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Die beste Grafikkarte für PC-Spiele im Test

04.11.2009 | 16:59 Uhr |

Bereits ab 200 Euro bekommen Sie eine Grafikkarte, die moderne PC-Spiele auf 24-Zoll-LCDs ruckelfrei wiedergibt. Der Test stellt die besten Grafikkarten vor.

Eine Grafikkarte für PC-Spiele muss möglichst viel 3D-Leistung pro Euro bieten. Bei Grafikkarten mit einer GPU (Graphics Processing Unit) hat Grafikchip-Hersteller AMD momentan bessere Karten als Nvidia: Die neue Baureihe ATI Radeon HD 5800 ist schnell, preisgünstig und dank DirectX-11-Unterstützung und 40-Nanometer-Fertigung auch technisch der Nvidia-Konkurrenz eine Generation voraus. In der High-End-Klasse behält Nvidia derzeit noch die 3D-Leistungskrone mit seiner Doppeldecker-Lösung auf Basis des Geforce GTX 295. Doch auch hier steht die Götterdämmerung kurz bevor: AMD will unter dem Codenamen Hemlock noch im November 2009 mit der Radeon HD 5870 X2 die erste DirectX-11-Grafikkarte mit zwei GPUs vorstellen. Zudem verschiebt sich die Massenproduktion des ersten DirectX-11-Grafikchips von Nvidia, Codename Fermi, voraussichtlich auf März 2010. Bis dahin kann Nvidia nur mit Preisabschlägen der starken AMD-Konkurrenz halbwegs Paroli bieten.

Eine Grafikkarte kann die 3D-Rohleistung nur dann voll auf die Straße bringen, wenn der Treiber gut ist. Hier besitzt Nvidia dank der Millionensummen, die der Grafikchip-Hersteller in sein Programm " The way it's meant to be played " steckt, einen Vorteil gegenüber AMD: Nvidia gewährt Spiele-Entwickler technische und finanzielle Unterstützung, damit die Software mit Nvidia-Grafikkarten möglichst hohe Bildwiederholraten erzielt und exklusive 3D-Funktionen nutzt. Aktuelle Beispiele sind die Titel "Batman: Arkham Asylum", "Need for Speed: Shift" und Resident Evil 5 . AMD subventioniert zwar auch die Spiele-Entwickler, allerdings nicht flächendeckend, sondern nur punktuell wie etwa die Rallye-Raserei "Colin McRae: Dirt 2".

Ein lahmer Prozessor kann die Grafikkarte ausbremsen - generell gilt hier: Je höher die Taktfrequenz, desto besser entfaltet die Grafikkarte Ihr volles Potential - 2,5 GHz sollten es mindestens sein. Und auch wenn die meisten Spiele noch nicht von Quad-Core-CPUs profitieren: Ernsthafte Spieler stellen Ihrer High-End-Grafikkarte trotzdem jetzt schon einen Vierkern-Prozessor zur Seite, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein.

Wie viel 3D-Leistung Sie benötigen, hängt vom Spielgenre, der DirectX-Version und der Monitorauflösung ab. Prinzipiell gilt: Aktuelle 3D-Shooter stellen in der Regel höhere Anforderungen an die Grafikkarte als beispielsweise Simulationsspiele wie die Sims 3. Spielen Sie hauptsächliche ältere DirectX-9-Spiele, reicht eine Grafikkarte der Preisklasse bis 200 Euro wie die Palit Geforce GTX260 Sonic 216 SP (ab 135 Euro) vollkommen aus. Und je höher die physikalische Auflösung Ihres Flachbildschirms ist, desto mehr 3D-Leistung benötigen Sie.

Die 3D-Leistung bei Spielen quantifiziert sich anhand der Bildwiederholrate. Voraussetzung für ungetrübten Spielgenuss sind durchschnittliche Bildraten von mindestens 25 bis 30 Bildern pro Sekunde. Ab diesem Schwellenwert empfindet das menschliche Auge die Darstellung als flüssig und ruckelfrei. Das Maß aller Dinge bei der Leistungsbeurteilung in unseren Tests ist der 3D-Shooter Crysis. Wenn eine Grafikkarte Crysis flüssig darstellt, können Sie davon ausgehen, dass auch alle anderen Spiele mit mindestens vergleichbarer Bildqualität und Auflösung ruckelfrei laufen - bei den meisten Titeln sind höhere Einstellungen drin. Welche Bildrate die zehn schnellsten Grafikkarten über 200 Euro unter Crysis im höchsten Detailgrad bei 1600 x 1200 Bildpunkten erreichen, zeigt das Balkendiagramm links.

Fazit: Eine Karte mit zwei Grafikchips brauchen Sie nur, wenn Sie moderne Actiontitel - ausgenommen Spiele mit der 3D-Engine von Crysis - mit bester Bildqualität auf einem 26-Zoll-Display spielen wollen. Anspruchsvolle PC-Spieler mit 24-Zoll-TFT liegen derzeit mit einer Grafikkarte auf Basis des ATI Radeon HD 5870 richtig. Und für 22-Zoll-Monitore sollten Sie eine Grafikkarte in die engere Wahl ziehen, die auf dem Grafikchip ATI Radeon HD 5850 oder Nvidia Geforce GTX 285 basiert.

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Testsieger: Für 440 Euro bekommen Sie mit der Gigabyte Geforce GTX 295 1792MB eine Grafikkarte, die sich mit großem Abstand an die Spitze des Testfelds setzte - aber nur im DirectX-10-Modus. Unter DirectX 9 ist sie in etwa so schnell wie eine Grafikkarte mit nur einem Chip. Die Grafikkarte ist ideal für Besitzer von 26-Zoll-Displays mit einer physikalischen Auflösung von 2048 x 1152 Bildpunkten. Die Ausnahme stellen hier wieder Spiele dar, die auf die 3D-Engine von Crysis setzen. Um hier flüssige Bildraten auf einem 26-Zoll-TFT zu erzielen, müssen Sie schon zwei dieser Doppeldecker-Grafikkarten zu einen Quad-SLI-Verbund koppeln

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Preis-Tipp: Die Grafikkarte HIS Radeon HD 5850 bietet in der Preisklasse über 200 Euro die derzeit höchsten 3D-Leistung pro Euro. Die DirectX-11-Grafikkarte eignet sich für passionierte PC-Spieler mit 22- und 24-Zoll-Flachbildschirmen, die moderne 3D-Titel in höchster Qualität mit flüssigen Bildwiederholraten spielen möchten. Pluspunkte gibt’s für das beiliegende Vollpreis-Spiel "Colin McRae: Dirt 2". Alternativ kommen natürlich auch die baugleichen 3D-Preis-Leistungs-Knaller anderer Hersteller wie beispielsweise die Sapphire Radeon HD 5850 in Frage.

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