05.06.2009, 10:00

Thomas Rau

300-Euro-Netbook

Im Test: Packard Bell Dot s

Günstig und schön: Das 10-Zoll-Netbook Dot S von Packard Bell kostet nur 300 Euro. Doch der Test belegt, dass der Hersteller nicht nur beim Preis gespart hat.
Mit 1,1 Kilogramm gehört das Packard Bell Dot s zu den leichtesten Netbooks mit 10-Zoll-Display. Nur der deutlich teurere Netbook-Schönling Asus Eee PC S101 kann da mithalten. So viel Glanz verbreitet das Packard Bell Dot s zwar nicht: Doch mit seinem schwarzlackierten Deckel und seinem recht schmalen Gehäuse muss man es auch nicht verstecken.

Akkulaufzeit: Viel zu kurz
Doch die Leichtigkeit des Packard Bell Dot s hat einen großen Haken: Der Hersteller spendiert dem Netbook nur einen mickrigen 3-Zellen-Akku mit 24Wh: Damit hält das Mini-Notebook nur 2:20 Stunden beim WLAN-Surfen und nicht einmal zwei Stunden beim Abspielen eines Videos durch - enttäuschend.

Display: Hell, aber auch spiegelnd
Dabei könnte das Leichtgewicht unterwegs viel Spaß machen: Das Display spiegelt zwar deutlich, ist aber auch sehr hell. Man kann es zumindest unter bewölktem Himmel einigermaßen problemlos ablesen. Farben stellt es sehr intensiv dar - allerdings mit einem leichten Rotstich. Der stört aber höchstens, wenn man Fotos nicht nur anschauen, sondern auch bearbeiten will.

Tastatur: Gutes Schreibgefühl
Die Tastatur des Packard Bell Dot s ist ein bisschen kleiner als bei anderen 10-Zoll-Netbooks. Daher liegen die Tasten auch nur in einem Abstand von 17 Millimetern - die meisten anderen Netbooks besitzen ein 17,5 Millimeter breites Raster. Doch trotzdem kann man schnell und angenehm tippen: Die Tastatur sitzt stabil im Gehäuse, der Tastenanschlag ist recht deutlich. Der Touchpad fällt ziemlich klein aus, unterstützt aber Mehrfinger-Gesten, etwa zum Zoomen in Bildern und zum Blättern.

Ausstattung: Standard - aber nicht ganz
Bei der Ausstattung unterscheidet sich das Packard Bell Dot S kaum von anderen Netbooks: Es bietet eine 160 GB große Festplatte, drei USB-Anschlüsse, einen VGA-Ausgang sowie Netzwerkanschluss, zwei Audiobuchsen, Web-Cam und einen Kartenleser. Das WLAN-Modul arbeitet aber nur mit dem langsameren 11g-Standard und auch Bluetooth hat das Packard Bell Dot s nicht an Bord. Wer aufrüsten will, kommt mit wenigen Handgriffen an den Arbeitsspeicher und die Festplatte - vorbildlich.
Fazit: Der Preis ist heiß - doch die Akkulaufzeit viel zu kurz
Das Packard Bell ist leicht und günstig. Doch was man bei Gewicht und Preis spart, fehlt bei der Akkulaufzeit - rund zwei Stunden sind für ein Netbook nicht akzeptabel. Dieses Manko verhindert eine bessere Platzierung des Packard Bell Dot s: In allen anderen Kriterien - Display, Tastatur und Ausstattung - schneidet es nämlich ordentlich ab.
Alternativen: Ähnlich günstig bekommen Sie derzeit das Lenovo Ideapad S10e, das rund 200 Gramm schwerer ist, aber im Akkubetrieb doppelt so lange durchhält. Die ideale Kombination aus langer Akkulaufzeit, gutem Display und tippfreundlicher Tastatur bietet das Samsung NC10.
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