.
Wenn Sie häufig mit mehreren leistungshungrigen Programmen gleichzeitig arbeiten, ständig viele Fenster offen haben und zahlreiche Tools im Hintergrund werkeln oder Virtualisierungs-Software einsetzen, raten wir Ihnen beim nächsten CPU-Upgrade oder PC-Kauf gleich zu einem Vierkern-Prozessor. Nutzen Sie hingegen in der Regel nur wenige Programme gleichzeitig, ist möglicherweise ein Zweikern-Prozessor aus der gleichen Preisklasse mit einer höheren Taktrate die bessere Wahl. Das gilt beispielsweise für zahlreiche Programme, die Musikstücke und Videos in andere Dateiformate und Kompressionsstufen umwandeln. Das beliebte
iTunes von Apple etwa läuft mit einem taktstärkeren Doppelkerner schneller.
Aber auch brandneue PC-Spiele profitieren meist noch nicht von Quad-Core-CPUs - hier ist vor allem eine
sehr gute Grafikkarte für flüssige Bildwiederholraten entscheidend. Bei Einzelanwendungen können Quad Core-CPUs Ihre Stärke nur ausspielen, wenn die eingesetzte Software erstens eine hohe Rechenleistung benötigt, und diese zweitens in mehrere Arbeitsschritte aufteilt, die parallel ablaufen. Am Ende dieses Beitrags finden Sie eine umfangreiche Liste von Programmen, die schon von Quad-Core-CPUs profitieren.
Fazit: In der Preisklasse bis 200 Euro bekommen Sie mittlerweile viel CPU fürs Geld. Die Rechenleistung reicht locker für gängige Programme aus dem Office- und Multimedia-Bereich aus. Auch der Funktionsumfang lässt keine Wünsche offen. Ob Sie sich für eine CPU mit zwei, drei oder vier Rechenkernen entscheiden, sollten Sie allein von den Programmen abhängig machen, die Sie regelmäßig einsetzen. Unsere Software-Liste hilft hier weiter.
Empfehlungen der Redaktion
Testsieger: In der 200-Euro-Klasse ist die
Intel-CPU Core i5-750 der Überflieger. Dank der höchsten Rechenleistung, gepaart mit der besten Energieeffizienz, holt sich die Quad-Core-CPU von Intel nicht nur den Testsieg, sondern auch unseren Tempo-Tipp. Aufgrund der automatischen Übertaktungsfunktion kann die 2,67-GHz-CPU ihre Stärken vor allem bei Programmen ausspielen, die maximal zwei CPU-Kerne auslasten. Dies ist beispielsweise bei den meisten PC-Spielen und gängigen Anwendungen aus dem Office- und Multimedia-Bereich der Fall.
Preistipp: Die
135-Euro-CPUAMD Phenom II X4 945 bietet sehr viel Rechenleistung fürs Geld. Der 3-GHz-Quad-Core-Prozessor eignet sich für alle gängigen Anwendungen vom HD-Video-Schnitt bis hin zum leistungshungrigen 3D-Spiel. Auch wenn Sie häufig mit vielen Programmen gleichzeitig arbeiten, ist die taktstarke 3-GHz-CPU eine gute Wahl. Wichtig: Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie die energieeffiziente 95-Watt-Version der CPU erstehen und nicht den stromhungrigen 125-Watt-Vorgänger.
Platz 1: Intel Core i5-750
Platz 1: Intel Core i5-750
Platz 2: AMD Phenom II X4 965 Black Edition
Platz 3: AMD Phenom II X4 955 Black Edition
Platz 4: AMD Phenom II X4 945
Platz 5: Intel Core 2 Quad Q8300
Platz 6: AMD Phenom II X4 940 Black Edition
Platz 7: Intel Core 2 Duo E8500
Platz 8: Intel Core 2 Duo E8400
Platz 9: AMD Phenom II X4 810
Platz 10: AMD Phenom II X3 720 Black Edition
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