60 Grad Prisma TV-Brille im Test

Montag, 10.04.2006 | 14:49 von Hans-Christian Dirscherl
Pearl verspricht mit der 60 Grad Prisma TV-Brille bequemes TV-Gucken und Bücherlesen auf der Couch und im Bett ohne dass die Nackenmuskulatur verspannt. Der Trick dabei: In die Brille sind zwei Spiegel eingearbeitet, die das Bild umlenken. Die PC-WELT hat sich dieses kuriose Hilfsmittel angeschaut.

19,90 Euro verlangt Pearl für die 60 Grad Prisma TV-Brille ( weitere Informationen ). Durch die eingebauten Spiegel liegt diese Spezialbrille etwas schwerer als eine herkömmliche Sehhilfe auf dem Nasenrücken, die Sache bleibt aber erträglich. Das Horn-Design der Brille verstrahlt allerdings den Charme einer Kassenbrille aus den 80er-Jahren.

Doch am Funktionsprinzip gibt es nichts zu mäkeln. Wir legten uns auf die gewohnte Fernseh-Couch, blickten zur Decke – und sahen das Fernseh-Bild. Die beiden Spiegel, einer für jedes Auge, lenkten das Bild korrekt um. Nie war der Blick in die Glotze bequemer. Anstatt mühsam den Kopf anzuheben, lagen wir völlig entspannt auf der Couch und hatten den Kopf zurückgelegt. Trotzdem entging uns nichts von dem, was im Fernseher lief. Genauso reibungslos klappte das Ganze mit einem Buch, das wir im Liegen gelesen haben.

Das Blickfeld ist allerdings eingeschränkt, weil die beiden Spiegel nicht die gesamte Oberfläche der Brille abdecken. Man sieht also links und rechts zunächst die dunklen Ränder der Prisma-Spiegel und daneben den braunen Schimmer des Horngestells.

Zudem gewinnt man etwas irritierende Einblicke. So taucht zwangsläufig die eigene Nase in der Mitte des Blickfelds auf. Und wer schon immer einmal in Ruhe seine Unterlippe betrachten wollte, kann das mit der Prisma-Spiegelbrille jetzt ausgiebig machen.

Für Brillenträger ist diese zweite Brille etwas umständlich, weil sie über die eigentliche Sehhilfe gesetzt werden muss. Das klappt allerdings problemlos. An der Passform des Brillengestells gibt es nichts auszusetzen, sie passt einwandfrei.

Fazit: Etwas Verbesserungsbedarf sehen wir beim eingeschränkten Blickfeld. Hier würden größere, ovale Spiegel Abhilfe schaffen. Davon einmal abgesehen, ist die Prima-Brille eine ebenso einfache wie tolle Idee, sie funktioniert wirklich und macht das Fernsehschauen und das Lesen im Bett spürbar angenehmer. Besonders Menschen, die ohnehin schon Nackenprobleme haben, dürften an der 60 Grad Prisma TV-Brille schnell Gefallen finden.

Ein ernstes Problem sehen wir jedoch: Wenn das TV-Programm wieder einmal besonders langweilig ist, schlafen Sie mit dieser Brille noch schneller vor der Glotze ein.

Montag, 10.04.2006 | 14:49 von Hans-Christian Dirscherl
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