21.05.2011, 15:48

Pressetext

Sicherheit

Banken-Blacklists gegen Spam

Banken-Blacklists haben das Potenzial, die globale Spam-Flut einzudämmen. Zu dieser Ansicht gelangt ein US-Forscherteam in einer aktuellen Studie. "Spam ist letztendlich ein Werbegeschäft", erklärt Stefan Savage, Informatikprofessor an der University of California in San Diego, gegenüber der New York Times.
Der Online-Verkauf - beispielsweise von Potenzpillen - lohnt sich aber nur, wenn die Hinterleute auch Zahlungen empfangen können. Diese sind somit das schwachen Glied in der Spam-Wertschöpfungskette. Nach Ansicht des US-Teams wäre es möglich, durch Unterbinden bestimmter Kreditkartenzahlungen die Spammer finanziell schwer zu treffen. "Das ist eine interessante neue Idee, die man sich genauer ansehen sollte", meint Eddy Willems, Security Evangelist bei G Data, im Gespräch mit pressetext. Der Ansatz wäre zwar kein Allheilmittel, hat aber Potenzial als Teil einer umfassenderen Anti-Spam-Strategie.
Spam bewirbt oft den Verkauf von Arzneimitteln oder billigen Produktkopien durch Online-Händler. Die US-Informatiker haben fast eine Mrd. im Herbst 2010 gesammelte Spam-URLs analysiert und einige tausend Dollar für rund 120 Testkäufe ausgegeben. Im Rahmen ihrer Untersuchung hat sich gezeigt, dass die Spammer die getätigten Kreditkartenzahlungen bevorzugt über einige wenige Banken abwickeln. Demnach laufen allein 60 Prozent aller Transaktionen über die aserbaidschanische Azerigazbank und nochmals 35 Prozent über nur zwei weitere Finanzinstitute.
Das ist eine potenzielle Achillesferse des Spam-Geschäfts. Falls diese wenigen Banken dazu bewegt werden können, keine Geschäfte mehr mit den dubiosen Händlern zu machen, müssten diese sich auf die aufwendige Suche nach neuen Partnern machen. Denkbar ist auch, den Spammern ohne die Kooperation ihrer bevorzugten Finanzinstitute den Geldhahn abzudrehen. Das wäre erreichbar, indem westliche Banken und Kreditkartenfirmen die Durchführung bestimmter verdächtiger Zahlungen verweigern - denn passende Blacklists sind den Informatikern zufolge relativ leicht aktuell zu halten.
Einen Haken hat die Idee der Bank-Blacklists aber. "Ich habe Zweifel, ob das legal wäre", meint Willems. Er verweist darauf, dass gerade der Online-Verkauf von Arzneien in manchen Ländern nach dortigem Recht zulässig ist. Die US-Forscher selbst räumen ebenfalls ein, dass derartige Maßnahmen rechtlich problematisch wären. Allerdings verweisen sie darauf, dass grade in den USA bereits vergleichbare Einschränkungen für Kreditkartenzahlungen im Bereich Online-Glücksspiel umgesetzt wurden.
"Es wäre jedenfalls übertrieben zu sagen, solche Blacklist sind die Lösung des Spam-Problems", betont Willems ferner. Denn der Ansatz trifft zwar Werbe-Spam, hätte aber beispielsweise auf Phishing-Emails wohl keine Auswirkungen. Falls die Idee legal umsetzbar ist, könnte sie aber einen Baustein einer umfassenden Anti-Spam-Strategie bilden, so der G Data-Experte. Wichtiger sind seiner Ansicht nach aber der global koordinierte Kampf gegen Spam-Botnetze sowie eine internationale Gesetzgebung, die unaufgefordert zugesandte E-Mails wirklich weltweit illegal macht.
Diskutieren Sie mit anderen Lesern über dieses Thema:
PC-WELT-Experten lösen Ihr PC-Problem
Immer informiert mit dem PC-WELT Newsletter
Best-of PC-WELT   PC-WELT Apps
PC-WELT Business-IT   PC-WELT Community
Facebook-Freunde empfehlen
3x PC-WELT testen!
Ja, ich teste 3x die PC-WELT mit DVD für nur 11,90 € (19,- Sfr). Den 4 GB USB-Stick erhalte ich gratis dazu.
PC-WELT 6/ 2012
Anrede:
Vorname:
Nachname:
Straße/Nr:
PLZ/Ort:
Land:
E-Mail:
Nur wenn ich innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der 3. Ausgabe nichts von mir hören lasse, möchte ich die PC-WELT mit DVD zum gleichen Preis weiterbeziehen (D: 55,80 €/Jahr, EU: 64,80 €/Jahr, CH: 103,70 Sfr/Jahr). Nach dem Testzeitraum ist der Bezug jederzeit kündbar.
Ich bin damit einverstanden, dass die IDG Tech Media GmbH und ihre Partner mich per E-Mail über interessante Vorteilsangebote informieren.
847715
Content Management by InterRed