119006

AMD AM2-CPUs: Technik, Varianten und Stromverbrauch

11.07.2006 | 20:02 Uhr |

Wichtigste Änderung bei der AM2-Prozessorfamilie von AMD: der integrierte DDR2-Speichercontroller. Welche Auswirkungen das auf den Stromverbrauch hat, klärt unser Test.

AMD hat seine neue Prozessorgeneration für den Sockel AM2 vorgestellt. Größte Neuerung: Der interne Speichercontroller, der bei den AM2-CPUs nun DDR2-Speicher unterstützt. DDR2-Speicher hat zwei entscheidende Vorteile gegenüber dem Vorgänger DDR-RAM: Er überträgt pro Takt doppelt so viele Datenpakete und die Versorgungsspannung sinkt von 2,5 bis 2,6 auf 1,8 Volt. Theoretisch müssten die neuen AM2-CPUs also eine schnellere Speicheranbindung bieten und weniger Strom verbrauchen.

Ebenfalls erwähnenswert ist die neu hinzugekommene Virtualisierungstechnik AMD I/O Virtualization Technology, Codename „ Pacifica “. Die Virtualisierung erlaubt es, mehrere Betriebssysteme unabhängig voneinander auf einem PC zu nutzen, beispielsweise um eine besonders sichere Linux-Installation exklusiv für den Internet-Zugang zu nutzen. Virtualisierung ist eigentlich nichts neues - mit Software wie Vmware und Xen war dies bisher schon möglich. Allerdings hat bei der softwareseitigen Virtualisierung nur das Haupt-Betriebssystem auf dem die Virtualisierungs-Software läuft, direkten Zugriff auf die Hardware. Für alle Gast-Betriebssystem-Instanzen musste die Software virtuelle Hardware-Schnittsstellen emulierten - das kostet Systemleistung. Lassen sich hingegen alle Prozesse direkt in der Hardware ausführen, steht jedem Betriebssystem annähernd die gesamte Systemleistung zur Verfügung.

So weit ist die AMD I/O Virtualization Technology aber noch nicht. Derzeit lässt sich, wie bei Intels Virtualisierungstechnik „Vanderpool“, nur der Prozessor und natürlich der in der AMD-CPU integrierte Speichercontroller direkt von allen Betriebssystemen ansprechen. Im Gegensatz zu Intel ist die Virtualisierungstechnik von AMD aber so ausgelegt, dass sich auch andere Hardware-Komponenten direkt ansprechen lassen. Dazu muss sie aber im Hauptplatinen-Chipsatz implementiert sein. Entsprechende Chipsätze von Drittherstellern sind allerdings noch nicht auf dem Markt.

Die neuen AM2-Prozessoren haben natürlich alle Funktionen der Sockel-939-Vorgänger geerbt: Dazu gehören unter anderem der Energiesparmodus Cool’n’Quiet, die 32-/64-Bit-Unterstützung, die Befehlssatzerweiterungen SSE, SSE2 und SSE3 sowie der Schutz vor Buffer-Overflows.

0 Kommentare zu diesem Artikel
119006