11n-Router mit drei Antennen

Ovislink Airlive WN-5000R

Dienstag, 22.07.2008 | 10:00 von Thomas Rau
Drei Antennen besitzt der WLAN-Router Airlive WN-5000R. Er unterstützt den Standard 802.11n. Besonders benutzerfreundlich ist er aber nicht.

Viele Anwender konfigurieren ihren Router nur einmal: Sobald die Internetverbindung steht, soll er einfach seine Arbeit erledigen. Doch den Wert eines ausführlichen Handbuchs und einer verständlichen Menühilfe lernen Sie spätestens dann zu schätzen, wenn Sie doch einmal die Router-Konfiguration anpacken müssen – sei es, weil Sie online spielen wollen oder einen Server in Ihrem Netzwerk einrichten. Bei Handbuch und Hilfe liegt aber die große Schwäche des WLAN-Routers Airlive WN-5000R. Beide sind nur in Englisch und schlampig, teilweise fehlerhaft: So findet man im Handbuch beispielsweise den Hinweis, dass der Router sich nicht übers Internet konfigurieren lässt. Im darauf folgenden Abschnitt wird aber genau diese Option erläutert. Bei vielen Optionen steht nur lapidar: „Do not modify, if you don’t know what it is.“ – für solche Aussagen kann man sich ein Handbuch auch sparen.

Tempo: Der Airlive WN-5000R gehörte zu den langsamsten Routern im Testfeld – und zwar über alle Messedistanzen und mit allen Gegenstellen. Er lag bei allen Messungen rund 20 MBit/s hinter den schnellsten Routern: Sein bestes Ergebnis waren 67 MBit/s über drei Meter mit dem herstellereigenen USB-Stick.

Sicherheit: Bei unserem Testgerät war als Verschlüsselung WPA2 voreingestellt. Eigentlich lobenswert: Doch dies entspricht scheinbar nicht den Werkseinstellungen, denn weder die IP-Adresse des Testgerätes noch seine Zugangsdaten für das Menü stimmten mit den Angaben im Handbuch überein. Das war erst der Fall, nachdem wir den Router auf die Werkseinstellungen zurücksetzten – dann war aber WPA2 nicht mehr aktiviert. Auch davon abgesehen gab der Airlive-Router Anlass zur Kritik: Die Firewall war standardmäßig abgeschaltet, das Konfigurationsmenü hatte keinen automatischen Time-Out. Positiv: Die Optionen für Filter und Port-Weiterleitung sind recht ausführlich. Außerdem unterstützt der Router WPS (Wi-Fi Protected Setup) über einen dedizierten Knopf und per PIN-Eingabe.

Ausstattung: Hier bietet der WN-5000R weitgehend Standardkost – seine vier LAN-Ports sowie sein WAN-Port unterstützen Fast-Ethernet-Tempo. Der Router lässt sich per WDS (Wireless Distribution System) zum Erweitern des Funknetzes einsetzen.

Handhabung: Der Router besitzt einen Assistenten zum Einrichten des Internetzugangs. Ansonsten bleibt der Anwender weitgehend alleine mit dem fehlerhaften Handbuch und der lückenhaften Menühilfe. Wenigstens die deutsche Kurzanleitung sorgt unfreiwillig für Lacher mit Hinweisen wie „…dann kannst du deinen drahtlosen Fräser anschließen.“

Ergonomie: Bei den Messungen ohne Datenübertragung gab sich der Airlive WN-5000R mit 4,6 Watt extrem sparsam. Auch die Leistungsaufnahme bei aktivem Datentransfer war mit 7,4 Watt vergleichsweise niedrig.

Fazit: Etwas mehr Sorgfalt und Qualitätssicherung hätte dem Airlive WN-5000R gut getan. Das gilt für die deutsche Lokalisierung wie für die Standardeinstellungen im Menü. Auch die Treiber des herstellereigenen USB-Adapters waren fehlerhaft. Außerdem war der WN-5000R verglichen mit anderen Routern sehr langsam. Einzig die geringe Leistungsaufnahme kann er als Pluspunkt verbuchen.

Alternativen: Da gibt es selbst in dieser günstigen Preisklasse einige – zum Beispiel den Linksys WRT160N oder den Belkin F5D8233de4 .

Dienstag, 22.07.2008 | 10:00 von Thomas Rau
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