Games-Markt
Microsoft profitiert von Sony-Datengau
Der weltweite Konjunkturaufschwung wirkt sich auch positiv auf die US-Videospiele-Banche aus. Aktuellen Berechnungen des Marktresearchers NPD Group zufolge legten die Verkäufe im April um 20 Prozent zu.
Trotz dieser erfreulichen Nachrichten blieb die Zahl der PlayStation-3-Verkäufe in den letzten Wochen hinter den Prognosen zurück. Von dem Datenskandal bei Sony aufgeschreckt, bei dem Informationen über rund 100 Mio. Nutzer gestohlen wurden, entscheiden sich immer mehr Kunden für die Xbox 360 von Microsoft.
"Auch wenn über den Sony-PS3-Leak Gras wachsen und dieser allmählich in Vergessenheit geraten wird, sind die langfristigen Folgen für den Konzern derzeit alles andere als absehbar", unterstreicht Steffen P. Walz vom Games & Experimental Entertainment Laboratory Europe der RMIT University auf Nachfrage von pressetext. Dem Fachmann nach sind Kunden derzeit hochgradig verunsichert, sensibilisiert und fordern Transparenz ein.
Laut Walz sind sich immer mehr Gamer dem Umstand bewusst, dass ihre Daten von externen Dienstleistern verwaltet werden. "Die Anbieter müssen in Sachen Datensicherheit stärker in die Pflicht genommen werden, auch wenn das für die Kunden heißen könnte, für mehr Sicherheit auch mehr zu bezahlen", sagt Walz. Umso wichtiger sei es für Sony derzeit, ein effizientes Krisenmanagement zu betreiben und gegenüber Mitarbeitern transparent zu sein.
Die Games-Industrie verdiente im April auch wieder mehr mit dem Verkauf von Hardware, Software und Zubehör. Nach 802,4 Mio. Euro im Vorjahr stehen nun 961,2 Mio. Euro in den Büchern. Viele Kunden lassen sich zudem verstärkt von Neuankündigungen zum Konsolen-Kauf hinreißen.
Das Wachstum erklären sich Branchenkenner wie NPD-Analystin Anita Frazier aber auch vor dem Hintergrund des diesjährigen Ostergeschäfts. Dies soll zu 60 Mio. Dollar zum Wachstum im April beigetragen haben. Sony verkaufte im April in den USA knapp 204.000 PlayStation-3-Videospiele-Konsolen. Noch vor einem Jahr waren es lediglich 180.800. Rivale Microsoft konnte im gleichen Zeitraum fast 297.000 Einheiten absetzen, über 60 Prozent mehr als 2010.


