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Samsung Spinpoint F1 RAID HE103UJ

13.08.2008 | 09:44 Uhr |

Samsungs erstes Terabyte-Modell HD103HJ ist amtierender Testsieger. Unser Test klärt, ob die verbesserte Version Spinpoint F1 RAID HE103UJ noch eine Schippe drauf legt und den hauseigenen Rivalen vom Thron stößt.

Wie die Modellbezeichnung der Spinpoint F1 RAID HE103UJ schon andeutet, soll sich der neueste Spross aus Samsungs F1-Baureihe insbesondere für Festplattenverbunde eignen. Dazu hat Samsung bei seinen „RAID Class“-Modellen, die auch mit einer Kapazität von 250 und 750 GB erhältlich sind, einen Sensor verbaut, der laufend die Vibrationen misst, denen das Laufwerk ausgesetzt ist. Der Sensor ist mit der Laufwerkssteuerung verbunden, die dann versucht, die Erschütterungen ausgleicht. Besonders zuverlässig soll die RAID-Klasse von Samsung auch sein: Laut Hersteller beträgt die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) hohe 1,2 Millionen Stunden. Typisch für 3,5-Zoll-Festplatten ist meist ein nur halb so langer Zeitraum. Daher gibt Samsung die Spinpoint F1 RAID HE103UJ auch für den 24-Stunden-Dauerbetrieb frei. Da ist es nur konsequent, dass der Hersteller für das Spinpoint-Modell üppige fünf Jahre Garantie gewährt.

Ausstattung: Die drei Magnetscheiben der Samsung Spinpoint F1 RAID HE103UJ rotieren mit der typischen Maximalgeschwindigkeit von 7200 Umdrehungen pro Minute an den insgesamt sechs Schreib-Lese-Köpfen vorbei. Der Pufferspeicher des 1000-GB-Laufwerks beträgt üppige 32 MB. Die Stoßfestigkeit des SATA/300-Laufwerks fällt im ausgeschalteten Zustand mit 300 G vergleichsweise niedrig aus, die 70 G im Betrieb sind hingegen gut. Der nutzbare Speicherplatz nach NTFS-Formatierung liegt bei 932 GB. Die F1 HE103UJ ist momentan für 150 Euro zu haben, damit kostet das Gigabyte bereits 16 Cent – bei günstigen Laufwerken der 3,5-Zoll-Klasse liegt der Gigabyte-Preis zwischen 9 und 11 Cent.

Geschwindigkeit: Die Samsung Spinpoint F1 RAID HE103UJ zeigte sehr hohe Transferraten. Über alle Transferratenmessungen gemittelt ist sie aktuell das viertschnellste Modell in der 3,5-Zoll-Klasse, wobei ihre besondere Stärke in der maximalen Schreibgeschwindigkeit liegt. Die maximale Datenrate des SATA/300-Laufwerks betrug beim Lesen hervorragende 124,2 MB/s. Beim Schreiben stellte die Terabyte-Festplatte mit 139,3 MB/s einen neuen Rekord auf und konnte damit sogar unsere Tempo-Empfehlung übertrumpfen: Die Western Digital Velociraptor WD3000GLFS erreichte in dieser Disziplin „nur“ 123,4 MB/s.

Durchschnittlich erreichte die Samsung Spinpoint F1 RAID HE103UJ beim Lesen beziehungsweise Schreiben noch sehr gute 92,4 beziehungsweise 93,1 MB/s. Damit kann Sie zwar der hauseigenen Konkurrenz Samsung Spinpoint F1 HD103UJ das Wasser reichen, Western Digitals Tempo-Champion Velociraptor musste sich die HE103UJ aber mit einem Rückstand von fast 7 MB/s geschlagen geben. Die minimalen Lese- und Schreibtransferrate der 3,5-Zoll-Festplatte von rund 56 MB/s konnten sich ebenfalls sehen lassen und lagen auf dem Niveau des amtierenden Testsiegers Spinpoint F1 HD103UJ.

Durchwachsene Ergebnisse ermittelten wir bei den Zugriffszeiten der Spinpoint F1 RAID HE103UJ: Durchschnittlich benötigte Samsungs 1000-GB-Modell 6,4 Millisekunden - die fünftschlechteste jemals von uns gemessene Zeit. Immerhin schnellt die durchschnittliche Zugriffszeit mit eingeschaltetem automatischem Akustik-Management (AAM) um nur 0,2 Millisekunden nach oben. Besser sah es beim Fullstroke-Zugriff aus: Mit 13,7 Millisekunden reiht sich Samsungs SATA/300-Laufwerk im Mittelfeld ein. Einen guten Durchschnittswert von 15,9 Millisekunden erreichte das Samsung-Modell hingegen nach AAM-Aktivierung – immerhin der neuntbeste Wert aller 27 bisher getesteten 3,5-Zoll-Festplatten.

Ergonomie: Ein ordentliches Ergebnis erzielte die Samsung Spinpoint F1 RAID HE103UJ bei der Lautstärkemessung: Im Ruhezustand arbeitete das 3,5-Zoll-Laufwerk mit 22,4 dB(A) respektive 0,4 Sone leise. Unter Volllast erhöhte sich der Lärmpegel des 1000-GB-Modells auf nicht zu beanstandende 26,8 dB(A) beziehungsweise 0,9 Sone. Das ist für ein 3,5-Zoll-Laufwerk vollkommen in Ordnung, zumal das Betriebsgeräusch mit aktiviertem AAM spürbar auf akzeptable 25,8 dB(A) respektive 0,8 Sone sank.

Fazit: Das Duell gegen den hauseigenen Rivalen Samsung Spinpoint F1 HD103UJ verliert das brandneue Terabyte-Laufwerk Spinpoint F1 RAID HE103UJ - wenn auch knapp. Unterem Strich sind die Transferraten und Zugriffszeiten etwas langsamer und die Lärmentwicklung ist einen Tick höher. Im Vergleich zum 27köpfigen Testfeld schneidet Samsungs RAID-Variante aber sehr gut ab und belegt aktuell Platz 4 der Top 10.

Aufgrund der Techniken zur Vibrationsminimierung eignet sich die Terabyte-Festplatte insbesondere für Laufwerksverbunde. Da die 3,5-Zoll-Festplatte zudem für den Dauerbetrieb freigegeben ist, bietet sie sich auch als flinke Alternative für hochkapazitive Medien-Server mit mehreren Platten an. Der sollte dann aber wegen der erhöhten Lärmentwicklung in der Besenkammer und nicht im Wohn- oder Schlafzimmer stehen.

Wollen Sie die Spinpoint F1 RAID HE103UJ für solche speziellen Zwecke nutzen, ist der vergleichsweise hohe Gigabyte-Preis von 16 Cent angemessen, zumal Samsung dem SATA/300-Laufwerk fünf lange Jahre Garantie spendiert. Für den Einzelbetrieb ist die RAID HE103UJ hingegen zu teuer, da es günstigere Alternativen gibt. Und für den Einsatz in Wohnzimmer-PC eignet sich das 3,5-Zoll-Laufwerk auch nicht - dafür war es einen Tick zu laut.

Alternativen: Wenn Sie viel Speicherplatz benötigen und die 3,5-Zoll-Festplatte nicht im Verbund koppeln wollen, sind Sie mit dem Terabyte-Laufwerk Samsung Spinpoint F1 HD103UJ besser beraten. Dort kostet das Gigabyte nur 11 Cent und die 1000-GB-Festplatte ist auch etwas schneller unterwegs. Den optimalen Kompromiss aus Preis, Leistung und Betriebsgeräusch bietet hingegen unsere Spartipp-Empfehlung , das 640-GB-Laufwerk Western Digital Caviar SE16 WD6400AAKS .

Hardware-Galerie: Die 3,5-Zoll-Festplatten mit dem größten Cache

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