60-Euro-CPU mit 3 Rechenkernen

AMD Athlon II X3 435 im Test

Freitag den 11.12.2009 um 16:16 Uhr

von Michael Schmelzle

Den Prozessor AMD Athlon II X3 435 gibt's ab 60 Euro. Ob Sie für diesen Schnäppchenpreis auch eine gute CPU bekommen, verrät unser Test.
AMD liefert den AMD Athlon II X3 435 in der Boxed-Version
mit passendem CPU-Kühler aus
Vergrößern AMD liefert den AMD Athlon II X3 435 in der Boxed-Version mit passendem CPU-Kühler aus
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Mit dem Athlon II X3 435 quetscht AMD nun auch noch die neue Dreikern-Baureihe in sein eng gestricktes Preisgefüge - für rund zehn Euro mehr bekommen Sie beispielsweise mit dem AMD Athlon II X4 620 schon eine Quad-Core-CPU. Der 2,9-GHz-Prozessor für den CPU-Sockel AM3 greift wie sein Vierkernkollege auf 128 KB L1- sowie 512 KB L2-Cache zurück und verzichtet auf die dritte Datenpufferstufe. Der Funktionsumfang des Athlon II X3 435 umfasst alle wichtigen Eigenschaften, die eine moderne CPU beherrschen muss. Dazu gehört etwa die Virtualisierungs-Technik AMD-V und die Unterstützung von 32- und 64-Bit-Betriebssystemen.

Stromverbrauch: Die AMD-CPU Athlon II X3 435 geht sparsam mit Energie um. Das Testsystem des Triple-Cores benötigte im Desktop-Modus 137 Watt. Waren alle drei Prozessor-Kerne voll ausgelastet, blieb das Athlon-II-System mit 191 Watt noch unter der 200-Watt-Marke - ebenfalls ein recht niedriger Verbrauchswert. Zum Vergleich: Der baugleiche X4 620 benötigte mit seinem zusätzlichen Rechenkern mit 200 Watt knapp 5 Prozent mehr Energie - und das trotz der geringeren Taktfrequenz von 2,6 GHz.

Energieeffizienz: Der AMD Athlon II X3 435 holte erschreckend wenig Rechenleistung pro Watt aus seinen Schaltkreisen. Mit 35,7 Punkten pro Watt zeigte der Prozessor das bis dato drittschlechteste Ergebnis innerhalb der aktuellen CPU-Generationen von AMD und Intel. So münzte etwa der derzeit energieeffizienteste Prozessor im Test, der Intel Core i7-870 , mit 65,4 Punkten pro Watt die eingespeiste Energie fast doppelt so gut in Rechenleistung um. Selbst der von uns für seine schwache Energieeffizienz gerüffelte Vierkern-Kollege X4 620 zeigte mit 41,7 Punkten pro Watt noch ein besseres Ergebnis.

Rechenleistung: Mit der AMD Athlon II X3 435 bekommen Sie eine Dreikern-CPU, die gängigen Büro- und Multimedia-Aufgaben gewachsen ist. Über alle Benchmarks gemittelt, ordnete sich der AMD Athlon II X3 435 hinter dem Athlon II X4 620 und vor dem AMD Phenom II X2 550 Black Edition ein. Die Tempo-Unterschiede zwischen diesen drei CPU-Modellen sind aber oft verschwindend gering.

triple-Core-CPU AMD Athlon II X3 435 im Test
Vergrößern triple-Core-CPU AMD Athlon II X3 435 im Test
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Für ernsthafte PC-Spieler ist der AMD Athlon II X3 435 keine gute Wahl, da der Dreikerner bereits Grafikkarten der 200-Euro-Klasse ausbremsen kann. Beleg dafür ist das dürftige Ergebnis im CPU-Test von 3D Mark Vantage: Mit 3338 Punkten zeigte der Athlon II X3 435 hier das bisher schlechteste Ergebnis aller Prozessoren im Test. So erarbeitete sich beispielsweise der für Spiele geeignete Quad-Core Phenom II X4 945 einen Tempovorsprung von fast 30 Prozent - kostet mit knapp 120 Euro aber auch fast das Doppelte. Aber diesen Betrag sollten Sie als PC-Spieler auch mindestens in eine CPU investieren.

Fazit: Mit dem AMD Athlon II X3 435 bekommen Sie einen Dreikern-Prozessor, der sich für typische Office- und Multimedia-Aufgaben eignet. Ernsthafte PC-Spieler sollten hingegen tiefer in die Tasche greifen. Der Preis von rund 60 Euro ist per se sehr günstig. Aufgrund der miserablen Energieeffizienz können wir dem Athlon II X3 435 allerdings nur ein gerade noch gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen.

Alternativen: Setzen Sie häufig rechenhungrige Programme ein, die vier oder mehr CPU-Kerne voll auslasten, sollten Sie zum Intel Core i5-750 greifen. Der virtuelle Achtkern-Prozessor kostet mit 165 Euro zwar fast das dreifache, ist dank automatischer Übertaktungsfunktion in der Spitze aber auch gut 65 Prozent schneller als der AMD Athlon II X3 435. Wer nicht ganz so viel investieren will, findet im Quad-Core AMD Phenom II X4 945 eine rechenstarke Alternative zu einem Aufpreis von knapp 60 Euro.

Freitag den 11.12.2009 um 16:16 Uhr

von Michael Schmelzle

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