16.01.2007, 18:18

Michael Schmelzle

AMD Athlon 64 X2 5000+

Zwei Prozessorkerne, 2,6 GHz Arbeitstakt und eine makellose Ausstattung für günstige 215 Euro: Geheimtipp oder Blendwerk - wir kontrollieren, was AMDs AM2-Prozessor Athlon 64 X2 5000+ wirklich auf dem Kasten hat.

Zusammen mit dem Modell 5200+ ist der Athlon 64 X2 5000+ AMDs taktstärkster AM2-Doppelkerner der X2-Familie. Im Gegensatz zum großen Bruder 5200+ gewährt AMD dem Athlon 64 X2 5000+ mit 512 KB allerdings nur halb so viel L2-Cache pro Kern. Wie alle Sockel-AM2-Prozessoren integriert AMD auch im Athlon 64 X2 5000+ einen DDR2-Speicher-Controller. Der Datenaustausch des Prozessors mit dem System erfolgt daher über die 250 MHz schnelle Schnittstelle Hypertransport 2.0.

Hypertransport (Grundlagenartikel) kann sowohl bei steigender als auch fallender Flanke Datenpakete übertragen - und das simultan in beide Richtungen. Deshalb steigt der effektive „Front Side Bus“ zumindest theoretisch auf stolze 2000 MHz und die bidirektionale Bandbreite auf 8 GB/s. Auch sonst ist der Athlon 64 X2 5000+ auf dem Stand aktueller AMD-Technik: Der Prozessor beherrscht den Energiesparmodus Cool'n'Quiet, die Virtualisierungstechnik Pacifica, unterstützt 32- und 64-Bit-Betriebssysteme, die Befehlssatzerweiterungen 3D-Now, MMX, SSE, SSE2 sowie SSE3.
Verbrauchsmessung: Das Testsystem mit dem Athlon 64 X2 5000+ konsumierte mit aktiviertem Cool'n'Quiet im Bereitschaftszustand moderate 116 Watt und damit fast 6 Prozent weniger als die von uns getesteten Modelle der Core-2-Duo-Baureihe von Intel. Unter Volllast stieg der Systemverbrauch auf akzeptable 279 Watt. Auf vergleichbarem Niveau liegen die Verbrauchswerte der Core-2-Duo-Testplattformen - zwischen 257 (E6400) und 270 Watt (E6700). Preisgünstige 215 Euro verlangt der Einzelhandel für den 5000+. Deshalb fokussieren wir uns beim Vergleich der Rechenleistung auf Intels direktes Konkurrenzprodukt Core 2 Duo E6400 (200 Euro). Und die Gegenüberstellung mit dem großen Bruder drängt sich ebenfalls auf - beantwortet sie doch die Frage, bei welchen Programmen der doppelt so große L2-Cache des 5200+ (Test) die Rechenleistung beflügelt.

Zur Rechenleistung: Apples Itunes verwenden wir, um eine Musik-CD ins MP3-Format umzuwandeln. Dafür benötige der 5000+ nur 59 Sekunden, Intels E6400 war mit 64 Sekunden knapp 8 Prozent langsamer. Der 5200+ hingegen konnte mit 58 Sekunden nicht signifikant von seinem größeren L2-Cache profitieren. Als wir mit Itunes einen 1080i-Videoclip ins MPEG-4-Format überführten, benötigte der 5000+ ebenso wie der 5200+ 124 Sekunden und war damit knapp 12 Prozent langsamer als sein Intel-Rivale E6400. Im Cinebench-Test (Rendering x CPU) erreichte der 5000+ 706 Punkte und erarbeitete sich damit gegenüber dem E6400 einen Vorsprung von gut 6 Prozent. Wie das identische Ergebnis des 5200+ (706 Punkte) zeigt, bringt auch hier der größere L2-Cache gar nichts. Das galt übrigens auch für unseren Verschlüsselungstest: Mit 149 MB/s war der 5000+ nur unwesentlich langsamer als der 5200+ (150 MB/s), dafür aber fast 31 Prozent flotter als der Core 2 Duo E6400.

Bei 3D-Spielen hingegen, musste sich der Athlon 64 X2 5000+ dem direkten Intel-Rivalen geschlagen geben: So ermittelten wir beispielsweise bei F.E.A.R. in der 1024er-Auflösung für den 5000+ eine durchschnittliche Bildrate von 126 Bildern/s - gegenüber den 131 Bilder/s des E6400 (plus 4 Prozent). Nur unwesentlich flotter unterwegs war hingegen der 5200+ mit 129 Bildern/s. Unter Quake 4 war der 5000+ bei einer Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten, mittlerer Bildqualität und aktivierter SMP-Unterstützung gut 9 Prozent langsamer als der E6400. Der Rückstand des Testprobanten zum 5200+ fiel mit knapp 3 Prozent etwas geringer aus, war aber immerhin einmal messbar. Deutliche Unterschiede zwischen den beiden AMD-CPUs förderte erst der CPU2000-Benchmark zu tage: Für die Fließkomma-Leistung (fp_base2000) des 5000+ ermittelten wir 1496 Punkte, damit war die CPU fast 8 Prozent langsamer als der 5200+. Ebenfalls rund 8 Prozent betrug der Rückstand des 5000+ im Integer-Test (int_base2000) gegenüber dem großen Bruder. Beide AMD-CPUs konnten hier dem Core 2 Duo E6400 nicht annähernd das Wasser reichen: Die Intel-CPU erarbeitet sich gegenüber dem Athlon 64 X2 5000+ einen Vorsprung von fast 49 (fp_base2000) respektive 43 Prozent (int_base2000).
Fazit: Der Vergleich mit dem 5200+ zeigt, dass sich der kleinere L2-Cache des 5000+ bei den meisten Tests nicht negativ auf die Rechenleistung auswirkt. Das direkte Duell gegen Intels E6400 verliert der 5000+ allerdings - wenn auch knapp.
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